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FORD STREETKA: Offen für alles

Mal ganz ehrlich, niemand wäre auf die Idee gekommen, den Ka als begehrenswert einzustufen. Ganz großer Fehler! Im Frühjahr 2003 mutiert der Billigflitzer zum schicken Roadster

Was haben wir uns nicht schon über den Ford Ka schlappgelacht. Und mal ganz ehrlich, niemand wäre auf die Idee gekommen, den »Knubbel« als begehrenswert einzustufen. Ganz großer Fehler! Spätestens im Frühjahr 2003 mutiert der gesichtlose Billigflitzer zum einem schicken Roadster - und sämtliche Kritiker werden ihm neidvoll in den Endtopf blicken.

Von der Studie zum Serienfahrzeug

Nur wenige Autos können von sich behaupten, dass sie es ungestreift von der Studie zum Serienmodell geschafft haben. Genau so ist es dem StreeKa wiederfahren. Auf dem Turiner Autosalon 2000 als Konzept-Fahrzeug vor die Besucher gerollt, fand sich der Zweisitzer schnell in der Serienentwicklung wieder. Von Anfang an dabei: Italiens Vorzeige-Designer von Pininfarina.

Weg mit dem Weichspül-Charme

Die erleichterten den Ka nicht nur um sein kugeliges Blechdach, sondern trimmten die Bleckkugel auch noch auf sportlich. Größere Felgen, eine neue Frontschürze sowie ein originelles Heck-Design und schon war vom Weichspül-Charme das Ur-Ka nichts mehr zu sehen. Garniert wurde der radikale Umbau mit einem schicken Cockpit im Alu-Look.

»Mutationen eine Studie«, spöttelten die üblichen Kritiker. Schon wieder falsch. Wer dem StreetKa heute begegnet, wird schwerlich Unterschiede zum Showcar vom Turiner Salon feststellen können. Lediglich Kleinigkeiten mussten weichen. Den einen oder anderen Einspruch hatten die Wächter der Straßenverkehrsordnung eben auch anzubringen.

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Schwarzes Cockpit

Und so beschränken sich die gravierendsten Änderungen auf den Innenraum. Vor allem Kostengründe zwangen das Entwicklungsteam um Ford-Designchef Chris Bird dazu, am Armaturenbrett des Serien-Ka festzuhalten. Für einen Schuss Farbe war dann aber doch noch genug Bares vorhanden. Und so erstrahlt das Streetka-Cockpit in schlichtem Schwarz.

Zwei Ausstattungslinien

Dafür hat man in Sachen Ausstattung die Wahl. Die günstigste Variante kann mit Sportsitzen, Stoffbezügen, Zentralverriegelung und elektrischen Fensterhebern die Ansprüche der verwöhnten Roadster-Kundschaft sicherlich nicht ganz erfüllen. Die sollen dann zur edleren Ausstattungslinie greifen, die mit Ledersitzen, CD-Radio und Klimaanlage lockt.

Nix für Weicheier

Um die 15.000 Euro soll der offene Ka-Spaß kosten. Da bleibt wenig Spielraum für Spielereien. Auf eines der so beliebten Blech-Falt-Dächer, müssen Ka-Kunden deshalb verzichten. Sind eh nur was für Weicheier. Geöffnet und geschlossen wird das Streetka-Mützchen ausschließlich manuell. Wieder so ein Zugeständnis an die Herren mit den Rechenschiebern.

Und weil man in Köln gerade so kostenbewusst ans Werk geht, entdeckte man noch eine weitere Verwendung für die Ergebnisse der Streetka-Entwicklung. Nach dessen Präsentation kommt ein StreetKa mit Dach auf den Markt. Der heißt dann SportKa und soll all diejenigen begeistern, denen so ein manuelles Stoffverdeck dann doch etwas zu anstrengend ist.

Neuer Motor

Keine Kompromisse unter der Haube. Da werkelt ein nagelneuer Vierzylinder, der dem einst schwachbrüstigen Ka Beine machen soll. 95 PS leistet der 1,6 Liter Duratec-Motor, der den StreetKa auf bis zu 173 Sachen treiben soll. Von 0 auf 100 geht´s in 12,1 Sekunden. Und als sei man bei Ford von den Tugenden des offenen Verführers noch nicht gänzlich überzeugt, setzt man dem Kleinen bei ersten Fotoshootings Kylie Minogue auf die Fronthaube. Die fand den kleinen Kölner einfach nur zum Knutschen.

Jochen Knecht

Wissenscommunity