Anspruch auf Jahresurlaub verfällt nicht immer

21. Januar 2009, 06:34 Uhr

Wenn schon nicht Erholung, dann wenigstens Geld: Kann ein Arbeitnehmer wegen einer langen Krankheit seinen Urlaub nicht nehmen, hat er Anspruch auf einen finanziellen Ausgleich. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden.

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Geld für nicht genommene Urlaubstage: Unter bestimmten Umständen, wie einer langen Krankheit, gilt das©

Was passiert mit dem Jahresurlaub, wenn ein Beschäftigter monatelang krank war und ihn gar nicht nehmen konnte? Mit dieser Problematik hat sich der Europäische Gerichtshof (EuGH) in seinem jüngsten Urteil beschäft: Demnach haben arbeitsunfähige Beschäftigte Anspruch auf eine finanzielle Vergütung ihres ungenutzten Jahresurlaubs.

Geld statt Erholung

Der Gerichtshof in Luxemburg äußerte sich am Dienstag zum Fall eines deutschen Arbeitnehmers, der nach monatelanger Krankheit frühverrentet wurde und deshalb seinen bezahlten Jahresurlaub nicht antreten konnte. Beim Ausscheiden aus der Firma wollte er sich die nicht genommenen Urlaubstage auszahlen lassen. Das Unternehmen weigerte sich allerdings, weshalb der Frührentner durch alle Instanzen zog - und schlussendlich Recht bekam.

Wer nach langer Krankheit an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt, hat nach dem Urteil Anspruch darauf, den verpassten Jahresurlaub nachzuholen. Zwar sei es - wie z.B. in Deutschland - grundsätzlich zulässig, den Anspruch auf Jahresurlaub zu befristen, erklärte der EuGH.

Drei-Monats-Regel greift nicht immer

Wenn ein ordentlich krankgeschriebener Arbeitnehmer aber keine Möglichkeit habe, in diesem Zeitraum seinen Jahresurlaub anzutreten, so bleibe sein Anspruch darauf bestehen, erklärte der Gerichtshof. In Deutschland läuft diese Frist üblicherweise drei Monate nach Ende des betreffenden Kalenderjahrs ab.

Bei einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses müsse die für den Jahresurlaub fällige Vergütung ausgezahlt werden (Aktenzeichen C-350/06 und C-520/06).

AP
 
 
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KOMMENTARE (4 von 4)
 
Blacky007 (21.01.2009, 19:07 Uhr)
Und da wundert sich noch einer, dass man auf Leiharbeiter zurückgreift?
Die Rechtssprechungen für AN sind größtenteils hanebüchern! Auf der einen Seite verlangen immer mehr, dass Mitarbeiter eine Beteiligung am Unternehmen erhalten sollen. Grundsätzlich auch gar nicht so verkehrt. Das Dumme daran ist, dass AN dabei immer nur die positiven Aspkete sehen (wie etwa Gewinne) und nicht auch die vielen negativen, mit denen ein Unternehmer tagtäglich konfrontiert wird wie etwa Einnahemausfälle bei Krankheit, Verluste, etc..
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Eine Beteiligung von Mitarbeitern an Firmen scheitert in der Regel an der zu unterschiedlichen Denkweise von Risikobereitschaft und Sicherheits- bzw. Versorgungsmentalität.
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Dass viele Unternehmen da doch lieber auf Leiharbeiter zurückgreifen, dürfte angesichts solcher Rechtssprechungen und solcher AN-Denkweisen niemanden wirklich wundern.
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Ih ärgere mich auch des öfteren, dass ich die Firma größer machen musste und mehr Mitarbeiter beschäftige. Das Leben war eindeutig angenehmer ohne die ganzen Ärgernisse, die AN mit sich bringen. Sehr oft habe ich das Gefühl, dass alles wichtiger ist, als die Sicherung des Arbeitsplatzes. "Chef wird schon richten" scheint leider eine weitverbreite Denkweise zu sein; leider.
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Zum Glück gibt es auch noch ein paar Ausnahmen, über die man wirklich glücklich ist, sie im Unternehmen zu wissen, auch wenn man diese genauso schwer findet, wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen.
sportartmakler (21.01.2009, 09:15 Uhr)
bin ja meist auf der seite des kleine mannes
aber dieses anspruchdenken geht eindeutig zu weit. das hat nichts mehr mit sozialer verantwortung des ag zu tun.
Alexander0815 (21.01.2009, 08:37 Uhr)
Absoluter Schwachsinn
Dieses Urteil ist ein absoluter Schwachsinn. Urlaub (oder der jeweilige Gegenwert) ist dazu da, dem Arbeitnehmer eine Erholung von der Arbeit zu gewähren. Hat es jetzt - warum auch immer - nicht gearbeitet, dann steht ihm dieser auch nicht zu. Sowas ist mal wieder Wasser auf die Mühlen derer, die sehr gern (und gut) auf Kosten der Solidargemeinschaft leben.
CheSmittyVara (21.01.2009, 08:25 Uhr)
Nur weiter so...
Als Arbeitgeber fühlt man sich immer öfter wie in einer sozialistischen Zwangswirtschaft, nur mit dem Unterschied, dass ich mit meinem Privatvermögen hafte. Und dann soll ich auch noch einem(r) Arbeitnehmer(in) für Krankheitstage Urlaubsentgelt zahlen. Mir zahlt während Krankheit oder Urlaub auch keiner was.
Ich bereue es jeden Tag, dass ich mich selbständig gemacht habe. Und Firmen wie BMW haben sich jahrzehntelang die Taschen voll gestopft und bei einer Krise kassieren sie und deren Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld. 7% Gehaltseinbuße (bei zuletzt 14 Monatsgehältern) bei entsprechend weniger Arbeitszeit sind schon ein hartes Los.
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