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3. März 2008, 15:29 Uhr

Aktivisten greifen mit Buttersäure an

Seit Monaten kämpfen Umweltaktivisten in der Antarktis gegen eine japanische Walfangflotte. Jetzt ist es zu einem neuen Höhepunkt gekommen: Mit Buttersäure haben die Tierschützer die Walfänger auf hoher See angegriffen. Japan spricht von einem "terroristischen Angriff".

Zoom

Umweltaktivisten werfen mit Buttersäure-Flaschen nach Walfängern© Sea Shepherd/AFP

Bei einem Buttersäure-Angriff auf ein japanisches Walfangschiff in der Antarktis haben Umweltaktivisten nach Auskunft japanischer Behörden drei Menschen verletzt. Mitglieder der militanten Gruppe Sea Shepherd hätten von ihrem Schiff aus Umschläge mit weißem Pulver sowie Flaschen mit Buttersäure auf das Walfangschiff "Nisshin Maru" geworfen. Drei Menschen seien in Behandlung. Paul Watson, Chef von Sea Shepherd und Kapitän des Schiffes "Steve Irwin", bestätigte den Angriff, bestritt aber, dass es Verletzte gegeben habe. Japan sprach von einem "terroristischen Angriff" und bestellte die Botschafter Australiens und der Niederlande ein.

Eine Stunde lang hätten die Umweltaktivisten die "Nisshin Maru" beworfen, teilte die japanische Fischereibehörde mit. Anschließend hätten zwei japanische Besatzungsmitglieder und zwei Offiziere der Küstenwache über brennende Augen geklagt. Drei von ihnen hätten sich in Behandlung begeben, um ihre Augen auswaschen zu lassen.

Ein "gewaltloser, chemischer Krieg"

Watson sagte der australischen Nachrichtenagentur AAP: "Wir haben alles gefilmt und fotografiert. Nicht ein einziges Ding landete in der Nähe der Besatzung." In einer Erklärung betonte er, seine Gruppe führe einen "gewaltlosen, chemischen Krieg", benutze aber "nur organische, ungiftige Stoffe, die belästigen und den illegalen Walfang beenden sollen". Der beißende Gestank der Buttersäure, die in ranziger Butter auftaucht und als weißes Pulver oder in flüssiger Form existiert, dürfte den Walfang für einige Tage unterbrechen, sagte er. Das weiße Pulver sorge außerdem für eine rutschige Oberfläche an Deck: "Wenn sie versuchen, es abzuwaschen, wird es nur noch schlimmer."

"Unverzeihlicher Akt"

Japan nannte die Umweltaktivisten "Terroristen". Der Angriff sei ein "unverzeihlicher Akt", der einem japanischen Schiff einen "nicht zu rechtfertigenden Schaden" zugefügt habe, sagte der Regierungssprecher Nobutaka Machimura in Tokio. Außerdem sei die Sicherheit der Besatzung verletzt worden, die "in internationalen Gewässern legal" arbeite. Als erste Konsequenz bestellte Tokio die Botschafter Australiens und der Niederlande, Murray McLean und Alphons Hamer, ein. In Australien hatte die "Steve Irwin" ihren jüngsten Zwischenstopp eingelegt, in den Niederlanden ist das Schiff registriert. Australiens Außenminister Stephen Smith verurteilte in einer Erklärung jegliche Gewalt zwischen Walfang-Gegnern und -Befürwortern. Australien lehnt den Walfang ab.

Zwangspause wegen Treibstoffmangels

Bereits im Januar war es Sea Shepherd gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace gelungen, mit verschiedenen Störaktionen die japanische Fangflotte von ihrer Arbeit abzuhalten. Wegen Treibstoffmangels mussten sie ihre Aktionen jedoch abbrechen und zum Auftanken die Antarktis verlassen. Japan nahm den Walfang Anfang Februar wieder auf.

Die japanische Flotte will 2008 wie jedes Jahr etwa tausend Wale jagen und schlachten. Nach offizieller Darstellung dient die Jagd wissenschaftlichen Zwecken. Japan bedient sich dabei eines Schlupflochs im Walfang-Moratorium von 1986, das den Fang der Meeressäuger zu kommerziellen Zwecken untersagt. Zugleich macht Tokio keinen Hehl daraus, dass das Walfleisch letztlich in die Supermarktregale des ostasiatischen Landes kommt.

