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Mercedes-Benz B-Klasse Electric Drive: Doppelter Boden

So langsam ist das elektrische Sextett der deutschen Autohersteller in der Kompaktklasse komplett: Opel Ampera, BMW i3, E-Golf, naja: Audi A3 Sportback e-tron, Ford Focus Electric - und nun die B-Klasse Electric Drive von Mercedes-Benz.

Kalifornien lässt grüßen: Antrieb und Energiespeicher der B-Klasse Electric Drive stammt von Tesla, an denen Mercedes-Benz seit 2009 beteiligt ist. Noch ziert denn auch der Tesla-Schriftzug die Motorabdeckung unter der Fronthaube der Prototypen. Entsprechend ausgereift ist das System. Der Motor leistet 130 kW/177 PS und liefert von der ersten Umdrehung an ein maximales Drehmoment von 340 Nm - eine der stärksten Motorisierungen, die Mercedes für die B-Klasse im Angebot hat. Für den Spurt von 0 auf 100 km/h reichen dem Stromer 7,9 Sekunden, bei 160 km/h wird automatisch abgeregelt, um die Reichweite (bis zu 200 Kilometer) zu schonen.

Fahren lässt sich die 4,36 Meter lange elektrische B-Klasse mit dem von E-Fahrzeugen gewohnten Spaß: Die Beschleunigung setzt sofort mit der gesamten Kraft ein, die angetriebenen Vorderräder suchen kurz Halt im Asphalt, bevor die Schlupfregelung greift - und dann geht es stetig vorwärts. Auch bei der B-Klasse bleibt der Vorwärtsdrang konstant: Kein Ermüden etwa bei 60 oder 80 km/h, wie noch bei den frühen Generationen von Elektrofahrzeugen. Das alles wie gehabt fast lautlos - bei höherem Tempo liefern Wind- und Abrollgeräusche die einzige Soundkulisse. Damit so viel Stille nicht arglose Fußgänger erschreckt, haben die Mercedes-Ingenieure einen Sound-Generator eingebaut, der im Geschwindigkeitsbereich zwischen einem und 30 km/h einen leichten Motorensound in Fahrtrichtung abstrahlt.

Ansonsten unterscheidet sich die elektrische B-Klasse außen wie innen wenig von der herkömmlich motorisierten. Von Anfang an hatte Mercedes bei der B-Klasse einen doppelten Boden eingebaut, der unter dem Fahrgastraum genügend Platz für diverse elektrische Konzepte bietet. Der Akkupack im mittlerweile modifizierten Unterboden sorgt nebenher für einen niedrigen Schwerpunkt, der dem Fahrverhalten des kompakten Schwaben-Vans zugute kommt. Verglichen mit der herkömmlichen B-Klasse bringt die Elektroversion zudem gut 200 Kilogramm mehr Gewicht auf die Achsen. Das Platzangebot innen ist fast schon üppig - da die Stromspeicher erst unter den Frontsitzen beginnen, sitzt man vorne mit weitgehend normal angewinkelten Beinen. Der Kofferraum fasst wie gehabt 486 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rücksitze auf bis zu 1545 Liter erweitern. Die Platzierung des crashsicheren Akkus relativ weit hinten im Fahrzeugboden sorge auch dafür, dass Unfälle wie beim Tesla S nahezu ausgeschlossen seien, sagt Testleiter Jochen Eck. Beim Tesla hatten von der Straße hochgeschleuderte Teile den Unterboden durchschlagen und den Akku in Brand gesetzt. "Bei uns würden in solchen Fällen die Teile gar nicht weit genug geschleudert werden, um bis in den Bereich des Akkus zu kommen", unterstreicht Eck.

Hinter der Klappe, die bei der B-Klasse sonst den Einfüllstutzen für Benzin- oder Dieselkraftstoff verbirgt, ist bei der B-Klasse Electric Drive der Ladestecker zu finden. Ankoppeln lässt sich zwar jede normale Haushaltssteckdose - aber dann dauert die Ladezeit inakzeptable zehn Stunden. Schneller geht es an speziellen Ladestationen. Genug Energie für 100 Kilometer Reichweite ist an einer 400-Volt-Steckdose binnen 1,5 Stunden nachgeladen. Wer bei der Reichweite gelegentlich noch einen kleinen Nachschlag braucht, der drückt vor dem Aufladen einen Boost-Knopf am Armaturenbrett. Dann nutzt das Ladesystem die Kapazität des Akkus intensiver aus und sorgt für rund 30 Kilometer mehr. Außer per Steckdose lädt die B-Klasse ihren Akku auch beim Fahren auf. Dazu gibt es drei Modi, die über die Schaltpaddel am Lenkrad eingestellt werden können: Im Segel-Modus rollt der Wagen zum Beispiel auf der Autobahn eine gefühlt ewige Strecke, ohne dass ihn der Motor weiter vorantreiben muss. Das spart Strom. Bergab sorgen zwei unterschiedlich starke Rekuperationseinstellungen wie eine Motorbremse für Verzögerung und speisen den dabei gewonnenen Strom in den Lithium-Ionen-Akku ein, der 28 Kilowattstunden fasst.

Von der Ausstattung her wird die elektrifizierte B-Klasse mit so ziemlich allem zu bestellen sein, was die Stuttgarter Hochregale hergeben. Eine Reihe von Assistenzsystemen, für die sonst Aufpreise fällig werden, sollen serienmäßig verbaut sein - zum Teil schon systembedingt. Die Automatikfunktion des E-Antriebes etwa muss in der Verbrennerversion mit 2200 Euro extra per Doppelkupplungsgetriebe erkauft werden. Serienmäßig an Bord sind etwa auch ein Becker-Navigationssystem oder ein radargestütztes Kollisionswarnsystem. Die bei Elektrofahrzeugen ansonsten eher übliche Zurückhaltung was schwere oder stromfressende Einbauten angeht, mag man bei Mercedes-Benz nicht teilen. "Man kann zum Beispiel jeden Sitz bestellen, den es für die B-Klasse auch sonst gibt", verspricht Mercedes-Entwicklungsleiter Jürgen Schenk.

Was bei Mercedes fehlt ist ein ähnlich ausgeklügeltes Softwarepaket, wie es zum Beispiel BMW im i3 anbietet. Zwar lässt sich auch bei dem Schwaben per Smartphone fernsteuern, wann sich die Heizung morgens anstellen soll oder der Ladezustand der Batterie erkunden. Und das Navigationssystem zeigt die potenzielle Reichweite auf der Karte angepasst an die Topografie der Straßen. Aber die Bayern zeigen darüber hinaus auch an, welche Ladesäulen im Umkreis gerade belegt sind oder mit welchen anderen Verkehrsmitteln man womöglich besser ans Ziel kommt. Über die Preise für die elektrische B-Klasse mag man bei Mercedes-Benz noch nicht viel Konkretes sagen. "Wir werden damit passgenau im vergleichbaren Umfeld sein", verspricht Jürgen Schenk. Was dann übersetzt so viel heißen dürfte wie: in Deutschland so um die 36.000 Euro plus. Das hört sich zwar üppig an - läge aber durchaus in Reichweite des bisher teuersten B-Modells der Marke: Der 220 CDI kostet auch schon mindestens 35.611 Euro. Bei etwas weniger Leistung und kargerer Ausstattung. Im Frühjahr soll die elektrifizierte B-Klasse zunächst in den USA angeboten werden. Deutschland steht erst im Herbst auf der Liste.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.