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Mercedes GST: Die Kraft der zwei Herzen

Geht es nach DaimlerChrysler-Vorstandsmitglied Jürgen Hubbert, dann wächst beim "Grand Sports Tourer" (GST) zusammen, was zusammen gehört.

Geht es nach DaimlerChrysler-Vorstandsmitglied Jürgen Hubbert, dann wächst beim "Grand Sports Tourer" (GST) zusammen, was zusammen gehört. Kombi, Geländewagen, Van, Limousine und Coupé verschmelzen zu einem "geräumigen, komfortablen und leistungsstarken Reisewagen". Die Idee gibt es seit der Detroiter Autoshow 2002. Zwei Jahre später zeigt der schwaberikanische Konzern an gleicher Stelle die Neuauflage des Dickschiffs.

Ist der GST Ihr Fall?

Keine Spielereien mehr

Der GST 2004 ist erwachsen geworden. Der Mega-Mercedes wirkt zwar nach wie vor so handlich wie ein Reisebus, hat inzwischen allerdings ein Großteil der spektakulären Spielereien seines Vorgängers abgelegt. Von den 5,15 Metern Gesamtlänge und dem ungewöhnlichen Design einmal abgesehen, sieht der GST inzwischen fast wie ein normales Auto aus.

Standard-Türen

Vor allem im Bereich der Türen musste der Ur-GST auf dem Weg zum Serien-Fahrzeug mächtig federn lassen. Wo 2002 noch zwei riesige, gegenläufig öffnende Portale den Blick auf sechs komfortable Einzelsitze freigaben, bietet nun eine konventionelle Dachsäule der hinteren Tür halt. Die immer wieder gerne verbaute Idee der so genannten Butterfly-Türen ist in der Praxis zu teuer und nicht stabil genug. Geblieben ist das Einzel-Gestühl im XXL-Format. Zumindest den Passagieren in der zweiten Sitzreihe verspricht Mercedes ein Platzangebot mit "First-Class-Dimensionen". Die Mitreisenden ganz hinten müssen mit herkömmlichen Sitzabständen auskommen.

Ganz großes Kino

Entspanntes Reisen dürfte dennoch kein Problem sein. Abgesehen vom schicken Alu/Leder-Look gibt es für die vier hinteren Passagiere ein Unterhaltungsprogramm mit eigenen CD- und DVD-Playern sowie Farbbildschirmen in der Kopfstütze des Vordermanns. Kommt doch einmal Langeweile auf, schafft die verstellbare Rückenlehne Abhilfe. Entsprechend schräg gestellt, geht der Blick durchs beinahe komplett verglaste Dach direkt in den Himmel. Ganz großes Kino...

Auf das Fernseh-Geflimmer müssen Fahrer und Beifahrer verzichten. So richtig traurig wird darüber allerdings kaum jemand sein. Auch auf den vorderen Plätzen gibt es Platz im Überfluss und alleine durch die Mittelkonsole im Stereoanlagen-Look genug zu kucken. Abgesehen davon sorgt nur einige Zentimeter weiter ein 250 PS starker Achtzylinder-Diesel für ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm.

Die Kraft der zwei Herzen

Der Selbstzünder aus der S-Klasse ist allerdings nicht allein. Hatte der V8-Benziner der ersten GST-Studie den Platz unter der Motorhaube noch für sich alleine, muss der Diesel den Motorraum mit einem Elektromotor teilen. Der kleine Stromer bringt es auf gut 68 PS, was dem Hybridantrieb das GST zu einer Gesamtleistung von 318 PS und 860 Newtonmetern verhilft. Die Fahrleistungen sind entsprechend. In 6,6 Sekunden rennt der Mega-Mercedes 100 Sachen, Schluss ist erst bei 250 km/h. Die Arbeitsteilung der beiden Triebwerke ist einfach. Beim Anfahren, beim Einparken, im Stop-and-go-Verkehr und beim lockeren Dahinrollen säuselt der Elektromotor, den Rest besorgt der Diesel. Kraftstoffersparnis laut Mercedes: 20 Prozent im Vergleich zum reinen Dieselfahrzeug.

Neue Scheinwerfer

Optisch dürfte es der Fünf-Meter-Koloss selbst im mit Superlativen gesegneten Amerika nicht leicht haben, sich auf einem Parkplatz zu verstecken. Der GST überragt die meisten Geländewagen gleich um mehrere Zentimeter, in ein deutsches Durchschnitts-Parkhaus wird der Benz überhaupt nicht passen. Hinzu kommt sein ungewöhnliches Design. Die lange, zum Heck hin coupéartig abfallende Fensterlinie steht im Gegensatz zur Kombi-Dachform und verhilft dem GST zu einem optischen Rucksack. Ganz nebenbei verrät die Studie auch noch, mit welchen Scheinwerfern sich der Mercedes der Zukunft schmücken wird. Vom Vier-Augen-Gesicht mit all seinen Ausprägungen bleibt ein großer, ovaler Hauptscheinwerfer, der durch einen kleinen dreieckigen Dorn aus der Form gerät. Ihre Serien-Premiere werden die Leuchten bei der nächsten S-Klasse 2004 feiern.

Ein Jahr später soll es dann auch für den GST soweit sein. Zusammen mit der M-Klasse soll er ab 2005 im DaimlerChrysler-Werk in Tuscaloosa, Alabama, von den Bändern rollen. Die geteilte Produktion macht Sinn, immerhin teilt sich der große Reisewagen die Bodengruppe mit der nächsten M-Klasse.

Jochen Knecht

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.