Porsche Cayman Reptil auf der Jagd


Schnell, hungrig und mit bedrohlichen Augen ausgestattet: Der neue Porsche Cayman hat viele Gemeinsamkeiten mit dem räuberischen Reptil, das dem Sportcoupé seinen Namen leiht. Der schnelle Flitzer kommt Ende Februar 2009 in den Handel und startet bei Preisen knapp unter 50.000 Euro.
Von Finn Rütten

Eine sanfte Berührung am Gaspedal reicht aus und der neue Porsche Cayman S schießt über den Asphalt wie sein Namensvetter aus der Tierwelt auf Beutefang. Vom Start weg wird man tief in die Schalensitze gepresst. Der Mittelmotor hinter den zwei Sitzen röhrt hungrig auf, mäßigt sich dann allerdings recht schnell zu einem gleichmäßigem Brummen im unteren Drehzahlbereich. Das Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) sorgt für ein zügiges Hochschalten - schon bei rund 60 Stundenkilometern ist man meist im siebten Gang unterwegs. "Das Besondere am Porsche-Doppelkupplungsgetriebe ist, dass beide Sportcoupés damit nicht nur Bestwerte in der Beschleunigung sondern auch im Verbrauch erreichen", schwärmt der Baureihenchef Hans-Jürgen Wöhler bei der Modellpräsentation im andalusischen Chiclana de la Frontera.

Für alle Anhänger einer etwas sportlicheren Fahrweise gibt es den Sport Plus-Knopf in der Mittelkonsole. Ist diese Funktion aktiviert, fährt der Sportflitzer die Gänge bis zu über 4000 Umdrehungen aus. Wem auch das noch zu früh geschaltet ist, der kann sich manuell durch die Gänge manövrieren.

Auch die komplett automatisierte Schaltung hat nichts wirklich Unsportliches an sich. Das Getriebe schaltet butterweich durch die Gänge, passt sich der jeweiligen Fahrsituation an und glänzt mit einer beeindruckenden Beschleunigung. Die relativ niedrigen Drehzahlen können das sportliche Fahrerlebnis nicht schmälern. Wie am Gummiband gezogen schießt der Cayman S nach einer der Kurven der andalusischen Berglandschaft auf die Gerade hinaus. Auf den abfallenden Straßen geht auch ohne Fuß auf dem Gaspedal erst nach mehreren hundert Metern spürbar Geschwindigkeit verloren.

Porsche bringt die beiden neuen Modelle, den Cayman und den Cayman S, im Februar 2009 in den Handel. Der Preis für das Basismodell liegt bei rund 49.800 Euro, Anhänger der besonders sportlichen Variante müssen mit rund 61.500 Euro deutlich tiefer in die Tasche greifen. Im Jahre 2005 wurde der Cayman erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die gesamte Mittelmotorreihe läuft allerdings weniger gut. Im Geschäftsjahr 2007/2008 ging der Fahrzeugabsatz der Boxter-Baureihe, zu der auch der Cayman gehört, um insgesamt 16,8 Prozent zurück.

Der komplett neu entwickelte Boxermotor mit sechs Zylindern und Benzindirekteinspritzung, der in beiden neuen Cayman-Varianten seine Weltpremiere feiert, leistet 320 PS und sorgt für eine beachtliche Beschleunigung. In 5,1 Sekunden flitzt die Sportvariante von null auf 100. Mit der Zusatzfunktion "Launch Control" braucht sie nur 4,9 Sekunden für den Standardsprint. Die Spitzengeschwindigkeit des Cayman S liegt bei 277 Stundenkilometern. Auch die Standardausführung ist mit 265 PS und 265 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit bei einer Beschleunigung von null auf 100 in 5,7 Sekunden nicht gerade langsam unterwegs.

Porsche preist das neue Modell als besonders effizient an. Der Benzinverbrauch des S-Modells mit PDK wird vom Werk mit 9,2 Litern angegeben. Solange man die Sportfunktion nicht zuschaltet, ist diese Angabe relativ realistisch. Bei der Testfahrt von stern.de auf den Landstraßen und Autobahnen Südspaniens konnte der Cayman auch bei höheren Geschwindigkeiten einem Verbrauch von weniger als zehn Litern aufweisen. Die Standardausführung verbraucht laut Porsche im Durchschnitt 8,9 Liter auf 100 Kilometer.

Die Effizienz der Modelle ist neben den Innovationen im Motor- und Getriebebereich auch auf das geringe Gewicht der beiden Varianten zurück zu führen. Die Basisvariante wiegt 1330 Kilogramm, der S bringt rund 20 Kilogramm mehr auf die Waage. "Der Cayman ist vor allem eines: ein reinrassiger Sportwagen. Und das bedeutet: konsequenter Leichtbau", sagte Wöhler bei der Präsentation des neuen Modells.

Der CO2-Ausstoß des neuen Porsche Cayman wird vom Werk mit 214 (Basisvariante) und 221 (Cayman S) Gramm pro Kilometer angegeben. Aus Zuffenhausen hört man oft Stimmen, die den Cayman als Saubermann anpreisen. Im Vergleich mit einem Lamborghini Murciélago, der auf 491 Gramm CO2 pro Kilometer kommt, mag der CO2-Ausstoß des Caymans relativ umweltfreundlich wirken. Aus Reihen grüner Politiker könnte es hingegen heißen, das Sportcoupé der Zuffenhausener sei eine wahre Dreckschleuder. Gäbe es doch Autos, wie den Peugeot 107, der mit 109 Gramm CO2 weniger als die Hälfte an Treibhausgasen ausstoße. So scheiden sich die Geister, eins steht jedoch fest: Beide Cayman-Modellvarianten erfüllen die kommende EU5-Norm.

Bei der Optik hat sich Porsche einiges einfallen lassen. Die überarbeitete Mittelkonsole glänzt in neuem Lack und wirkt auf Grund weniger Bedientasten etwas übersichtlicher als noch beim Vorgänger von 2005. Die charakteristischen abgerundeten Außenteile, etwa die Kotflügel oder die Heckpartie, prägen das an ein Krokodilmaul erinnernde Design des Sportwagens. Die LED-Heckleuchten wurden in einer geschwungenen horizontalen Linie angeordnet, die bei Dunkelheit wie glühende Augen aufleuchten. Jagt der Cayman nachts über den Asphalt, wird so auch von hinten die optische Verwandtschaft zum Namensvetter aus dem Tierreich deutlich.


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