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Abt Audi RS6 1 of 12: Das dreckige Dutzend

541 kW und 735 PS in einen 2,1 Tonnen schweren Luxuskombi sind nicht nur beeindruckend - es ist weit mehr als das. Abt krönt den RS6 mit einer spektakulären Sonderserie. Alle zwölf Einzelstücke sind bereits vergriffen. Am Steuer zeigt sich schnell, wieso.

Abt Audi RS6 1 of 12 - 920 Nm für brachialen Vortrieb

Abt Audi RS6 1 of 12 - 920 Nm für brachialen Vortrieb

Als ob ein Audi RS6 nicht schon sportlich genug wäre, können alle Piloten des 560 PS starken Serienmodells nur beschämt zu Boden schauen. Vielen wurde bereits mit dem 605 PS starken RS6-Performance-Modell eine schmerzhafte Nase gedreht. Doch die, die gerade noch auf dem illuminierten Audi-Thron saßen und auf der Autobahn mit 305 km/h gen Süden donnerten, schauen neidisch, verträumt oder einfach nur beleidigt nach Kempten. Die Abtlinge wollten den eigenen 120. Geburtstag standesgemäß feiern und hierfür sollten normale Sondereditionen nicht ausreichen. Wenn schon - denn schon RS6, denn der Nobellaster läuft bei den Allgäuern mit seinen Leistungssteigerungen besonders erfolgreich. Das Kronjuwel Abt RS6 1 of 12 ist hoch exklusiv und sein Name schlicht Programm, denn den grauen Donnervogel gibt es gerade zwölf Mal. Fünf Modelle verkaufte Abt direkt bei seiner Weltpremiere auf dem Genfer Automobilsalon 2016. Die weiteren sieben Kunden ließen nicht lange auf sich warten. Schwupp - alles weg.

Das dreckige Dutzend
Abt Audi RS6 1 of 12 - 920 Nm für brachialen Vortrieb

Abt Audi RS6 1 of 12 - 920 Nm für brachialen Vortrieb

Wer meint, dass ein normaler Audi RS6 keinerlei Vortriebswünsche offenlässt, dem dürften am griffigen Alcantara-Steuer des 1 of 12 schneller als erwartet die Worte fehlen. Wenn beim Vollgas-Zwischenspurt die Augäpfel in ihre Höhlen gepresst werden, dem Beifahrer die Gesichtszüge entgleisen und dabei noch allerhand Gepäck im Laderaum des Kombis eiligst seinen Weg ans Ziel findet, dann spürt man eindrucksvoll, dass 735 PS und 920 Nm maximales Drehmoment einen in eine Parallelwelt katapultieren, in der sonst nur Supersportwagen unterwegs sind. Bei 320 km/h wird der vier Liter große V8-Doppelturbo abgeriegelt - der Reifen wegen. Klar ist, dass der Viersitzer mit Allgäu-typischem Rucksack deutlich mehr auf dem Kasten hätte. 330, 340 oder 350 km/h scheinen machbar, wenn man dem Koloss einmal die Sporen gegeben hat.

Der Klang ist zumindest im Sportprogramm bullig, massiv, wenn nicht leicht pornös. Das Ploppen beim Herunterschalten ist schon wegen der Geräuschkulisse eine wahre Versuchung, der Zwischenspurt atemberaubend, denn der Kombi schiebt bei Dampfausbrüchen über alle vier Räder. Dabei gibt es wenige Gründe, der Achtstufen-Automatik aus dem Hause ZF manuell zur Seite zu stehen. Sie hat aufgrund der gewaltigen Kraftreserven keinerlei Mühe, den Allradler entspannt bis sportlich in jedem gewünschten Geläuf zu bewegen. Sein Gewicht kann der Abt RS6 1 of 12 zwar beim Beschleunigen gekonnt überspielen und die Karbonbremse gaukelt dem Piloten eine leichte Weight-Watchers-Kur vor. Doch wird es kurvig, spürt der Fahrer die mächtigen 2,1 Tonnen Leergewicht trotz sich der prächtig mit der Fahrbahn verzahnenden 22-Zöller mit 295er-Pneus nicht erst im Grenzbereich.

Die exklusive Innenausstattung zeigt sich dabei aufwendig, aber abgesehen der bekannten Abt-Signets und einem 1-of-12-Schriftzug erfreulich unspektakulär. Dabei dauert der Innenausbau mit edelstem Gestühl, Karbonornat und kompletter Belederung allein knapp drei Wochen. Da wundert es nicht, dass der Umbau vom gewöhnlichen Audi RS6 zum Abt RS6 1 of 12 inklusiv Innenraum, Radsatz, Fahrwerk, Motor und optischen Abt-Dreingaben letztlich 70.000 Euro kostet und den Gesamtpreis so an die 220.000-Euro-Grenze wuchtet. Schnell sein bringt jetzt nichts mehr - das dreckige Dutzend ist bereits verkauft. Doch für viele könnte der 705 PS starke Standard-RS6 aus dem Hause Abt als leistungsstarkes Trostpflaster helfen - auf Wunsch auch in nardograu.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.