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Alfa Romeo GT: Romeo und Giulietta

Noch immer bekommen eingefleischte Alfisti glasige Augen, wenn sie von der längst vergangenen Giulietta schwärmen. Alfa will wieder an diese Tradition anknüpfen und schickt ab Februar 2004 ein neues Coupé zu den Händlern.

Noch immer bekommen eingefleischte Alfisti glasige Augen, wenn sie von der längst vergangenen Giulietta schwärmen. Ein schmuckes Coupé, ausreichend motorisiert und gerade so teuer, dass sich fast jeder seinen Traum vom italienischen Sportwagen leisten konnte. Und dann der Name: Giulietta - das geht runter wie das seidenweiche Crema eines guten Espressos.

Kann der Alfa GT an die Erfolge der Alfa Giulietta anknüfen?

Alfa will wieder an diese Tradition anknüpfen und schickt ab Februar 2004 ein neues Coupé zu den Händlern. Giulietta-Fans wird's freuen, auch wenn der Name des neuen Alfas ähnlich schwer zu schlucken ist wie Tiefkühl-Pizza: Alfa GT. Wie unromantisch!

Den kreativen Alfisti wird hoffentlich recht schnell ein passender Spitzname für den rassigen Italiener einfallen. Die Zutaten jedenfalls stimmen. Der GT entspringt der erfolgreichen Plattform des Alfa 156 und bekam für seinen Solo-Auftritt einen komplett neues Blechkleid verpasst.

Furioses Vorderteil

Im Zentrum steht wie immer der unvergleichbare Alfa-Kühlergrill, eingerahmt von den zu fiesen Schlitzen verengten Scheinwerfern. Von der markanten Nase ziehen sich markante Kanten und Sicken bis zum hohen Heck, das optisch nicht mit dem furiosen Vorderteil mithalten kann. Nichts gegen den Look der Coupé-Studie Brera, die bei so manchem Fan zu multiplen Organversagen führte. Wohl aber dynamisch genug für die eine oder andere Herz-Rythmusstörung.

Unübersichtlichkeit gehört zum Konzept

Trotz des nach hinten abfallenden Dachs verspricht Alfa Platz für fünf. Das sollte auch klappen, immerhin ist der GT mit 4,49 Metern Länge und 1,76 Metern Breite etwas größer als die Mittelklasse-Limousine. Coupé typisch führt der Weg die Rückbank-Passagiere an den großen Vordersitzen vorbei, was trotz Easy-Entry-Funktion eine gewisse Gelenkigkeit verlangt. Die sollte zumindest auch der Fahrer aufweisen können. Wer seinen GT trotz hohem Heck und ziemlich kleinen Scheiben in eine Parklücke zwängen will, braucht Helfer oder belastbare Nackenmuskeln.

Das mit reichlich Aluminium und silbernem Plastik verzierte Cockpit ist aus dem 156 bekannt, wurde aber für seinen Einsatz im GT noch einmal überarbeitet. Nicht zu seinem Nachteil. Gleiches gilt auch für die breiten Sportsitze.

Kompromisslose Sportlichkeit such man vergeblich. Alfa will mit dem neuen Coupé jede Kundschaft ansprechen, die ihren Espresso mit einem Schuss Milch entschärft. Weicheier, unken traditionelle Alfisti. Zahlungskräftige Kunden, halten die Alfa-Verkäufer entgegen. In Zeiten eines notleidenden Fiat-Konzerns kein unwichtiges Argument.

Breite Motoren-Palette

Zumal man unter der Haube aus dem Vollen schöpfen kann. Angefangen bei einem 120-PS Vierzylinder endet die Motorpalette mit dem 3,2 Liter schweren Sechszylinder, den Alfa selbst als eines der legendärsten Triebwerke seiner Zeit bezeichnet. 240 PS, 300 Newtonmeter Kraft. Das reicht, um den knapp 1.400 Kilo schweren Alfa fliegen zu lassen. Ganz und gar nicht untermotorisiert ist das Coupé mit dem bislang einzig verfügbaren Diesel unter der Haube. Der Multijet-Selbstzünder schöpft aus 1,9 Litern Hubraum 150 PS. Das reicht für Tempo 209 und einen Durchschnittsverbrauch von 6,7 Liter.

Arrivederci Giulietta! Die kleine Italienereien hat mit dem GT einen würdigen Nachfolger bekommen. 25.000 Euro muss man für das Coupé mit dem unspektakulären Namen hinlegen. Giulietta-Flair inklusive.

Jochen Knecht
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