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Fahrbericht: Audi TTS: Virtueller Sportler

Audi hat seinem TT zum 20. Geburtstag ein Facelift spendiert. Was es bringt, zeigt sich auf der legendären Bergstrecke der Isle of Man.

Audi TTS 2018

Audi TTS 2018

So beginnen Glaubenskriege unter Fans: Das Kürzel "TT" als Modellbezeichnung für Audis puristischen kleinen Sportwagen stehe für "Tradition und Technik" steht in der einschlägigen Fachliteratur zu lesen. Nein, nein, nein: "TT" komme von "Tourist Trophy", dem berühmt-berüchtigten Motorradrennen auf der Isle of Man, insistieren genau so lang die Fans des kleinen Runden.

Virtueller Sportler
Audi TTS 2018

Audi TTS 2018

Zum 20. Geburtstag des Audi TT machten nun die Ingolstädter selbst einen Punkt dahinter und luden zur Präsentation des facegelifteten Audi TTS - auf die Isle of Man. Und auf ein extra abgesperrtes, 20 Kilometer langes Teilstück der Tourist Trophy-Strecke zwischen dem Ort Ramsey und dem Gasthaus "The Famous Creg-Ny-Baa". Trophy-Fans kennen das Straßenstück als "Mountain-Course". Mit im Gepäck: Ein Quickly TT-Motorrad des Audi-Vorgängers NSU aus den 1960er Jahren und ein sportlich aufgebrezelter NSU Prinz TT, den es seit Mitte der 1960er auch als TTS gab. Als Audi dann 1998 seinen Sportwagen auf den Markt brachte, war das TT(S) also beinahe schon logisch.

Bei aller Lust an der eigenen Vergangenheit: Zumindest ein wenig Facelift musste beim Audi TT dann aber doch sein. Die Karosserie wurde etwas geschärft, die Motoren bekommen etwas mehr Dampf und die Serienausstattung wurde erweitert. Vorne wurde der Singleframe-Grill überarbeitet und es gibt große, seitliche Lufteinlässe. Unter der Tankklappe ist nun kein Deckel mehr zu finden: Es ist wie beim Boxenstopp: Tankklappe auf, Zapfpistole rein - und fließen lassen.

Die Motorenpalette besteht ausschließlich aus TFSI-Benzinern, die Zeit der Diesel ist - oh Wunder - vorbei. Die Basis macht dabei der 40 TFSI mit 145 kW/197 PS, gefolgt vom 45 TFSI mit 180 kW/245 PS. Im TTS arbeitet ein 2.0-Liter-TFSI mit 225 kW/306 PS. Damit ist der TTS in nur 4,5 Sekunden aus dem Stand auf Landstraßentempo - ein Zehntel schneller als bisher. Das liegt dann auf dem Niveau eines Porsche 911 Carrera oder eines Cayman GTS und ist schneller als bei den meisten Jaguar F-Type. Bei 250 km/h wird der Vorwärtsdrang des TTS wie gehabt abgeregelt. Über die Verbrauchswerte mag man bei Audi noch nicht so wirklich reden - für den TTS sind aber 6,7 Liter schon mal genannt, was 155 Gramm CO2 pro Kilometer entspricht. Bei "artgerechter" Fahrweise dürfte es allerdings nicht schwer sein, das Doppelte an Treibstoff durch die Direkteinspritzung zu jagen.

Was der TTS mit all der Kraft, seinem serienmäßigen Allradantrieb, dem Fahrdynamiksystem und seinem Fahrwerk auf der Straße alles anstellen kann, das durfte er auf dem "Mountain-Course" zeigen. Mit voller Beschleunigung geht es den Berg hinauf, zunächst noch in einem Waldstück, dann in offenem Gelände. Ein Tempolimit gibt es hier nicht - das eigene Bauchgefühl sagt, wann man es wohl besser etwas ruhiger angehen lässt. Um die Kurven zirkelt der der 1,5 Tonnen schwere TTS präzise, kaum mal muss man etwas einbremsen um nicht ins Schlenkern zu geraten. Das Alcantara-Lenkrad liegt gut in der Hand, die auf "Sport" eingestellte Automatik leistet eine bessere Schaltarbeit, als die meisten es manuell über die Paddel am Lenkrad könnten. Die unteren Gänge sind kurz übersetzt - gut zum Beschleunigen. Die oberen Gänge kommen hier auf der Bergstraße eh nicht zum Einsatz. Beim Runterschalten mit Zwischengas sprotzen künstlich generierte Fehlzündungen aus den Endrohren.

An "The Bungalow" geht es runter bis auf Schritttempo: unbeschrankter Bahnübergang. Dann "Windy Corner", "Kate\'s Cottage" - nur der Beifahrer kann die traumhafte Kulisse rundum bewundern. Dann das Ziel: "The Famous Creg-Ny-Baa", ein uriges kleines Restaurant mit Fingerfood, gutem Bier, süßem Kuchen und bestem Ausblick.

Doch der TTS taugt nicht nur zum Kurvenfressen - er ist, mit Einschränkungen, auch ein ganz passables Alltagsauto. Innen ist genügend Platz für zwei, die Sitze sind bequem, die Bedienung ist einfach - wenn man sich mal durch\'s Handbuch gearbeitet hat. Selbst der Laderaum bietet mit 305 Litern mehr als zum Beispiel ein VW Golf.

Serienmäßig sind bei der neuen Modellgeneration nun das 12,3 Zoll große virtuelle Cockpit, das Fahrdynamiksystem drive select, Licht- und Regensensor, beheizbare Außenspiegel und ein neues Multifunktionslenkrad im Paket. Die Preise für das TT Coupé beginnen bei rund 35.000 Euro, der Roadster kostet mindestens 37.500 Euro. Den TTS gibt es als Coupé ab 54,500 Euro und offen ab rund 57.000 Euro. Bei den Händlern steht der TT ab dem vierten Quartal 2018.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.