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Mazda 6: Mach mal "Zoom-Zoom"

Mazdas Sechster bleibt, was er war. Ein sportliches Modell der Mittelklasse mit makellosem Äußeren. Bei entsprechenden Motorisierungen bietet er sehr viel Sportlichkeit, als Kombi zudem praktischen Nutzwert. Dazu wird das "Zoom-Zoom"-Feeling zu einem attraktiven Preis- Leistungs-Verhältnis angeboten.

Großer Käufergunst erfreut sich das so genannte D-Segment seit Jahren nicht. Was einst Aufstiegswillen und Dynamik signalisierte, wird heute gern links liegen gelassen. Mit den Limousinen der Mittelklasse kann ein Privatmann wenig anfangen, und die früher ach so praktischen Kombis sind heute eben immer ein wenig unpraktischer als vergleichbare Mini-Vans. In dieser Depressions-Zone des Automobilbaus konnte ausgerechnet der Mazda 6 seit seinem Erscheinen gut gedeihen.

Meine neuer Mazda sieht aus wie mein alter Mazda

Damit er weiter so gedeiht, wurde dem strammen Ableger nun eine Frischzellenkur verabreicht, sie stärkt die klassischen Pluspunkte des japanischen Erfolgsmodells. Die Veränderungen in der Gestalt sind so dezent, dass man sie nur mit fachkundiger Hilfe entdeckt: schickere Reifen hier, eine dunkle Umrandung der Scheinwerfer dort. Waben- statt Rautenmuster im Kühlergrill. Auf den ersten Blick kaum wahrnehmbar, und das ist gut so, denn zweifellos ist der Mazda 6 ein gut gezeichneter Wagen. Sein schnittiges Aussehen trug hauptsächlich zum Erfolg bei, es entschärfte das bräsige Image der klassischen Limousine. Ohne viel Spielkram signalisiert er den Nutzwert eines Mittelklassewagens mit sportlichem Touch. Mazda zählt zwar ganze 785 Änderungen gegenüber dem Vorgänger auf. Die wurden aber so geschickt in den Innereien versteckt, dass selbst ein Fahrer des Vorgängers Mühe hätte, den Unterschied zu bemerken.

Die richtige Dosis "Sport"

Die Fahrerlebnisse enttäuschen die Erwartung nicht. Alles am Mazda fühlt sich wohltuend straff an. In Lenkung und Schaltung schwabbelt nichts, Präzision und Sportlichkeit dominieren den Eindruck, wie schon beim Vorgänger. Spürbar netter geht es im Innenraum zu. Die Armaturentafel wurde in sattem Schwarz neu gestaltet, an vielen Details wurden kleine aber angenehme Verbesserungen vorgenommen, insgesamt scheint Mazda bei der Auswahl der Materialien in die teuere Schublade gegriffen zu haben. Unter der Haube schaffen jetzt fünf überarbeitete Motoren: drei 16-Ventil-Benziner mit 1,8, 2,0 und 2,3 Litern Hubraum und zwei 2,0 Liter Common-Rail-Dieselmotoren, die mit ihrem serienmäßigen Rußfilter die Euro-4-Abgasnorm erfüllen. Die stärkeren Benziner leisten jetzt 147 PS und 166 PS. Mit einem Verbrauch von 8,7 Liter auf 100 Kilometer und einer Spitzengeschwindigkeit von 214 km/h erreicht der stärkste Benziner ein sehr gutes Verhältnis von Verbrauch und Leistungswerten. Die Zwei-Liter-Motoren erhalten schon in der Serie ein neues Sechs-Gang-Getriebe, der 1,8-Liter-Motor muss mit fünf Gängen auskommen.

Die beiden Diesel sollen sich immerhin einen halben Liter weniger auf 100 Kilometer genehmigen als ihre Vorgänger. Ihre Leistung liegt bei 121 PS bzw. 143 PS. Besonders die stärkere Version mit einem Drehmoment von 320 Newtonmeter ist eine mehr als ausreichende Motorisierung. Sie erreicht ihre beeindruckende Performance bei einem Verbrauch von weniger als sechs Litern. Mit wirklich schlappen Motoren für den Einsatz im Stop-and-go-Verkehr wird der Mazda 6 gar nicht ausgeliefert. Ein reines Sportfahrzeug wurde der Mazda 6 allerdings auch nicht. Bei aller Dynamik fahren sich die Wagen zwar straff, aber nie bösartig, und den Motoren fehlt ein wenig "Gift", um verhinderte Rallyefahrer zu erfreuen.

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Die pralle Ausstattungstüte

Die meisten Kunden verzichten dankend auf "Gift und Galle" am Steuer und erfreuen sich an der angereicherten Ausstattung des Mazda 6. Dazu gehören nun eine manuelle Klimaanlage, eine verstellbare Lenksäule, elektrische Fensterheber an allen vier Türen, die Radio- und CD-Einheit mit vier Lautsprechern, ESP und sechs Airbags. Wie zuvor gibt es den Mazda 6 als reinen Viertürer, als Viertürer mit Heckklappe und als Kombi. Die Preisspanne reicht vom viertürigen Mazda 1,8 Liter Comfort für 20.350 Euro, über den günstigsten Diesel für 22.450 Euro bis zum Topmodell, dem Mazda 6 Sportkombi, der mit dem großen Dieselmotor auf 27.870 Euro kommt.

Sportlich, alltagstauglich und flott

Etwas Negatives gibt es vom Mazda 6 nicht zu berichten. Auf den ersten Blick wirkt die Produktpflege eher unspektakulär. Rechnet man aber die verbesserten Motoren und die üppigere Ausstattung zusammen, ergibt sich ein attraktives Angebot.

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