AUTO Eineiige Vierlinge

Rover haucht der Traditionsmarke MG neues Leben ein und schickt gleich vier sportliche gestylte Briten auf die Straße. Die Z-Baureihe überzeugt vor allem durch ihren Preis.

Optisch ansprechende und getunte Serienfahrzeuge boomen. Klar, dass da auch Rover mitmischen möchte. Die Briten hauchen genau zu diesem Zweck der Traditionsmarke MG neues Leben ein und schicken gleich vier sportliche Rover auf die Straße.

Sportliche Briten

Im zivilen Leben tuckern die neuen MGs als Rover 25, 45, 75 und 75 Tourer mehr oder minder erfolgreich durch die Lande. Geprägt von britischen Understatement oder latenten Resten der abgelegten BMW-Herrschaft sind die Rovers nicht gerade für ihr sportliches Image bekannt. MG schlägt genau in diese Lücke und dürfte so manchem Tuner schlaflose Nächte bereiten.

Feurio: der MG ZR

Aus dem kompakten Rover 25 wird, dank ausgiebiger Tuningmaßnahmen auf und unter dem Blech der feurige MG ZR. Ein kräftiger 1,8 Liter-Vierzylinder versorgt die schicken 17-Zoll-Räder mit reichlich Vortrieb und sorgt dafür, dass dem tiefen Sportfahrwerk nicht langeilig wird. In 7,8 Sekunden sprintet der Engländer unter Zuhilfenahme von 174 Newtonmetern von null auf 100. Für die umgekehrte Beschleunigung sorgen im Ernstfall die großen Scheibenbremsen.

Spoiler an allen Ecken

Optisch macht der ZR, genau wie seine drei Geschwister, einiges her. Sehr großzügig dimensionierte Spoiler vorne und hinten, natürlich in Wagenfarbe lackiert, sowie imposante Lufteinlässe sorgen für reichlich Aufmerksamkeit. Von der Seite fallen vor allem die wuchtigen Seitenschweller ins Auge. Ein kesser Edelstahl-Doppelrohrauspuff samt poliertem Hitzeschild rundet den sportlichen Auftritt ab.

Sportlicher Innenraum

Nicht ganz so dominant, dafür aber nicht minder sportlich, zeigt sich der ZR-Innenraum. Schicke Sportsitze mit Einsätzen in Wagenfarbe sowie farbige Ziernähte sorgen für Abwechslung. Hinzu kommen noch hell hinterlegte Ziffernblätter, eine Mittelkonsole im Alu-Look und jede Menge Leder. Warum man allerdings heute noch Schiebe-Regler in ein Auto einbaut, ist unverständlich.

Gut für den Geldbeutel

Finanziell ist der ZR auf jeden Fall ein Schnäppchen. 19 300 Euro (37 745 Mark) muss man seinem Rover-Händler überweisen, um den kompakten Straßensportler über die Piste bewegen zu können.

Kompakte Limousine: der MG ZS

Nicht minder attraktiv ist der mittlere MG-Sportler, der auf den schlichten Namen MG ZS hört.

Als zivile Version steht der ZS als Rover 45 bei den Händlern. Es ist aber zu erwarten, dass vor allem das junge Publikum lieber zur MG-Alternative greifen wird.

Kräftiger Sechszylinder

Unter der langen Motorhaube geht ein 2,5-Liter-Sechszylinder mit 177 PS (130 kW) zu Werke und beschleunigt den 1,7 Tonnen schweren ZS in 7,7 Sekunden von null auf 100. Erst bei 224 Stundenkilometern hört der bullige Brite auf zu sprinten. Auch er steht auf 17-Zoll großen Rädern und flitzt dank Sportfahrwerk äußerst tief über die Straße. Für die rechte Verzögerung sorgt das serienmäßige ABS unter Zuhilfenahme der großen Scheibenbremsen. Vorne hat MG der schnellen Limousine sogar innenbelüftete Verzögerer spendiert.

Riesen-Spoiler am Heck

Eine ganze Batterie an Spoilern, Flügeln und Schwellern verdeutlicht den sportlichen Anspruch des ZS. Die Krönung ist ein sehr großzügig angelegter Heckspoiler, den man im Eishockey locker als Tor benutzen könnte. Laut MG soll dieses Ungetüm aber dafür sorgen, dass der ZS auch bei höheren Geschwindigkeiten seine englische Zurückhaltung und Straßenlage bewahrt.

Schick im Inneren

Schick auch der Innenraum. Leder, Alu-Look und farbige Applikationen werten die biederen Rover-Innereien auf. Ganz ohne Kritik geht es aber doch nicht: Gar nicht schick ist die sensationelle Digital-Uhr im 0815-Look in der Mittelkonsole. So was muss wirklich nicht sein.

Alles in allem ist die kompakte Limousine eine echte Alternative für Freizeitsportler, die auf den Geldbeutel schauen müssen. Ab 22 300 Euro ist das gute Stück in Deutschland zu haben.

Familien-Sportler: der MG ZT (ZT-T)

Auch der schicke Brite für die alternde Großfamilie, der Rover 75, hat sich zum Fitness-Training in MG-Hände begeben. Herausgekommen ist dabei der MG ZT, den unter der Bezeichnung ZT-T auch als feurigen Kombi gibt.

190 PS

Wer Frau, Kinder und Hund gerne etwas eiliger durch die Gegend kutschiert, wird vom ZT begeistert sein. Egal ob Limousine oder Kombi, in beiden schlägt ein kräftiger 2,5-Liter-Sechszylinder, der die zwei Tonnen Auto dank 190 PS spielend auf über 220 Stundenkilometer zieht. Spätestens nach 8,9 Sekunden steht die Tachonadel auf 100. Das sind keine Raketen-Werte, für eine Familienkutsche aber durchaus beeindruckend.

Schick rundum

Blickfang sind die bildschönen 18-Zoll-Felgen, die die Seitenansicht des ZT noch eine Stufe sportlicher erscheinen lassen. Sonst bietet der »große« MG all die Spoiler und Schweller, die auch schon seine kleinen Geschwister zu bieten haben.

Wer sich das starke Teil als Kombi ordert, bekommt dazu aber noch bis zu 1 222 Liter Ladevolumen, einen Edelstahl-Doppelauspuff und auf Wunsch so ziemlich alles, was in einen Luxus-Laster so hineingehört. Von der Alarmanlage über eine Metallic-Lackierung bis hin zu einem elektrischen Sonnenrollo.

Gut für die Familien-Kasse

Die Familienkasse belastet der wuchtige Engländer mit mindestens 31 500 Euro (32 800 für den ZT-T).

Von Jochen Knecht


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