23. April 2011, 12:17 Uhr

BA erwartet 140.000 Zuwanderer pro Jahr

Im Mai öffnet sich der deutsche Arbeitsmarkt für Menschen aus den neuen EU-Staaten. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit geht davon aus, dass weniger Zuwanderer kommen, als benötigt werden. In Grenzregionen müsse man sich aber auf einen "schärferen Wettbewerb" gefasst machen.

Die Agentur für Arbeit rechnet mit der Öffnung des deutschen Arbeitsmarkts zum 1. Mai mit einem Zustrom von 140.000 Zuwanderern aus Osteuropa pro Jahr. "In Grenzregionen zu Polen, Tschechien und Slowenien werden deutsche Arbeitnehmer sich auf schärferen Wettbewerb einstellen müssen", sagte Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, der "Rheinischen Post". Vor allem in der Zeitarbeit werde der Druck auf die Löhne steigen. "Zeitarbeitsfirmen aus dem Baltikum stehen bereits in den Startlöchern."

Insgesamt würden aber voraussichtlich weniger Zuwanderer kommen, als Deutschland angesichts des Fachkräftemangels benötige. "Deutschland ist weniger attraktiv, als viele glauben. Junge, gut ausbildete Osteuropäer gehen oft lieber nach England, wo sie auch geringere Sprachprobleme haben", sagte Weise.

Ab Mai haben Arbeitnehmer aus den neuen EU-Staaten freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Arbeitnehmer aus Polen, Ungarn, Tschechien, Slowenien und der Slowakei sowie aus den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen können sich dann ohne Einschränkungen eine Arbeit in Deutschland suchen. Ausgeschlossen von der sogenannten Arbeitnehmerfreizügigkeit bleiben vorerst Rumänien und Bulgarien.

AFP/Reuters
 
 
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