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USA Biden-Regierung will Elektromobilität für die breite Masse ermöglichen

Electrify America Ladestation in San Diego, Kalifornien
Electrify America Ladesäule im kalifornischen San Diego. Bis 2025 sollen 1.800 Ladeparks und 10.000 Ladestationen in den USA entstehen
© Rishi Deka / Picture Alliance
Immer mehr Verbraucher steigen von einem Verbrenner auf ein Elektroauto um. Insbesondere die USA gelten als Vorreiter in der Elektromobilität. Der Verbund Electrify America will die Ladeinfrastruktur im drittgrößten Flächenland weiter ausbauen.

Die meisten US-amerikanischen Kunden eines Elektroautos laden dies aktuell zu Hause und dann vorrangig an einer ganz normalen Steckdose. Das bedeutet endlose Ladezeiten und ist schon deshalb alles andere als bequem. Die Zahl der öffentlichen Ladesäule ist je nach Region sehr unterschiedlich und in vielen Bundesstaaten gibt es aktuell kaum mehr als ein paar Supercharger und Alibi-Ladesäulen vor öffentlichen Gebäuden. Das soll sich in den nächsten Jahren ändern.

US-Präsident Joe Biden plant, ein weit verzweigtes Ladenetz zur errichten, welches staatenübergreifend dafür sorgen soll, dass immer mehr US-Amerikaner auf ein Elektrofahrzeug umsteigen. 

Biden verspricht 10.000 Ladestationen bis 2025

Für das öffentliche Ladenetz ist in erster Linie das Unternehmen Electrify America verantwortlich, das ursprünglich aus dem Dieselskandal des Volkswagen Konzerns entstanden ist. Im Rahmen der rechtlichen Auseinandersetzung verpflichtete sich Volkswagen dazu, zwei Milliarden US-Dollar für ein entsprechende Ladeinfrastruktur zu investieren.

Ende vergangenen Jahres hatte das Unternehmen allerdings erst 500 Ladestationen und rund 2.200 Ladestationen im ganzen Land aufgebaut. Nicht viel für einen Flächenstaat wie die USA. Doch der Ausbau schreitet mit großen Schritten voran, nicht zuletzt auf Druck des Präsidenten und seiner demokratischen Partei. Ende dieses Jahres sollen es 800 Stationen und mehr als 3.500 Ladepunkte sein. Bis 2025 sind 1.800 Ladeparks und 10.000 Ladestationen geplant.

"Wir haben beschlossen, unsere derzeitige Ladeinfrastruktur in Nordamerika in den nächsten vier Jahren zu verdoppeln, um den Bedarf für das von praktisch allen Autoherstellern erwartete rasche Wachstum von Elektrofahrzeugen zu decken und dazu beizutragen, die Einführung von Elektrofahrzeugen zugänglicher und attraktiver denn je zu machen", so Giovanni Palazzo, Präsident und Chief Executive Officer von Electrify America.

"Wir unterstützen mit dieser Zusage die Pläne der großen Automobilhersteller und der Regierungen der USA und Kanadas, den Übergang zu einem elektromobilen Verkehrssystem zu fördern", so Palazzo. An Malls, Shopping Centern und Outlets entstehen aktuell kleinere und mittlere Ladeparks, wo die Amerikaner:innen während des Einkaufs ihre Fahrzeuge ohne Mühen aufladen können. Die anderen Ladesäulen sollen auf Großparkplätzen und in Parkhäusern aufgebaut werden. 

Electrify America will Tesla in den USA Konkurrenz machen 

Das Ladenetz von Electrify America bietet aktuell ein Spektrum von 50 bis 350 kW, wobei die meisten Ladesäulen Geschwindigkeiten von mehr als 150 kW realisieren sollen. Um gegen das Ladenetz von Tesla mit seinen Superchargern bestehen zu können, soll nicht nur die Ladegeschwindigkeit, sondern auch die Lokalitäten konkurrenzfähig sein. Ähnlich wie bei Ionity oder EnBW in Deutschland und Europa gibt es auch bei Electrify America entsprechende Ladetarife, wobei die Hersteller einiger Fahrzeuge Vereinbarungen über kostenloses Aufladen getroffen haben.

Wer sich zum Beispiel einen der der ab Dezember verfügbaren Lucid Air gesichert hat, lädt im Ladenetz von Electrify America die ersten drei Jahre komplett kostenlos – eine Kopie des alten Tesla-Systems, wo die Tesla-Modelle an den Superchargern ebenfalls kostenlos nachladen konnten. Ähnlich sieht es mit den Modellen von Mercedes, Audi, Hyundai, Kia, Volkswagen oder Volvo aus. Auch deren neue Elektromodelle zahlen mindestens zwei Jahre im Ladenetz von Electrify America keinen Cent, wenn es an die Steckdose geht.

Die Abrechnungen der normalen Ladung geschehen entweder per Ladedauer oder der nachgetankten Energiemenge. Aktuell kostet eine Kilowattstunde 0,43 US-Dollar für Fremdkunden und 0,31 US-Dollar für Mitglieder, für die eine zusätzliche Monatsgebühr von vier Dollar anfällt, die oftmals jedoch der Autohersteller bezahlt. Wird per Dauer abgerechnet, sind es zumeist drei Cent pro Minute oder 40 Cent nach einer Dauer von zehn Minuten.

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