Ford Shelby Cobra Concept Cobra, übernehmen Sie...


"Ein dicker Motor in einem kleinen, leichten Auto" - Caroll Shelby wusste schon 1963, wie man einen echten Straßenfeger zusammenmixt. Das Rezept funktioniert noch heute.

"Ein dicker Motor in einem kleinen, leichten Auto" - Caroll Shelby wusste schon 1963, wie man einen echten Straßenfeger zusammenmixt. Er packte einen V8-Smallblock von Ford in einen kleinen englischen Roadster und verheizte damit alles, was auf Rennstrecken und Straßen an Corvettes aufzutreiben war. Es dauerte allerdings noch zwei Jahre, bis schließlich das Fahrzeug auf den Markt kam, das Shelby in Zusammenarbeit mit Ford zur Cobra weiterentwickelt hatte.

Zurück in die Vergangenheit

Auf der Suche nach einer Chance für die Zukunft besinnt man sich bei Ford mehr und mehr alter Werte. Sichtbarstes Zeichen: die Neuauflage des GT40. Die ultimative Heckschleuder brachte es in Rekordzeit vom schicken Design-Modell zum serienreifen Straßenrenner und soll bereits in diesem Jahr den elitären Club der Ferrari-Fahrer durcheinanderwirbeln. An der Entwicklung des Ur-GT-40 beteiligt: Caroll Shelby.

Ein dicker Motor in einem kleinen, leichten Auto..."

Eine ähnliche Karriere könnte auch der Cobra-Studie ins Haus stehen. Die Ford-Bastler bedienten sich im Laufe der Entwicklung fleißig im GT-40-Regal und übernahmen praktisch das gesamte Chassis und die Federung ins neue Auto. Nach einem passenden Konzept mussten sie nicht lange suchen: "Ein dicker Motor in einem kleinen, leichten Auto"...

Weit über 400 Sachen Spitze

Dick ist eigentlich gar kein Ausdruck. Unter der schnörkellosen Motorhaube bollert ein gewaltiger Zehnzylinder, der aus 6,4 Litern Hubraum 605 PS scheffelt. Unterm Strich kommen so maximal 680 Newtonmeter Kraft zusammen, die via Sechsgang-Getriebe an die Hinterachse geleitet wird. Die Cobra-Entwickler sprechen von weniger als vier Sekunden, die die Schlange für den Sprint von 0 auf 100 Sachen braucht. Das Ende der Beschleunigung sieht Ford erst bei 430 km/h. Da wird man nicht nur bei Ferrari schlucken müssen.

Leichtbau und Komfortverzicht

Schuld an den beeindruckenden Leistungsdaten ist - neben dem neu entwickelten Triebwerk - vor allem eine konsequente Diät. Leichtbau und Komfortverzicht bringen die Cobra auf ein Kampfgewicht von 1.395 Kilo. Zum Vergleich: Ein 115-PS-Golf bringt ein ähnliches Gewicht auf die Waage. Ein Großteil der Pfunde gehen auf das Konto des Motors, da lässt sich wenig knapsen. So müssen eben die Passagiere nur mit dem allernötigsten Auskommen. Verdeck? Wozu? Fenster? Fehlanzeige. Klimaanlage? Schnickschnack! Einzig beim blauen Lederbezug von Sitzen und Lenkrad wurden die Ford-Leute schwach. Die edle Kuhhaut setzt einen gelungen Kontrast zu den wenigen Instrumenten und Schaltern, die so aussehen, als seien sie direkt in die nackten Aluminium-Oberflächen geschnitten worden.

Technische DatenMotorZehnzylinder V-Motor
Hubraum6,4 Liter
Leistung605 PS
Länge/Breite3.937/ 1.905 Millimeter
Leergewicht1.395 Kilo
GetriebeManuelle Sechsgang-Schaltung
0-100 km/hunter vier Sekunden
Höchstgeschw.

Selbst ein Radio wurde aus dem Fahrzeug verbannt. "Wozu auch? Der Sportauspuff macht Musik genug!", begründet Cobra-Chefdesigner Richard Hutting die Leere auf dem Armaturenbrett.

Jochen Knecht

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker