Bei Sport und Spiel kommt es häufig zu Verletzungen an Muskeln und Sehnen. Die meisten Blessuren hinterlassen keine bleibenden Schäden - doch es gilt, rasch und richtig zu handeln.

Schädigungen von Muskulatur und Sehnen machen einen Großteil aller Sportverletzungen aus© Felix Reidenbach
Es beginnt oft mit etwas zu viel Engagement: Ein Sturz nach der kleinen Grätsche beim Fußball, ein vergeigter Kurzsprint oder der übermutige Trick mit dem Skateboard - ein Stoß, eine falsche Bewegung, und schon schmerzt es in Oberschenkel oder Schlagarm, der Muskel zieht, schwillt an und wird steinhart. Schädigungen von Muskulatur und Sehnen machen mit etwa 40 Prozent den Löwenanteil der 1,5 Millionen Verletzungen aus, die sich die Deutschen pro Jahr beim Sport zuziehen. Ausprägung und Symptome sind vielgestaltig - je nach beschädigtem Muskel und Ursache der Blessur.
In fast jedem zweiten Fall handelt es sich bei einer Muskelverletzung um eine Prellung - eine äußerlich zunächst nicht sichtbare Quetschung des Muskelgewebes, als Folge stumpfer Gewalteinwirkung. Klingt brutal, kann aber leicht bei einem Sturz vom Fahrrad passieren oder bei einem etwas zu heftig geratenen Zweikampf. Naturgemäß treten Muskelprellungen deshalb vor allem beim Teamsport und bei Fun-Sportarten auf, wie der so genannte Pferdekuss beim Fußball, bei dem das Knie des einen Spielers im Oberschenkel des anderen landet und dort die Muskeln gegen den Knochen presst.
Noch ein Klassiker: die unsanfte Po-Landung des Snowboardanfängers auf vereister Piste. Auch die tut höllisch weh, selbst wenn die Haut unverletzt bleibt und kein Blut zu sehen ist. Doch Blut fließt bei Prellungen sehr wohl - im Inneren des Muskels. Während dessen Fasern an sich meist intakt bleiben, zerfetzt der Aufprall feine Blutgefäße, und ihr Inhalt kann sich zunächst ungehindert ins Gewebe ergießen. Sofern der Verletzte keine Gerinnungsstörung hat, kommt die innere Blutung zwar nach einer Weile von allein zum Stillstand. Der bis dahin entstandene Bluterguss aber ist hart, raubt der Muskulatur ihren Spielraum und drückt auf Nervenfasern, sodass weitere Bewegungen nur unter Schmerzen möglich sind.
Etwas weniger fulminant tritt dagegen die Muskelzerrung auf den Plan. Im Prinzip handelt es sich dabei auch weniger um eine echte Verletzung als um ein Warnsignal, das in etwa lautet: Stopp, das schaffe ich nicht! Der geplagte Muskel sendet diese Nachricht verschlüsselt als leichtes, krampfartiges Ziehen, wenn er sich einer zu hohen mechanischen Belastung ausgesetzt fühlt - das kann schon bei einer einzigen, zu heftigen Bewegung der Fall sein. Das Messwerk des Muskels, der Spindelapparat, wird durch diese Überlastung gestört und berechnet einen falschen Muskeltonus. Die Muskelfasern bleiben zu kurz und blockieren.