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Ford Mustang 2,3 l EcoBoost Cabrio: Aus dem Schatten des großen Bruders

Der kleine Ableger des Fünf-Liter-Mustangs braucht sich nicht zu verstecken. Wer einen schicken Langläufer ohne Dach sucht, ist bei Fords 2,3 Liter EcoBoost-Cabrio genau richtig.

Der 2,3 Liter EcoBoost ist die kleinere von beiden.

Der 2,3 Liter EcoBoost ist die kleinere von beiden.

Na klar. Auf die Frage, welche Motorisierung in einen echten Ford Mustang gehört, muss die Antwort "So groß, laut und stark wie möglich" lauten. Was aber, wenn der vermeintlich große Motor trotz seiner acht Zylinder und fünf Litern Hubraum gar nicht mal so gut klingt und kein weiteres Geld für akustische Schönheitsoperationen berappt werden wollen? Genau dann darf es ausnahmsweise auch mal der kleine Bruder des Mustangs sein. Wer jetzt glaubt, dass das Pony stets zweite Wahl ist oder sein sollte, der irrt. Denn aus dem weniger als halb so großen Vierzylinder kommt immer noch genug Power, um zwei schöne schwarze Striche von der Garage zur nächsten Kreuzung zu ziehen. 2,3 Liter lesen sich zugegebener Maßen nicht gerade übermäßig sportlich. 317 PS aber irgendwie schon. Und sollte ein Fahrzeug vor allem für lange Strecken und dementsprechend komfortable Sitze und Federeinstellungen gesucht werden, ist der Ford Mustang mit seinem 2,3 Liter EcoBoost-Motor genau richtig.

Aus dem Schatten des großen Bruders
Der 2,3 Liter EcoBoost ist die kleinere von beiden.

Der 2,3 Liter EcoBoost ist die kleinere von beiden.

Ab 37.000 Euro kostet der Kölner. Da jedoch schon bei der Anschaffung 5.000 Euro gegenüber des 5,0 Liter großen V8-Motors gespart wurden, bietet es sich doch geradezu an, diese Summe in ein Stoffverdeck zu reinvestieren. Unterm Strich bleiben sogar noch 1.000 Euro übrig. Dank der Aufpreisliste lassen sich diese natürlich im Nu auch noch irgendwo unterbringen. Für ein Automatikgetriebe reicht der Rest allerdings nicht. Hier würden noch zusätzliche 1.000 Euro fehlen. Macht aber gar nichts, denn mithilfe des manuellen Sechsgang-Getriebes lassen sich gleich zwei Möhren mit einem Mustang erlegen. Zum einen macht der Gangwechsel innerhalb des sehr knackigen und mit sehr kurzen Schaltwegen ausgestatteten Getriebes Spaß. Und zum anderen lassen sich satte 1,6 Liter Super Benzin auf 100 Kilometern sparen - in Zahlen ausgedrückt 8,2 statt 9,8 Liter. In Reichweite ausgedrückt bedeutet dies einen Vorteil von über 100 Kilometern pro 59 Liter-Tankfüllung. Für die, die mit ganz spitzem Bleistift rechnen: Die Kfz-Steuer beträgt beim Automatik-Mustang 306 Euro, beim Handschalter 224 Euro pro Jahr. Hier wird Schaltfaulheit so richtig bestraft.

Ein weiterer Vorteil des manuellen Getriebes ist, dass der Fahrer ab und an von der in drei Stufen in ihrer Empfindlichkeit regelbaren Lenkung abgelenkt wird. Denn so richtig sportlich direkt wird sie selbst im Sportmodus nicht. Spätestens an dieser Stelle kann der Mustang mit der Zahnstangenlenkung inklusive elektrischer Servounterstützung seine amerikanischen Wurzeln nicht mehr verleugnen. Zudem macht sich sein Gewicht von 1,7 Tonnen bei schnellen Richtungswechseln, sprich Ausweichmanövern, bemerkbar. Er schwingt ein wenig mit seinem J. Lo-Hintern nach. Geübte Fahrer können das natürlich mit einem beherzten Tritt aufs Gas im korrekten Drehzahlbereich ausnutzen und die Kurven komplett quer nehmen. Doch sollte davon selbstverständlich im öffentlichen Straßenverkehr Abstand genommen werden.

Ebenfalls einen gehörigen Abstand, und zwar vom Fahrersitz bis zum vorderen Stoßfänger, hat der Fahrer selbst. Die von zwei Sicken geprägte Motorhaube wirkt schon auf den ersten Blick gewaltig und zugleich ein wenig angsteinflößend. Ob da nun ein Vier- oder Achtzylinder drunter steckt, lässt sich nicht sofort erahnen. Umso schneller gleitet der Blick von Mustang-Fans dann natürlich auf die seitliche Flanke. Prangt dort kein großes 5.0, ist es klar. Zumindest dann, wenn der Besitzer eines 5.0-Mustangs nicht auf den Wegfall der verräterischen Typbezeichnung Wert gelegt hat. Abgesehen von der schier endlosen Metallfläche im unteren Bereich des Fahrer-Sichtfelds hat sich Ford im Innenraum richtig Mühe gegeben. Vor allem ein kleines aber feines Detail, sorgt stets für gute Laune. Im oberen Bereich des Tachos steht in großen Lettern der in der Luftfahrt navigatorisch wichtige Begriff der Ground Speed. Dass das Fahrzeug mit seinen 234 Kilometern pro Stunde gerade eben an der Geschwindigkeit knabbert, die ein Verkehrsflugzeug zum Abheben braucht, spielt dabei ausnahmsweise Mal keine Rolle. Alles in allem bietet der 2,3 EcoBoost-Mustang nur den Autofahrern keine Alternative zum großen Bruder, die auf der Autobahn gern bis Tempo 250 fahren, einen etwas maskulineren Klang und etwas stärkeren Antritt mögen sowie einen Tankwart zum Freund haben. Für alle anderen und besonders für den Stadtverkehr ist der Kleine völlig ausreichend.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.