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Mini All4 Racing Dakar: Countryman auf Steroid

Mini will auch bei der diesjährigen Rallye Dakar der Konkurrenz die Auspuffrohre zeigen. Damit das Ziel gelingt, wurde ein extremer Bolide auf die Räder gestellt.

Der Feldweg ist eigentlich nur etwas für Traktoren. Bestenfalls noch für Unimogs oder andere Spezial-Kraxler. Die würden sich Meter um Meter den Hang nach oben kämpfen. Doch der Mini All4 Racing brettert den Trampelpfad hoch, als ob es kein Halten gebe. Schrittgeschwindigkeit? Fehlanzeige. Mit rund 90 km/h knüppelt Dakar-Pilot Joan "Nani" Roma den kompromisslosesten aller Minis den Berg hoch. Maximal sind 185 km/h drin. Doch die will man in diesem Moment so gar nicht erleben. Als Beifahrer wünscht man sich, beim Frühstück die Nahrungsaufnahme verweigert zu haben. Im Cockpit mit dem formidablen Überrollbügel herrscht ein infernalischer Lärm: Die Verbrennungs-Sonate des herkömmlichen BMW Drei-Liter-304-PS-Diesels wird vom Pfeifen der Turbolader untermalt. Geräuschdämpfung bringt zusätzliches Gewicht. Ist also überflüssig.

Also gibt es heftig was auf die Ohren. Doch das ist das geringste Problem. Denn das 1,9-Tonnen-schwere Gefährt nimmt keine Rücksicht auf Bodenunebenheiten oder die Befindlichkeiten empfindlicher Magennerven. Die monströsen Federn lassen die Mischung aus Beach-Buggy und Mini Countryman selten den Kontakt zum Untergrund verlieren. Selbst Felsbrocken oder Schlaglöcher, die einem Serienfahrwerk den Garaus machen würden, schluckt das modifizierte Fahrwerk dank des 25-Zentimeter-Federweges und knapp 30 Zentimeter Bodenfreiheit problemlos. Und wenn der Mini All4 Racing einmal abhebt, dann gibt es kein langes Nachfedern. Eine Auf-Und-Ab-Bewegung der Karosserie. Das war\'s. Ohne die Trägergurte, die einen in den Schalensitz pressen, wäre man ohnehin nur ein Spielball der G-Kräfte.

Wenn man sich als Normal-Sterblicher schon nach einigen Kilometern bis auf das Knochenmark durchgerüttelt fühlt, welche Höllenqualen muss dann erst der Co-Pilot erleiden, der zusammen mit Nani Roma die Rallye Dakar, die am 5. Januar startet, absolviert. Bei der härtesten Rallye der Welt gibt es nur einen Modus: volle Attacke. Dann geht es ohne Rücksicht auf Verluste in diesem Brutalo-Gerät über 9.000 Kilometer über Stock und Stein durch Südamerika. Das hochbeinige Brachial-Vehikel hat so gar nichts von dem Mini-Kindchen-Schema. Auch wenn die Scheinwerfer und Frontscheibe identisch zum Serien-Countryman sind. Dass diese kompromisslose Rennmaschine mit einem normalen Mini nicht mehr viel gemein hat, wird auch beim Anblick des Cockpits klar. Der Arbeitsplatz der Piloten ähnelt dem eines Lufthansa-Kapitäns. Das Carbon-Armaturenbrett ist übersät mit Schaltern und Knöpfen, die dem Piloten die Kontrolle über sein Fahrzeug geben. Zwei Hebel zwischen den Sitzen sind für die beiden hydraulisch aktivierten Wagenheber - rechts und links. So kann der Rallye-Bolide per Knopfdruck angehoben werden. Das erleichtert das Freischaufeln, wenn das Gefährt einmal im Wüstensand steckenbleibt.

Zentrales Element ist das digitale Display, mit dem sich Informationen, wie Öltemperatur, Drehzahlen, den eingelegten Gang oder eine Vielzahl anderer Motordaten jederzeit abrufen lassen. "Bei der Dakar gibt es keine Telemetrieverbindung mit der Box, wie in der Formel 1. Da müssen wir alles im Blick haben", erklärt Nani Roma. Ganz wichtig ist der Ladedruck der Turbolader. Das sequentielle Sechsganggetriebe wird mit einem langen Gangknüppel geschaltet, daneben ist die Handbremse, mit der sich der Dakar-Mini auch steuern lässt. Auch der Allradantrieb mit seinen drei Differentialen lässt sich präzise dirigieren. Das geschieht mit drei Drehknöpfen, die sich zwischen den Sitzen befinden: einer für das vordere Differential, einer für das mittlere und einet für das Hinterachsdifferential. So wird der Kraftfluss präzise gesteuert. Wenn es auf engstem Raum mit Voll-Karacho um enge Kurven geht, braucht man die ganze Kraft auf den Hinterrädern um einen perfekten Drift hinzulegen.

Im Tank befinden sich fast 400 Liter. Das reicht bei dem Offroad-Geschoss für maximal 800 Kilometer. Schließlich laufen bei Voll-Last rund 50l/100 km durch die Brennräume. Das entspricht der Vorgabe des Dakar-Reglements. Von dem Mini All4 Racing Dakar gibt es gut ein Dutzend. Preis: rund 800.000 Euro. Entwickelt wird der Wüsten-Renner in Kooperation vom österreichischen Auto-Zulieferer Magna Steyr und dem X-Raid-Team des Dakar-Haudegens Sven Quandt. Innerhalb von drei Wochen ist der außergewöhnliche Mini fahrbereit. Vier Werks-Teams schickt Mini in die unbarmherzige Materialschlacht durch Südamerika namens Rallye-Dakar. Quandts XRaid-Team gehört nach den Siegen in den letzten beiden Ausgaben zu den Favoriten. Angeführt wird die deutsch-britische Armada von Vorjahressieger (in einem Mini) Stephane Peterhansel. Aber auch Joan "Nani" Roma hat gute Chancen, ganz vorne mitzumischen.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.