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Zehn Stunden Sport pro Woche – wie soll das bitte gehen?

Läuferin beim Sport
Der beste Sport ist der, den man auch wirklich macht – es muss noch nicht einmal die Joggingrunde sein
© Counter / Getty Images

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Die meisten von uns tun sich schwer, genügend Sport zu machen – eine Studie verstärkt das schlechte Gewissen. Und: Uli Hoeneß will die AfD „wegregieren“. Die Lage am Morgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

mit dem Sport ist es so eine Sache: Hat man Zeit dafür, fehlt die Motivation. Ist die Lust auf Sport vorhanden, mangelt es im Alltag oft an Zeit und Gelegenheit. Fast jeder weiß in den Grundzügen, wie es geht. Wenn es um die Feinheiten geht, wird es schnell verwirrend. Wie viel, wie oft, wie lange – und welche Art von Sport eigentlich?

Zur allgemeinen Verwirrung weiter beigetragen hat eine aktuelle Studie von Forschenden einer chinesischen Universität, die zuletzt auch in den Medien die Runde machte. Die Wissenschaftler empfehlen darin, in der Woche zehn Stunden Sport zu treiben. Das machte sogar die fittesten Mitglieder der stern-Redaktion unruhig: Wie sollen zehn Stunden Sport neben Job, Familie, Schlaf und Sozialleben zu schaffen sein?

Eine berechtigte Frage. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt uns allen immerhin „nur“ mindestens anderthalb Stunden pro Woche. Schon daran scheitern einige – in Deutschland bewegen sich zwölf Prozent der Erwachsenen zu wenig. Der Zeitaufwand, den das Forscherteam aus China ansetzt, liegt noch einmal deutlich höher. 

Sport im Alltag: Realismus bringt mehr als große Ziele

Gemeint ist in beiden Fällen mindestens „moderate Aktivität“, also Bewegung, bei der man leicht außer Atem kommt, sich aber noch unterhalten kann. Was darunterfällt, hängt vom individuellen Fitnesslevel ab. Es muss also nicht immer Joggen sein, lockeres Spazierengehen reicht aber in der Regel auch nicht. Zehn Stunden Sport in der Woche, das entspricht fast anderthalb Stunden am Tag. Im ohnehin oft vollgepackten Alltag ist das schwer zu erreichen – und ehrlich gesagt wirken solche Vorgaben oft auch eher entmutigend.

Das war mit Sicherheit nicht das Ziel der chinesischen Wissenschaftler. Bei genauerer Betrachtung lautet deren Aussage auch nicht, dass alle, die nicht exzessiv Sport treiben, untrainiert und gesundheitsgefährdend sind. Sie haben lediglich mit verfeinerten Forschungsmethoden herausgefunden, dass bei besagten zehn Stunden das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 30 Prozent sinkt. Aber auch bei den von der WHO empfohlenen anderthalb Stunden sind es immerhin neun Prozent.

Motivierender für den Sportalltag wäre es also wahrscheinlich, die Erkenntnisse etwas anders zu kommunizieren. Ich formuliere es mal anstatt der Zehn-Stunden-Maximalforderung so: Je mehr Sport, desto besser. Und jede Bewegung hilft. Es muss nicht gleich eine Joggingrunde sein, vielleicht einfach ein regelmäßiger und schnellerer Spaziergang. Der Gang ins Fitnessstudio ist keine Pflicht, es reichen auch ein paar Übungen auf der Matte im Wohnzimmer. Und auch die 10.000 Schritte, auf die sie Ihr Handy ständig verpflichten will, sind eher eine Werbeerfindung. Der beste Sport ist der, der im Alltag funktioniert – und nicht der, bei dem man an großen Zielen scheitert und frustriert aufgibt.

Ohnehin ist – auch wenn Motivation und Zeit vorhanden sind – Umsicht geboten. Ein weiterer limitierender Faktor sind nämlich oft Verletzungen und andere gesundheitliche Probleme. Wer Großes leisten will und dabei seinem untrainierten Körper zu viel zumutet, wird von diesem schnell ausgebremst. Dann ist der Schaden am Ende größer als der Nutzen.

Also: Hauptsache, Sie fangen an – so wie es für Sie passt. Es müssen ja nicht gleich zehn Stunden sein.

So steht Ihr Wohnort im Deutschlandvergleich da

Gefällt es Ihnen dort, wo Sie leben? Die Antwort darauf ist abhängig von ganz subjektiven Faktoren. Manche können sich ein Leben auf dem Land nicht vorstellen, andere verabscheuen die Großstadt. Und natürlich kommt es bei der Lebensqualität an einem Ort immer auch auf das eigene soziale Umfeld an.

Der Gemeindecheck des Instituts der deutschen Wirtschaft versucht, die Frage nach lebenswerten Gegenden in Deutschland möglichst objektiv zu klären. Zum Beispiel anhand der Verfügbarkeit von Hausärzten, Schwimmbädern oder Handyempfang. Hier können Sie nachschauen, wie Ihr Wohnort abschneidet.

5-Minuten-Talk: Uli Hoeneß und seine AfD-These

Wenn Uli Hoeneß in der Öffentlichkeit spricht, kommt immer eine Schlagzeile dabei heraus. Meistens geht es dabei um den FC Bayern, die Bundesliga oder die Nationalmannschaft. Mit seinem jüngsten Interview hat der frühere Bayern-Manager jetzt aber ein politisches Tabu gebrochen.

Im „Spiegel“ zeigte sich Hoeneß offen für eine Regierungsbeteiligung der AfD in einigen Bundesländern: „Dann werden sie demaskiert. Ich bin sowieso der Meinung, man solle die AfD nicht verbieten, sondern wegregieren.“ Ist das weitsichtig oder wahnsinnig?

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Eugen Epp

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