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Toyota IQ: Smarter als der Smart

Der IQ ist der Smart für Erwachsene. Nicht ganz so zugespitzt, viel bequemer und viel fahrbarer, setzt er ein deutliches Statement für den Großstadtbewohner. Von außen ist er unverwechselbar.

Der IQ ist vor allem kurz geraten, an Höhe und Breite wurde nicht gespart. Auf den beiden vorderen Sitzen hat man daher fürstlich Platz. Niemand beschleicht das Gefühl in einem Mini zu sitzen, denn dass der Wagen so abrupt endet, merkt der Fahrer nicht. In der zweiten Reihe zwickt es dafür gewaltig. Dort sind zwei Notsitze für kurze Strecken in der Stadt untergebracht, mehr geht nicht. Am besten man klappt die Rücksitze von vorneherein weg, dann hat man immer einen normalen Kofferraum.

Ein Stadtflitzer ist der IQ jedoch nicht. Im gestopften Verkehrsgewühl kommt es nicht nur auf die Kürze an, sondern auch auf die Breite und da ist der IQ eher ein Großer. Wer sich gern mal durchschlängeln will, ist mit einem konventionellen Kleinstwagen besser bedient. Spaß macht das Fahren auch nur, wenn man die Empfehlung zum Hochschalten konsequent ignoriert. 1,0-Liter Benziner liefert mit drei Zylindern 68 PS. Dem Motörchen merkt man die Sparkur im Drehzahlkeller merklich an – das Temperament fühlt sich dann in etwa so an, als wenn man ein Pferd beim Reiten dezent strangulieren würde. Lässt mit den Motor aber mit so etwa 3000 Umdrehungen schnurren, stimmt das Paket und der Kleine wuselt fröhlich im Verkehr mit. Auch ohne Rennekstase fährt der IQ so aber einen Verbrauch von 6.5-Litern zusammen. Das ist angesichts von Größe und Fahrleistungen dann doch happig – angegeben sind 4,3 Liter im Mix. Besser fasst sich da der Diesel an, mit 90 PS soll er im iQ 4,0 Liter verbrauchen.

Überzeugend sind Lenkung und Straßenlage – der kurze Radstand wird gut weggesteckt und anders als im Smart kann man auch eine Autobahnfahrt ohne Schaden und mit Freude überstehen. Immerhin misst der IQ ja 2,985 Metern mit einem vergleichweise langen Radstand von zwei Metern. Im Zusammenspiel mit der ordentlichen Radaufhängung sorgt das für einen sehr ordentlichen Fahrkomfort.

Zum Innenraumdesign kann man sagen: Es sieht ein bisschen nach Lexus-Lounge aus, ist es aber nicht. In Fachblättern wurde kritisiert, dass die Innenraummaterialien einen vergleichweise billigen Eindruck hinterlassem. Das ist richtig. Der IQ täuscht mit dunklem Braun und genarbten Oberflächen von weitem eine Wertigkeit vor, die er genau besehen, nicht einhalten kann. Trotzdem ist die Kritik ungerecht, der IQ ist zwar nicht der Billigste, aber ein Level wie im Lexus kann man in diesem Preissegment nicht erwarten. Die Kunststofflandschaft sieht eben hübsch stylig aus. Sehr gut gefällt dafür der Ledermix der Sitze und die mittig integrierte große Navigations- und Entertainment-Lösung. Diese Einbauten sind allerdings nicht günstig und machen bei einem Cityfahrzeug mit geringer Laufleistung natürlich weniger Sinn als in einer Reiselimousine.

12.700 Euro kostet der iQ mindestens - mit Benzinmotor und 5-Gang-Handschaltung. In der Plus-Version mit Diesel werden es über 16.300 Euro. 18.000 Euro kann der Kunde mit einigen Extras also locker loswerden. Wer sich für einen IQ entscheidet, weiß dass er einen Aufpreis für einen besonderen Geschmack bezahlt. Fürs gleiche Geld bekommt man woanders deutlich mehr Auto. Übrigens auch bei Toyota, der Aygo in jedem Detail bietet mehr Auto und ist merklich günstiger.

Das ist schade vor allem für Toyota, mit einem aggressiven Pricing hätte der IQ das Zeug, Furore zu machen. Cityflair, Schick und ein ganz neuer Spaß am Fahren hätte eine Story geliefert, wie sie Fiat mit dem 500er hinbekam. So eine Erfolgsgeschichte hätte Toyota bitter nötig, denn außer dem Prius gibt es kaum Herausragendes von der weltweiten Nummer Eins zu erzählen. Zu diesem Preis ist der IQ jedoch ein Spielzeug für eine enge Zielgruppe und kein Fahrzeug für jedermann. Sie braucht auf das Geld nicht so zu achten und im Vergleich zu anderen vorzeigbaren Lifestyle-Fahrzeugen kostet der IQ ja eigentlich nichts.

Gernot Kramper

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.