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BMW M5: Die Faust des Titanen

Der Asphalt bebt, sobald ER aus der Garage rollt. Wenn das Donnergrollen SEINES Motors über Wälder und Berge hallt, versteckt sich das Wild im Dickicht der Niederungen und normale Fahrzeuge ducken sich in die Gosse, denn ER, der neue M5, ist die Stahl gewordene Krönung der Automobilbaukunst.

Von außen fast eine normale Limousine, dafür mit den Fahrleistungen eines reinrassigen Sportwagens. Kein Mensch braucht so ein Auto, fast alle Männer wollen so ein Fahrzeug, und niemand, der so einen Wagen gefahren hat, hat es je bereut. Es folgt eine Lobeshymne: BMW bleibt beim neuen M5 zwei Traditionen treu: Understatement und vollständiger Alltagsnutzen inklusiver steuerlicher Absetzbarkeit als Dienstfahrzeug, wenn man es denn kann.

Was sagen Sie zum M5?

Tarnkappen-Bomber

M5 – Ahnungslose denken, das sei ein aufgepowerter Fünfer, halt der Stärkste seiner Reihe. Wenn der Chef mit ihm durchs Werktor rollt, macht sich der Pförtner schon so seine Gedanken. Die Geschäfte gehen schlecht, sorgt sich der Arme, wenn sich der Alte schon keinen Siebener mehr leisten kann. Weder ahnt er, welche Leistungen der M5 auf die Fahrbahn drücken kann, noch vermutet er, welche Gegenleistungen der M5 vom Konto abzubuchen vermag. Optisch ist das "M" am Fünfer nämlich kaum zu erkennen: Hinten ein kleiner Schriftzug und die modifizierte Auspuffanlage, vorne ein wenig mehr Luftdurchlass, an den Seiten Kiemen und spezielle Rückspiegel. Also unterscheidet sich der M5 vom normalen Fünfer nur in Kleinigkeiten, ausgeliefert werden auf Kundenwunsch häufig getarnte Versionen: Ohne M Schild und mit Standard-Rückspiegeln, denn auffallen mit Breitspur und Spoilerprotz möchte der M5er-Fahrer nicht.

Power: Wie es uns gefällt

Wer fühlen will, wie der M5 durchstarten kann, muss es erstmal "Power" nachbestellen. Das Wörtchen "Power" steht auf einer kleinen Taste. Der M5 erwacht nämlich als Leistungsverweigerer. Urgemütlich bringt sich der 5-Liter-V10-Zylinder mit nur 400 PS Leistung in Stimmung. Vermutlich, damit man beim unbedachten Start nicht gleich die Garagenwand durchbricht. Wohlgemerkt, diese Anfahrstufe für den City-Stau entspricht der Höchstleistung des Vorgängers. Wird auf den Power-Knopf gedrückt, erwacht der Motor aus dem Dämmerschlaf: zehn Zylinder in V-Bauweise, fünf Liter Hubraum, 507 PS Leistung und 520 Nm Drehmoment und das Ganze bei Drehzahlen bis über die 8000 Grenze. Dem Vorwärtsdrang sind keine Grenzen gesetzt, der Wagen ist ein Tier. Beim Beschleunigen, auf der Autobahn und auf der Teststrecke auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck oder beim Überholen auf der Landstraße: Der M5 kommt in jeder Lebenslage gewaltig zur Sache. Aber abgeregelt: Ab Tempo 270 auf dem Tacho und angeblichen 250 in Wirklichkeit fährt der Wagen in die Regelfalle. Dann fühlt es sich an, als sei man in eine Wand aus Marshmallows geraten. Trotz aller Resthirn-Vernunft will man unwillkürlich weinen, das ist "soo schaaade"! Denn bis zum Leistungsknick steckt gehörig Druck hinter der Beschleunigung. Ohne Abregelung und auch ohne weitere Tuning-Maßnahmen würde der M5 zu einer Spitzengeschwindigkeit von 318 km/h auflaufen So aber muss sich er sich - dem Bayerngott sei es geklagt - womöglich von einem murkeligen AMG oder Audi verheizen lassen.

Zuckeln kann er auch

Hält der Motor seine 400-PS-Diät und kombiniert der Fahrer die Sparstufe mit einem komfortablen Automatikprogramm, geht es fast gemächlich daher. Bei rutschigen Untergrund macht die Kasteiung Sinn oder falls man gezwungen ist, Unberufene ans Steuer zu lassen. Natürlich zeigt sich der wirklich souveräne Fahrer in der Beschränkung. Ein Asket, der so viel Selbstdisziplin aufbringt, mit dem M5 gemütlich nach Haus zu cruisen. Steht das Maschinchen aber nur für zwei Tage zur Verfügung, muss ein Kilometer Teststrecke im Business-Modus reichen, dann wird wieder der Power-Knopf gedrückt und das Fahrprogramm "Sport gnadenlos" gewählt. Leider gibt es im Leben nichts umsonst, wenn der Bulle brüllen soll, will er auch an die Tränke. Zwanzig Liter vom Feinsten darf man schon einkalkulieren. BMW hält 14 Liter für möglich, aber wer so fährt, der braucht bestimmt kein M vor der Fünf.

