HOME

Dryve Regenschutz: Der Regenschirm fürs Fahrrad

Ein flexibles und abnehmbares Dach soll aus der Radfahrt jetzt ein trockenes Ganzjahresvergnügen machen. Der Selbsttest zeigt: Wer trocken bleiben will muss strampeln.

Regenschutz fürs Fahrrad

Regenschutz fürs Fahrrad

Ich fahre jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit. Bei einer Strecke von 3,5 Kilometern ist das eine entspannte Angelegenheit und ein guter Wachmacher. An regnerischen Tagen muss ich mich trotzdem überwinden – ich hasse Funktionsklamotten. Das Dryve der Schweizer Firma Allnew verspricht Abhilfe. Dabei handelt es sich um ein Dach, das laut Hersteller in Windeseile aufgebaut ist und fast nichts wiegt. Trocken durch den Alltag radeln, ohne Einbußen im Fahrkomfort – klingt verlockend.

Das Dryve passt auf die meisten Fahrräder

Das Dryve passt auf die meisten Fahrräder


Das Teil sieht auf den Bildern im Internet albern aus und ist mit einem Marktpreis von 150 Euro kein Schnäppchen. Ich lasse mich trotzdem auf das Experiment ein.

Drei Tage später versuche ich mich zwischen Tür und Angel an der Montage und stelle fest: In drei Minuten und ohne Blick in die Montageanleitung gelingt es mir nicht. Ein bisschen erinnert das Ganze an den Zusammenbau von Möbeln, beim ersten Blick in die Anleitung bin ich genervt und finde alles unübersichtlich. 15 Minuten später ist die Welt allerdings wieder in Ordnung und ich halte mich für einen Profi-Zweiradmechaniker. Die Halterungen bleiben ab jetzt fest mit dem Rad verbunden. Nach einigen Trockenübungen gelingt auch der Auf- und Abbau der eigentlichen Überdachung in wenigen Augenblicken. Nächstes Problem: Auf meinem alten Herrenrad sieht die ganze Sache noch ein bisschen alberner aus, als auf den Hochglanzfotos des Herstellers. Egal – auf die Funktion kommt es an, jetzt hoffe ich auf Regen.

Das Dryve in Parkposition

Das Dryve in Parkposition

Am nächsten Morgen regnet es tatsächlich. Typisch für Hamburg: Zum Regen gesellt sich eine steife Brise. Der Hersteller empfiehlt für den Einsatz bei Wind und Wetter den Vergleich mit einem Regenschirm. Wenn es stürmisch wird, bietet das Dryve zu viel Angriffsfläche für den Wind und auch der Schutz vor Regen ist (bei Seitenwind) nicht optimal. Da ich noch einige unerschrockene Fußgänger mit Regenschirmen sehe, entscheide ich mich dazu, den Test nicht abzubrechen und wundere mich, wie stabil das Dryve auch bei Seitenwind wirkt. Es bleibt in Form, ich bleibe trocken – alles wunderbar. Die 3,5 Kilometer sind allerdings deutlich anstrengender als erwartet, einen Großteil der Strecke kommt der Wind von vorn. An jeder Ampel werde ich angesprochen. Die Reaktionen sind eine Mischung aus Bewunderung, Neugierde und Mitleid. Auf dem Rückweg dann noch der Test unter regulären Bedingungen. Der starke Regen ist typischem Hamburger Nieselwetter gewichen, dafür ist es auch nicht mehr windig. Bei gemütlichen Geschwindigkeiten bis circa 15 Km/h stört das Dach nicht. Wer es allerdings eilig hat, sollte sich auf einen spürbar erhöhten Kraftaufwand einstellen.

Fazit:

Für alle, die auf Kurzstrecken trocken bleiben und auch bei Regen nicht aufs Fahrrad verzichten wollen ist das Dryve eine gute Alternative zum Regencape. Bei zügiger Fahrt auf der Langstrecke und bei Gegenwind ist gute Regenkleidung die bessere Wahl.

Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity