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Brabus Smart Renn-Taxi: Taschen-Rakete

Passend zum 15jährigen Jubiläum der Zusammenarbeit zwischen Smart und Brabus haben die Tuning-Experten eine Renn-Taxi-Version des Kleinstwagens auf die Räder gestellt, die selbst gestandene Rennfahrer zum Schwärmen bringt. Wir sind den begehrten Flitzer bereits gefahren.

Auch DTM-Fahrer Robert Wickens ist vom Smart Brabus Renn-Taxi begeistert

Auch DTM-Fahrer Robert Wickens ist vom Smart Brabus Renn-Taxi begeistert

Der Name "Munitionsfeld" verheißt nichts Gutes. In der Tat: Die Rechts-Links Kombination hat es in sich! Scharf anbremsen, das Heck wird leicht, der Wagen tänzelt, nur um dann beim Gasgeben mit fast stoischer Gelassenheit den Lenkradbefehl des Piloten zu folgen. Jetzt in die andere Richtung. Der Traktionsritt auf der Ideallinie geht weiter und das sehr aktive Heck meldet sich erneut eifrig zu Wort. Okay, eine derartige Lastwechsel-Reaktion und ein Radstand von mickrigen 1,87 Metern sind eine explosive Mischung. Kenner wissen: Wir sind in einem Smart Fortwo auf der Rennstrecke Bilster Berg unterwegs.

Taschen-Rakete
Auch DTM-Fahrer Robert Wickens ist vom Smart Brabus Renn-Taxi begeistert

Auch DTM-Fahrer Robert Wickens ist vom Smart Brabus Renn-Taxi begeistert

Mit der Normalo-Version mit maximal 66 kW / 90 PS wäre dieser Streckenabschnitt jetzt kein spektakuläres Ereignis, auch die 80 kW / 109-PS-starke Brabus -Variante ist kein Tempo-Hammer, der die anspruchsvolle Asphaltachterbahn zum Beben bringt. Wir sitzen jedoch in etwas ganz Besonderem: einem Smart Renn-Taxi, bei dem sich die Brabus-Experten mal so richtig austoben konnten. Die Bottroper Tuner haben genau das getan und den schnellsten Smart aller Zeiten erschaffen: Zunächst räumten sie das Auto leer, packten Schalensitze und einen Renn-Käfig rein, machten dem Dreizylinder-Motor ordentlich Beine, schraubten einen Rennauspuff ans Auto und installierten ein Gewindefahrwerk, bei dem die Druck- und Zugstufe vorne und hinten verstellt werden kann. So findet man für jede Rennstrecke die perfekte Abstimmung. Geschnittene Semi-Slicks runden das Dynamik-Paket ab.

Weiter geht es auf der anspruchsvollen Berg- und Talbahn-Fahrt auf dem Asphaltband nahe der Stadt Bad Driburg. Ständig geht es hin und her, hängende Kurven, blinde Ecken, die über Kuppen führen. Der Renn-Smart stürzt sich mit Feuereifer auf die Kurvenkombinationen. Egal wie scharf die Kurv ist, das Sportfahrwerk hält die Karosserie immer parallel zum Untergrund und die Reifen krallen sich förmlich in den Asphalt. Passagen, an denen die Pneus des Brabus Normalo-Smart-Fortwo schon jammern, kosten diesen Gummis nur ein müdes Lächeln. Das klebt auch im Gesicht des Piloten. Das Sportlenkrad liegt prächtig in der Hand und der Renn-Smart springt zwischen den Kurbs hin und her, dass es eine wahre Freude ist. Dann ist da noch der Motor-Klang: Der Dreizylinder knurrt sonor, japst nach Luft und sprotzelt das überschüssige Gas-Benzin-Gemisch mit einer Inbrunst aus den beiden Rohren, dass man mit Wonne zwei Gänge per Wippen runterschaltet, nur um die Posaunen jubeln zu hören. Wüsste man nicht, dass drei Töpfe unter der Motorhaube werkeln, glaubte man einen Sechszylinder zu hören, mindestens!

Der Renn-Smart bringt sogar gestandenen Rennfahrer zum Schwärmen: "Dieses Auto macht einfach nur Spaß", strahlt DTM-Fahrer Robert Wickins und Formel-1-Safety-Car-Pilot Bernd Mayländer ergänzt: "Der hat gefühlt 150 PS". Brabus schraubte vier Monate an dem Racing-Taxi, Leistungsprüfung gab\'s noch keine. "Bei dem Motor halfen uns die Erfahrungen, die wir bei dem Smart Ultimate gemacht haben", erklärt Sebastian Wittich und fügt leicht schmunzelnd auf Nachfrage hinzu: "Mehr geht immer!" Egal wie, bitte baut dieses Auto, denn dann geht die Gleichung Smart plus Brabus ergibt Spaß vollends auf. Der Name ist ebenfalls bereits gefunden: "Pocket Rocket" - denn so heißt die Rennsemmel im Smart-Jargon. Was dieses Auto gekostet hat, schweigt sich Smart aus. Aber viel teurer als manche Tailor-Made-Fertigungen, die auch mal 40.000 Euro kosten, wird diese Taschen-Rakete, von der es zwei Exemplare gibt, nicht sein. Käufer gäbe es genug: 1.200 Smart-Spezial Kreationen haben die Brabus-Hallen im letzten Jahr verlassen.

Im Vergleich zu den bescheidenen Anfängen der Zusammenarbeit zwischen den Bottroper Tuning-Experten und dem Kleinstwagenbauer ist das eine echte Erfolgsgeschichte. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt und es schaut ganz danach aus, dass dieses Jahr noch mehr Brabus-Smart in allen Variationen verkauft werden. Anlässlich des 15jährigen Jubiläums der Kooperation hat Brabus auch eine sehr schicke Sonder-Edition des schnellen Flitzers herausgebracht. Fehlt nur noch echter Renner - wie gesagt: Baut die Pocket Rocket!

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.