Die Wippe rauf, die Wuppe runter

Auf die Straße gebracht wird die Wucht der Maschine mit einem Siebengang-SMG-Getriebe. Das automatisierte Schaltgetriebe erlaubt neben der manuellen Gangwahl über Knüppel oder Lenkradwippen das voll automatisierte Fahren. Der Schaltvorgang selbst geschieht in sagenhafter Geschwindigkeit, besonderes Highlight: Beim Runterschalten gibt der Wagen Zwischengas. Ein kraftvolles Rülpsen ist die Folge. Fast noch mehr beeindruckt ist man, wenn man erlebt, mit welchem Druck die Bremsen das Fahrzeug wieder zum Stehen bringen. Selbst beim massiven Rutscher von 250 km/h auf knapp über 100 km/h bleibt der Wagen sicher in der Spur. Ein untergründiges Zittern und Beben - mehr nicht. Neben den Atem raubenden Beschleunigungswerten überzeugt der M5 mit einem Gefühl fast unbegrenzter Fahrsicherheit. In allen Geschwindigkeiten klebt der Wagen sicher auf der Fahrbahn. Ob Spurwechsel, Lastwechsel oder Parcours-Fahrten: der weiß-blaue Riese behütet seine Insassen. Selbst in den sportlichsten Fahreinstellungen. Das gilt, solange die Elektronik überhaupt noch eingreifen darf. Wer wegen des vermeintlichen Mehrs an Fahrspaß die elektronischen Helferlein ganz abstellt, sollte wissen, ob er das Ungeheuer, das er dann aufweckt, noch beherrschen kann. Übrigens: Auf der Parcours-Fahrt brachte kein Testfahrer ohne Elektronik ein besseres Ergebnis zustande als mit "sportiver" Hilfe.

Head-Up

Innen drin geht es zu wie im normalen Fünfer, die abweichenden Details muss man suchen. Die Wohnzimmer-Fernsehschrank-Echtholz-Verkleidung passt zum M5 noch weniger als zum Normalfahrzeug. Zwar kann man auch schon zum Serienpreis sachlicheres Ambiente ordern, aber wer dem Wagen von innen mehr Power geben will, kann sich beim BMW-Individual-Programm austoben oder, wie es gern geschieht, der Gattin Carte Blanche zur Design-Offensive geben. Denn "er" weiß, was er an Fahrwerk, Bremsen und Motor hat, mag sie dann die Farbe der Lederausstattung bestimmen. Wie immer im Fünfer sitzen vier Passagiere bequem, Leder ist inklusive und 500 Liter Gepäck passen in den Kofferraum. Für den M haben die Münchner noch etwas ganz Feines im Angebot. Head-Up-Displays stammen aus Kampfflugzeugen, bringen also die richtige Referenz für den Einsatz im bayerischen Kraftbullen mit. Auf der Frontscheibe lässt sich alles Mögliches einspiegeln. Nervtöter können sich die Laune vermutlich auch mit dem Momentan-Verbrauch verhageln. Richtig Sinn macht das Boy-Toy mit den wichtigsten Basics: Umdrehungen, Gang und Speed. Was braucht man mehr, kombiniert mit den Schalt-Wippen besteht nun kein Anlass mehr, beim Tiefflug über die Autobahn den Blick von der Straße zu nehmen.

Erdbeben-Knöpfchen

Welche Frau würde sich nicht etwas wie BMWs "M-Taste" am Gatten wünschen. Sonst ist der Herr ganz das verlässliche Haushaltstier, aber ein Druck aufs Knöpfchen und aus dem Biedermann wird ein Supermann. Die Gestalt streckt sich, die Muskeln beben, überflüssige Pfunde verschwinden, und anstatt eines gemütlichen Fernsehabends ist der Gespons zu den schlimmsten Abenteuern bereit. "Seufz!" Leider müssen Frauen darauf noch lange warten, nur M-Fahrer haben die die "M-Taste" am Lenkrad. Mit ihr kann man sich ein ganz persönliches Fahrzeug-Set-Up zusammenstellen und per Knopfdruck aufrufen. Empfehlenswert ist es, den Wagen so sportlich zu trimmen, wie man es verantworten kann. Motorleistung, Schaltcharakteristik, Gangwechselgeschwindigkeit, die Stufe der Dämpfer, die Auslegung der Stabilitätskontrolle etc.. Beim M-Knopf kann man sich so richtig austoben. Nach dem Druck aufs Knöpfchen geht dann ein Erdbeben durch die Reiselimousine und sie zeigt ihr wahres Gewicht.

Wieso meckern?

Der wichtigste Einwand kam schon zu Beginn: Niemand braucht diesen Wagen. Der zweite Einwand wäre: Ein M5 ist der natürliche Feind der Fahrerlaubnis. Wer sich hier nicht eisern im Zaun halten kann, besitzt bald den schnellsten Garagenwagen der Welt. Weitere Kritikpunkte? Hmmm, leider nicht ganz billig.

Gernot Kramper

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.