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Megatrend SUV: Die Kunden stehen auf Geländelook

Nichts verkauft sich so gut wie ein SUV, Autos mit Outdoor-Aussehen stehen bei den Käufern ganz oben auf der Wunschliste. Auf der IAA wird eine ganze Armada von Geländegängern vorgestellt: Ökologisch korrekte Winzlinge sind nicht dabei.

Die IAA wird zum Laufsteg der Sport-Utility-Vehicle (kurz: SUV). Von allen Fahrzeugformen wächst dieses Segment am stärksten. Aus rauen Offroadern wurden immer urbanere Fahrzeuge, aber die Grundform ist geblieben. Kaum ein Autohersteller kann es sich noch erlauben, auf diese Fahrzeugklasse zu verzichten. Neuerungen rund um alternative Antriebe müssen noch um die Akzeptanz beim Kunden kämpfen, anders die SUV: Sie sind so begehrt, dass es fast keine Modelle ohne lange Wartezeiten gibt.

Starteten Hersteller und Importeure Ender der 90er Jahre in den oberen Klassen nur mit einem einzigen SUV-Modell, so bieten Premiumfirmen wie Audi oder BMW mittlerweile ebenso mehrere Modellreihen mit Geländegenen an. Die Verkäufe laufen bestens – die Wartezeiten sind gigantisch. In den Klassen darunter sieht es kaum anders aus. "Wir haben bei unserem Kia Sportage derzeit einen Bearbeitungsstand von 60.000 Fahrzeugen", erklärt Benny Oeyen, oberster Produktplaner von Kia, "die arbeiten wir erst einmal ab. Unser Händler müssen lernen, mit solchen Wartezeiten umzugehen. Bis vor fünf Jahren haben wir allein eine Grundversorgung zu Kampfpreisen angeboten. Jetzt sind viele Fabriken ausverkauft, und die einzelnen Regionen streiten um Autos."

Wunsch nach Individualisierung

So wie bei Kia sieht es derzeit auch bei vielen anderen Firmen aus. BMW hat von den drei deutschen Premiumherstellern bei den Crossovern die Nase vorn. Mit BMW X3 und X1 sind gleich zwei Modelle unter den Besten der SUV-Zulassungsstatistik vertreten. Audi wird mit dem neuen Q3 bald aufholen, der dann den ebenfalls prächtig positionierten Q5 unterstützt. In den letzten beiden Jahren haben immer mehr Hersteller in der Mittelklasse einen SUV positioniert. Familien, die früher überzeugt in einem Van oder Kombi unterwegs waren, entscheiden sich für einen Crossover. Die hohe Sitzposition, das gute Platzangebot und der (optionale) Allradantrieb sind dabei die am häufigsten genannten Kaufgründe. Ein ungenannter Grund ist der Wunsch, sich von der breiten Masse abheben zu wollen. Kein Wunder, dass es BMW mit X1, X3, X5 und X6 nicht genug sein lassen will, und an einem besonders sportlichen BMW X4 werkelt. Das wäre Modell Nummer fünf – ohne Mini.

Sich mit einem SUV von der Masse abzuheben, ist mit einem SUV in den letzten Jahren schwer geworden. Wer auf die Straße blickt, sieht mittlerweile SUV jeder Größe und fast jeder Marke. Wer sich hier in Szene setzen will, muss etwas mehr Intelligenz und Kreativität aufwenden. Ein Fahrzeug wie der anfangs mit Kopfschütteln bedachte BMW X6 zeigt, dass es beim Kauf eines SUV längst nicht um Praktikabilität gehen muss. Der BMW X6 bietet weit weniger Nutzen als sein Bruder X5 – doch er ist mit seinem Coupédesign einfach anders. Das kommt an. Kein Wunder, dass Mini im nächsten Jahr eine zweitürige Version des Countryman nachlegt und auch bei Mercedes und Audi kräftig an einer Symbiose aus luxuriösem Crossover und Coupé getüftelt wird.

Der deutsche Markt ist dabei ein Spiegelbild internationaler Trends. Weit über 50 SUV-Modelle gibt es hierzulande. Der Marktanteil liegt in manchen Monaten um die 15 Prozent – Tendenz steigend. Daran haben auch Schadstoff- und Benzinkostendiskussionen nichts geändert. Selbst Maserati bringt auf Basis des Jeep Grand Cherokee bald einen luxuriösen SUV auf den Markt. Auch bei Bentley gibt es ähnliche Überlegungen. Dieses Segment ist – egal in welcher Klasse – ertragreich. Die Kunden geben gerne ein paar Euro mehr für Motorisierung und Ausstattung aus.

Ende des Dieselzeitalters

Da unterscheiden sich asiatische Bestseller wie Toyota RAV4, Hyundai ix35 oder Nissan Qashqai nicht von Audi Q7 oder einem Mercedes GLK. Mazda zeigt auf der IAA seinen neuen Crossover CX-5. Neben Allradantrieb gibt es sparsame Skyactiv-Motoren, sportliches Design und absatzfreundliche Mittelklassedimensionen. An einen echten Geländewagen denkt bei Mazda CX-5, Renault Duster oder dem ebenfalls erfolgreichen Skoda Yeti niemand. Doch auch die großen Crossover und echten Geländewagen wie Mercedes G-Klasse, der neue Mercedes ML, der betagte Audi Q7 oder der Range Rover laufen prächtig. Range Rover bringt in Frankfurt erstmals in seiner Geschichte ein kleineres Mittelklassemodell, den Range Rover Evoque. Auch er wird als drei- und viertürige Version mit Coupégenen wohl vortrefflich ankommen. Das steht schon vor dem offiziellen Marktstart fest. Wer es noch modischer mag, interessiert sich für Modelle wie Nissan Juke, Mini Countryman oder wartet auf den mehrfach verschobenen Alfa-Crossover. Auf der IAA gibt es unter anderen den neuen Renault Koleos und den lang erwartete Honda CR-V zu bestaunen. Der Markt scheint keine Grenzen zu kennen.

Volkswagen stellt mit dem Tiguan den deutschen Bestseller und denkt über eine Ausweitung des SUV-Doppelpacks aus Tiguan und Touareg nach. Besonders ein kleiner Crossover mit Polo-Dimensionen ist denkbar – oder eine rustikale Passat-Variante. Dabei gilt die Maßgabe, dass die meisten SUV sich in Europa als Diesel verkaufen. Der große Dieselboom dürfte mit den nächsten schmerzhaften Abgasgrenzen und hohen Kosten für die Abgasreinigung jedoch vorbei sein. Insbesondere bei kleineren Modellen werden sich auch im SUV-Segment mehr und mehr aufgeladene Benziner etablieren. Dabei dürften die erfolgreichsten Modelle ihren Liebhabern die Wahl lassen, ob Allradantrieb oder nicht. Diejenigen, die nur Hinter- oder Vorderachse antreiben, bleiben im Kern unverändert eine Mogelpackung. Und welcher Kunde möchte nicht wissen, dass es jederzeit könnte – wenn er nur wollte.

Stefan Grundhoff/Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.