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SAM Project - Autofahren nur mit dem Kopf: Beißen bedeutet bremsen

Nach seinem Horrorcrash vor 14 Jahren ist der amerikanische Rennfahrer Sam Schmidt querschnittsgelähmt. Doch jetzt feuert er wieder mit einer Corvette Z7 über die Rennstrecke. Er steuert das 466-PS-Geschoss nur mit seinem Kopf, den Augen und seinen Zähnen.

Der wohl berühmteste Nudeltopf der Welt! Es ist das berühmte Oval in Indianapolis, auf dem alljährlich die weltberühmten Indy 500 stattfinden. Gerade im Moment zieht eine Corvette C7 auf dem Asphaltring ihre Bahn. In jeder Kurve wiederholt sich das typische Rennfahrer-Ritual: Anbremsen, einlenken, Scheitel treffen und wieder rausbeschleunigen. Nichts Besonders für einen geübten Lenkrad-Artisten. Nur mit feinen Unterschied, dass der Pilot des Fahrzeugs, Ex-Rennfahrer Sam Schmidt querschnittsgelähmt ist und das Auto nur mit den Bewegungen seines Kopfes steuert.

SAM Project - Autofahren nur mit dem Kopf: Beißen bedeutet bremsen
Bei diesem Computer laufen alle Fäden des SAM Projects zusammen.

Bei diesem Computer laufen alle Fäden des SAM Projects zusammen.

Die Befehle sind simpel: Bewegt der 49jährige US-Amerikaner den Kopf nach links oder rechts, steuert das Auto in die jeweilige Richtung. Wirft Schmidt den Kopf in den Nacken, beschleunigt die 466-PS-starke Corvette C7, beißt er auf einen Schlauch, in dem sich ein Druck-Sensor befindet, bremst das Fahrzeug. Je nach Stärke des Bisses variiert die Bremsleistung. Die Technik, die hinter diesem Fahrerlebnis steckt, heißt SAM. Das Kürzel steht für "Semi-Autonomous-Motorcar" - übersetzt "halb autonomes Auto". "Nach meinem Unfall habe ich geglaubt, dass ich nie wieder schnell Autofahren könnte. Aber das SAM-Fahrzeug hat mir das ermöglicht. Meine Behinderung spielte keine Rolle und habe mich so normal gefühlt, wie seit 15 Jahren nicht mehr", sagt Schmidt, der heute Teilhaber eines Indy-Car-Teams ist. Mit immerhin bis zu 160 km/h rauschte die Corvette über den Asphalt. Damit ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Über 170 km/h sind durchaus drin.

Ganz ohne technische Unterstützung klappt die schnelle Runde nicht. Sam Schmidt trägt ein Base-Cap, an der reflektierende Infrarot-Sensoren angebracht sind. Ähnlich, wie es bei Fußballern der Fall ist, deren Spezial-Kunstschüsse für Videospiele aufgenommen werden. Die tragen dafür einen ganzen Anzug mit solchen Punkten. Infrarotkameras nehmen jede Kopfbewegung des Piloten auf und eine ausgeklügelte Software verwandelt die Kopfbewegungen in Lenkrad-Impulse. Das geht nicht ohne Rechenpower. All diese Befehle und Daten laufen in einem Computer zusammen, der sich im Heck des Ami-Sportlers befindet. Der kontrolliert das Auto, die Beschleunigung, Verzögerung und die Lenkung mit Hilfe von E-Motoren und Sensoren. Dabei wird auch die moderne Architektur der Assistenzsysteme benutzt, die die Corvette ohnehin schon an Bord hat. Ganz entscheidend für die Fahrbarkeit des Autos ist natürlich die Reaktionszeit, die das System braucht, um die Befehle des Fahrers umzusetzen - im Millisekundenbereich.

Damit das Auto nicht unkontrolliert von der Strecke fliegt, gleicht das Programm ständig die Position Autos auf der Rennstrecke ab. Das geschieht mittels GPS-Sensoren, die 100 Mal pro Sekunde den Standpunkt verifiziert. Die Software gesteht dem Lenker einen Korridor von zehn Metern zu, um seine Manöver auszuführen. Dazu kreiert die Technik virtuelle Bordsteinkanten. Nähert sich das Auto dieser Grenze, warnt das System den Fahrer. Kommt keine Reaktion, greift der Autopilot mit sanften Gegenbewegungen ein. Das Prinzip ähnelt dem der Spurhalte-Assistenten, die sich an den Straßenmarkierungen orientieren. Doch es gibt einen markanten Unterschied: der Fahrer behält immer die Kontrolle über das Auto.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.