Fortuna schießt zehn Frankfurter ab

30. November 2012, 22:12 Uhr

Festnahmen, Verkehrschaos und der höchste Bundesligasieg seit langer Zeit: Es war ein aufregender Abend in Düsseldorf. Die Fortunen ließen Eintracht Frankfurt keine Chance. 4:0 hieß es am Ende.

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Hier jubeln nur Fortunen: Fink (M.) hat gerade ein Traumtor zum 2:0 erzielt. Die Teamkollegen Lambertz (l.) und van den Bergh sind begeistert.©

Fortuna Düsseldorf erlebt einen Höhenflug und sammelt fleißig Punkte gegen den Abstieg. Mit dem höchsten Saisonsieg beim 4:0 (2:0) gegen den schwächelnden Mitaufsteiger Eintracht Frankfurt verbesserten sich die Rheinländer zum Auftakt des 15. Spieltags und zumindest bis Samstag auf den 13. Tabellenplatz.

Stefan Reisinger (38. Minute) mit seinem dritten Treffer im dritten Spiel nacheinander, Oliver Fink (42.), Nando Rafael (58.) und Axel Bellinghausen (85.) sorgten für den ersten Fortuna-Heimsieg in der Bundesliga gegen die Eintracht seit dem 1:0 am 9. März 1991. Die Fußballer aus Hessen bleiben trotz der dritten Begegnung in Serie ohne Sieg Fünfter. Sie verloren vor 51.345 Zuschauern in der 34. Minute Karim Matmour mit Gelb-Rot.

Frankfurter Fans attackieren die Polizei

Wegen der hektischen Zweitliga-Auseinandersetzung beim 1:1 im Februar an gleicher Stelle hatte die Eintracht am Freitag außer 5200 mitreisenden Fans auch noch 50 eigene Ordner nach Düsseldorf geschickt. Die Begegnung war als Risikospiel eingestuft - zurecht: Bei Ausschreitungen in der Düsseldorfer Altstadt wurde die Polizei von Frankfurter Anhängern attackiert. 65 Personen wurden in Gewahrsam genommen.

Wegen Verzögerungen bei der Anfahrt pfiff Schiedsrichter Michael Weiner mit zehn Minuten Verspätung an. Etliche Frankfurter Fans sollen sich geweigert haben, die bereitgestellten Shuttle-Busse zum Stadion in Anspruch zu nehmen. Stattdessen bestanden sie darauf mit der S-Bahn oder Straßenbahn zu fahren. Trotz dieser Vorkommnisse wurde auch in diesem Spiel der Protest gegen das geplante Sicherheitskonzept fortgesetzt. Die Fans schwiegen - wie schon bei Spielen am Dienstag und Mittwoch - anfangs zwölf Minuten und zwölf Sekunden.

Rote Karte für Matmour entscheidend

Der Eintracht fehlte mit den Innenverteidigern Bamba Anderson (Bauchmuskel-Operation) und Carlos Zambrano sowie Kapitän Pirmin Schwegler (beide gesperrt) die Defensivachse. Rückkehrer Vadim Demidov und der 17-jährige Marc-Oliver Kempf bildeten die Abwehrzentrale. Im Angriff verdrängte der zuletzt gesperrte Matmour den formschwachen Olivier Occean - aber nur eine gute halbe Stunde: Dann musste der Algerier wegen wiederholten Foulspiels vom Platz.

Schon vier Minuten danach erhielt die Eintracht die Quittung, als Reisinger nach einem Solo das 1:0 erzielte. Finks Linksschuss aus gut 20 Metern wenige Minuten später war so etwas wie eine Vorentscheidung, zumal sich die Elf von Norbert Meier in einem kleinen Höhenflug befindet: Mit dem 2:0 gegen den HSV, dem Remis beim BVB und dem Erfolg gegen die Eintracht holte die Fortuna in der Englischen Woche sieben Punkte. Nach Rafaels 3:0 war alles gelaufen, obwohl Stefan Aigner (54.) kurz vor dem dritten Gegentreffer bei einem Kopfball fast auf 1:2 verkürzt hätte.

Meier hatte ein glückliches Händchen mit Fink, der als Vertreter des gesperrten Ivan Paurevic zurückkehrte, und Rafael. Der musste auflaufen, weil Robbie Kruse kurzfristig wegen muskulären Problemen ausfiel. Schon in der 9. Minute musste Kempf gegen Rafael in höchster Not klären. Mit dem 3:0 belohnte Rafael Meiers Vertrauen.

dho/DPA
 
 
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