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Mercedes V 300d: Leistungsanspruch

Mercedes überarbeitet seine V-Klasse, um dem T6-Transporter von Volkswagen weiter einzuheizen. Jedoch haben es die Schwaben allzu zurückhaltend angehen lassen, ihr Erfolgsmodell aufzufrischen.

Mercedes V 300d - optisch kaum als neues Modell zu erkennen

Mercedes V 300d - optisch kaum als neues Modell zu erkennen

Er ist neu, überarbeitet, aufgefrischt oder hat neudeutsch ein Facelift bekommen und kaum jemand dürfte es wahrnehmen. Die wichtigste Neuerung sieht man bei einem Blick auf den Heckdeckel, denn längst überfällig ist die Mercedes V-Klasse mit einem kraftvolleren Dieselmotor zu bekommen. Bisher war beim 250er Schluss, jetzt wird eine Stufe draufgesattelt. Leider kein Sechszylinder, der der ebenso imageträchtigen wie imposanten V-Klasse nur allzu gut getan hätte; aber eben die stärkere Leistungsvariante in Form eines V 300d mit 176 kW / 239 PS und einem Drehmoment von 500 Nm. Dabei muss man kein Kurvenjäger sein, um sich für den neuen 300er zu entscheiden, denn der Großraumvan von Mercedes ist ein üppig dimensioniertes Fahrzeug, das selbst in der Kurzversion knapp 2,2 Tonnen auf die Waage bringt. Egal ob mit bis zu acht Personen oder jede Menge Urlaubsgepäck unterwegs, steht dem T6-Konkurrenten jede Pferdestärke mehr gut zu Gesicht und daher fällt es leichter als leicht, die schwächeren Versionen von V 220d und V 250d mit 163 und 190 PS links liegen zu lassen. Die verbrauchen identisch motorisiert mit 5,9 Litern Diesel das gleiche und haben nennenswert weniger Dampf.

Leistungsanspruch
Mercedes V 300d - optisch kaum als neues Modell zu erkennen

Mercedes V 300d - optisch kaum als neues Modell zu erkennen

0 auf Tempo 100 in 7,8 Sekunden, dazu 220 km/h Spitzentempo und eine neu verbaute Neungang-Automatik, die so dezent im Hintergrund ihre Arbeit verrichtet, wie man es sich von einem Getriebe wünscht. Auch 4,90 Meter lange Mercedes V 300d mit normalem Radstand, wie die schwächeren Modelle ebenfalls als Allradversion zu bekommen, ist nur ein Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum. Das wird einem nicht nur beim Kaltstart, sondern auch bei normaler Fahrt schnell klar, denn die Vierzylinder-Diesel ist recht deutlich akustisch als solcher zu vernehmen und Motorvibrationen machen auch vor dem edlen Innenraum nicht halt. Dafür ist man kraftvoller als je zuvor unterwegs, denn der neue Motor bewegt den Transporter, der sich bestens als Familien- oder Shuttlefahrzeug einsetzen lässt, deutlich munterer und kraftvoller als bisher. "Mit der Modellpflege bekommt die V-Klasse den Vierzylinder-Diesel OM 654 von Mercedes. Dieser ist besonders effizient und sauber", so Dr. Ulf Zillig, Leiter Entwicklung Mercedes Vans, "in der Leistungsstufe V 250 d liegt die Kraftstoffeinsparung beispielsweise bei über zehn Prozent im Vergleich zum Vorgänger.2 Gleichzeit ist die neue V-Klasse mit ihrer neuen Top-Motorisierung, dem V 300 d, noch dynamischer unterwegs. Das ist Benchmark im Segment." 2020 wird die V-Klasse auch als 204 PS starke Elektroversion auf den Markt kommt; dann allerdings mit Frontantrieb und ohne Allradoption. Die lange Zeit geplante Plug-In-Variante wurde gestrichen. Wer elektrisch fahren will, soll auf einen reinen Elektromotor setzen.

So dünn sich die Überarbeitungen außen präsenteren, so blass sieht es auch im Innern aus. Schwer verständlich, wieso der große Transporter-Bruder Mercedes Sprinter das neue Bediensystem MB-UX herumfährt und in der deutlich edler positionierten V-Klasse das betagte Bediensystem mit kleinem Bildschirm und deutlich weniger Funktionen tun muss, während die Konkurrenz mit üppiger Vernetzung und neuen Bedienmöglichkeiten auf Kundenfang geht. Statt einer Touch-Funktion gibt es weiterhin den betagten Dreh-Drück-Steller mit dem Touchpad, der zwar schick aussieht, im Vergleich zur Konkurrenz jedoch nicht überzeugen kann. Gewachsen ist dagegen der Komfort im Innenraum, denn die Fahrgeräusche werden nicht nur Dämmglas besser gedämmt, sondern die Passagiere hinter den elektrischen Schiebetüren sitzen auf Wunsch nicht nur auf schnöden Bänken. Erstmals kann man sich hier auf klimatisierten Ledersitzen oder gar den zuvor nur in China erhältlichen Luxussesseln betten, die sich elektrisch auch in die Liegeposition bringen lassen. Nachgelegt hat Mercedes bei den Fahrerassistenzsystemen. Neben dem Seitenwindassistenten gibt es nunmehr eine praktische Notfallbremsung. Der Basispreis für den Mercedes V 300d mit normalem Radstand (3,20 m) liegt bei 54.513 Euro. Die längeren Versionen mit kosten 55.454 Euro (Gesamtlänge 5,14 m) sowie 56.334 Euro (5,37 Meter).

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.