AFP
KOMMENTARE (10 von 25)
 
mattisan (05.03.2008, 22:26 Uhr)
...???...
"offensichtlich hirnlos"......,weil ich einen einsatz gegen das toeten von irakern gegenueber walen bevorzuge?? ...koennte glatt von kumpel gorge w. b kommen :)
hevosenkuva (04.03.2008, 23:32 Uhr)
@mattisan
"Mann ohne Gehirn" trifft offensichtlich zu.
mattisan (04.03.2008, 22:31 Uhr)
..der mann ohne gehirn nochmal :)
...mhhhh,...wo bleibt eigentlich der protest der sea shepherd und greenpeace gegen die tausende "geschlachteten" iraker? ...oder ist da jemand anders fuer zustaendig??
RomanTicker (04.03.2008, 11:07 Uhr)
Geht zu weit
Diese Aktion mit der chemischen Keule geht zu weit. Grundsätzlich sollte versucht werden, dem Walfang auf legale, juristische Weise ein Ende zu bereiten. Menschen sollten dabei auf keinen Fall gefährdet werden. So wichtig der Artenschutz auch ist, so sollte man nicht vergessen, dass nicht nur die Wale bedroht sind. Hier wird eine Tierart in den Vordergrund gerückt, während andere unbemerkt verschwinden.
Diese Gruppierungen tun sich auch keinen Gefallen damit, wenn sie mit derartigen radikalen Aktionen ihre eigentlich guten Absichten ins kriminelle Licht rücken.
insLot (04.03.2008, 09:40 Uhr)
Forschungfang
Wenn die Japaner mal endlich aufhören würden ihre zu Forschungszwecken gefangenen Wale aufzufressen, müßten Sie sich nicht mehr so sehr um eine Forschungskontingenterhöhung bemühen!
jedifreund82 (04.03.2008, 09:30 Uhr)
@mattisan
Sag mal, wo hast du denn gesteckt als die Gehirne verteilt wurden? Scheinst wohl leer ausgegangen zu sein.
whatever (04.03.2008, 09:07 Uhr)
Alles, was mir dazu einfällt...
...ist: Weiter so! ;oD
gmathol (04.03.2008, 08:25 Uhr)
Es werden mehr Wale durch die US Navy Sonarsysteme getoetet als durch alle Walfaengernationen!N
Diese Schiffe der US Kriegstreiber/verbrecher werden natuerlich nicht mit Buttersaeure angegriffen, da diese nicht davor zurueckschrecken auch auf Unbewaffnete zu schiessen.
Japan sollte sich allerdings langsam fragen warum diese "Gourmet" Jagden noch durchgefuehrt werden, denn gesund kann der Verzehr dieses mit Schwermetallen angereicherte Walfleisch nicht sein.
Wie so oft im Leben dem Militaer wird alles erlaubt. Denn Verteidigung muss ja sein auch wenn man ggf. den Pazifik oder Wuesten mit Radioaktivitaet fuer immer verstrahlt.
soondecember (04.03.2008, 05:35 Uhr)
schon extrem
Also es ist schon etwas extrem mit Chemikalien zu werfen. Man muss allerdings sagen, Buttersäure ist eine Geruchswaffe, als Substanz die auch in einem Lebensmittel vorkommen kann (verdorbene Butter), ist es vom toxischen nicht ganz so stark.
Ich finde blöd dass der Botschafter für private Aktivitäten geradestehen soll, zuständig wäre doch die niederländische Polizei oder nicht ?
Ich mein sie könnten ja Anzeige erstatten oder vor Gericht gehen.
Auch Schadensersatz der betroffenen Matrosen wäre erstreitbar, warum soll der Botschafter das regeln ?
mattisan (03.03.2008, 22:41 Uhr)
halloooo!!!??
nochmal....: geschaetzte population von zwergwalen ca 1.000.000,....1000 pro jahr werden von den japanern geschlachtet,..dass sind ca 3 pro tag fuer 127.ooo.ooo japaner.....was solls?! wird dem metzger von nebenan buttersaeure in den laden gepfeffert oder mc donalds bombardiert,weil die viecher beschissen behandelt werden?! aber die wale sind ja sooo suess,da hat man halt mehr mitleid als mit oeden legehennen oder so....
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