HOME

Toyota Prius Plug-in Hybrid: Klimaschutz auf vier Rädern

Der nächste Prius fährt rein elektrisch - etwa 20 Kilometer weit. Das klingt wenig, reicht aber meistens. Erst danach springt der Benziner an. stern.de hat den Wunderwagen bereits gefahren.

Von Frank Janßen

Es ist ihm nicht anzusehen. Dieses Auto verkörpert den nächsten Schritt auf dem Weg zu elektrischer Mobilität, einen Riesenschritt sogar. Aber man sieht es ihm nicht an, zumindest nicht auf den ersten Blick. Dabei ist das Hybridfahrzeug Toyota Prius schon in seiner Serienversion kein normales Auto. Aber was in diesem Prototypen hier steckt, das ist schon ziemlich abgefahren.

Optisch ist es allerdings ein bisschen so wie bei dem Suchspiel "Original und Fälschung", wo man zehn Fehler finden soll, die beide Bilder voneinander unterscheiden. Nur: Beim Prius und seinem modernsten Abkömmling, dem Prius als Plug-in Hybrid Vehicle (PHV), sind es noch nicht einmal zehn Unterschiede; jedenfalls nicht, bevor man anfängt, tief unter dem Blech zu suchen.

Lädt auch an 220 Volt

Die Klappe, unter der die Steckdose verborgen ist, entdeckt man ziemlich schnell. Sie befindet sich im vorderen linken Kotflügel. Der Ladeboden des Kofferraums ist auch etwas höher – wegen der größeren Batterie. Sie stellt das entscheidende Bauteil dar. Beim herkömmlichen Prius ist es ein Nickel-Metallhydrid-Akku, der etwa 45 Kilogramm wiegt und maximal 27 Kilowatt leistet. Beim Plug-in-Prius kommt dagegen ein rund 155 Kilo schweres Lithium-Ionen-Paket zum Einsatz, das im besten Fall 50 Kilowatt schafft. Damit soll der Steckdosenhybrid 20 Kilometer und bis zu 100 km/h schnell rein elektrisch fahren können. Auf längeren Strecken fährt der Plug-in-Prius wie ein normaler Hybrid: Benziner und Elektromotor betreiben effiziente Arbeitsteilung. Für eine volle Batterie muss der Prius PHV etwa 100 Minuten an eine herkömmliche 220-Volt-Steckdose. Zielgruppe: Umweltbewusste Pendler, die es zur Arbeit nicht so wahnsinnig weit haben.

Serie kommt 2012

Der serienmäßige Prius kommt elektrisch auf etwa zwei Kilometer Reichweite und eine Geschwindigkeit von knapp 50 km/h. Und man muss sehr behutsam auf das Gaspedal drücken, sonst schaltet sich der Benzinmotor zu.

Das ist beim Prius PHV ganz anders. Er beschleunigt leise surrend. Beschleunigt weiter. Und weiter. Man hört bloß dieses hochfrequente Singen des Elektroantriebs, Reifen auf dem Asphalt und Windgeräusche. Nur wenn man das Pedal mit Kraft bis zum Anschlag durchdrückt wie bei einem Kickdown, dann springt der Benzinmotor früher an. Oder wenn die Batterie leer ist. „Dann wechselt der Prius PHV ganz sanft in den Hybrid-Modus“, sagt der Yukata Matsumoto, einer der Toyota-Entwickler. Ein kaum merklicher Unterschied also. Aber ein gewaltiger. 2012 soll der Prius PHV auf den Markt kommen. Bis dahin laufen 500 dieser Fahrzeuge in verschiedenen Großversuchen – je 150 in Europa und den USA sowie 200 in Asien. Reichlich Zeit also noch, um sich an den Gedanken an elektrisches Fahren zu gewöhnen.

Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.