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In Kanada angehalten Tesla rast mit 150 km/h über Highway – Fahrer macht Nickerchen

Ein Tesla Model S an der Ladesäule. Das Auto darf in Kanada autonom fahren, der Fahrer muss jedoch die Hände am Lenkrad haben.
Ein Tesla Model S an der Ladesäule. Das Auto darf in Kanada autonom fahren, der Fahrer muss jedoch die Hände am Lenkrad haben.
© Charles Krupa/ / Picture Alliance
Die kanadischen Behörden werfen einem Mann vor, in seinem Wagen geschlafen zu haben, während dieser mit 150 Stundenkilometern über die Autobahn raste. Im Dezember muss sich der 20-Jährige vor Gericht verantworten.

Geisterfahrer gibt es immer mal wieder, Geisterautos hingegen sind eher die Ausnahme. Auf einem Highway in Kanada war Anfang Juli jedoch ein eben solches unterwegs. Diesen Eindruck zumindest hätte der geneigte Beobachter gewinnen können, als ein Tesla Model S scheinbar ohne Passagiere an Bord mit rund 140 Stundenkilometern über eine Schnellstraße im Bundesstaat Alberta raste. Der Wagen beschleunigte sogar zunächst noch auf gemessene 150 km/h, als sich die hinzugerufene Polizei samt Notbeleuchtung hinter das Auto setzte. "Niemand sah aus der Windschutzscheibe, um zu sehen, wohin das Fahrzeug fährt", wird Sergeant Darri Turnbull in mehreren Medien zitiert. "Es sah aus, als wäre niemand in dem Wagen."

Tatsächlich saßen aber zwei Menschen an Bord, Fahrer und Beifahrer. Die hatten jedoch, so beschreibt es die kanadische Polizei, ihre Sitze komplett heruntergefahren und sollen geschlafen haben. Die Polizei machte sich bemerkbar und hielt den Tesla an. Der 20-jährige Fahrer erhielt eine Anzeige wegen zu schnellen Fahrens sowie eine 24-Stunden-Fahrsperre wegen Müdigkeit.

Polizei erweitert Anklage gegen den Mann

Nun, rund zwei Monate später, hat die zuständige Staatsanwaltschaft die Anklage nach Beratungen mit Bundesbehörden erweitert. Dangerous Driving, gefährliches Autofahren, wirft man dem 20-Jährigen nun vor. In Kanada dürfen autonomfahrende Fahrzeuge wie der Tesla S zwar selbstständig fahren. Der Fahrer muss jedoch zu jederzeit die Hände am Steuer haben und bereit sein einzugreifen. Ein Nickerchen in waagerechter Entspannungslage ist selbstredend nicht erlaubt.

Im Dezember muss sich der mutmaßliche Verkehrssünder nun vor Gericht verantworten. Welche Strafe ihm droht, geht aus der Pressemitteilung der Polizei nicht hervor. Sergeant Turnbull aber betonte, dass er seit 23 Jahren Polizist sei und den Großteil davon im Straßenverkehr im Einsatz: "Und ich bin sprachlos. So etwas habe ich nie zuvor gesehen, aber die Technik gibt es natürlich auch noch nicht so lange."

Die Tesla-Fahrzeuge der aktuellen Generation können dank mehrerer Assistenzsysteme quasi allein fahren. Der Autopilot vereint dabei die adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung, den Spurhalteassistenten, autonomes Parken und neuerdings selbstständige Spurwechsel. Acht Kameras, Radar- und Ultraschallgeräte sorgen dafür, dass das Auto weiß, wo es sich befindet.

Quellen: Kanadische Polizei / BBC / CNN / "The Verge"

fin

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