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Toyota Setsuna Concept: Mini-Auto - gebaut wie eine Luxusyacht

Auf der Mailander Design Woche zeigt Toyota ein Meisterstück aus Holz. Das Setsuna Concept ist das Gegenteil der gesichtslosen Massenproduktion von heute. Es ist gebaut, wie ein handgemachter Chronograf und erinnert an eine Luxusyacht.

Gebaut wurde das Toyota Setsuna Concept  als Einzelstück von Kenji Tsuji und einem Team von Toyota Ingenieuren. Ganz absichtlich wählten sie japanisches Holz zum Bau. Weil es ein hoch individuelles Material  ist und gut gepflegt nicht altert. Es  gewinnt Charakter, wenn sich Farbe und Textur im Laufe der Jahre verändern. Die Setsuna ist kein Gebrauchsgegenstand, sondern ein Kunstwerk. Mit dem Modell knüpft der weltgrößte Autobauer, dessen Modelle manchen Kritikern als charakterlos erscheinen, an alte japanische Handwerkstraditionen an. Deren Geist offenbar in den Toyota Ingenieuren noch lebendig ist. Kenji Tsuji: "Wir haben verschiedene Holzsorten  ausgesucht. Japanische Zeder für die Außenpaneele und Birke für den Rahmen." Um die Teile zu montieren, wurden traditionelle japanische Holzverbindungen benutzt. Die Okuriari-Technik kommt ohne Metall aus und erfordert großes handwerkliches Geschick. Ihre Besonderheit: Die verbundenen Teile können ohne Werkzeug und Mühe wieder gelöst werden, doch unter Belastung halten sie fest zusammen. Als weitere Besonderheit gibt es einen 100-Jahres-Chronometer. Er ist ein Zeichen, dass die Setsuna von Generation zu Generation weitergeben wird.

Der Name des Zweisitzers leitet sich vom japanischen Wort für "Moment" ab – und er soll an die Augenblicke erinnern, die man n diesem Automobil erleben kann. Die nur etwa drei Meter lange Studie erinnert an ein Holzboot.  Einige Applikationen aus gebürstetem Metall vollenden den Yacht-Look des Konzeptfahrzeugs. 

Die Setsuna ist - leider - kein seriennahes Konzeptfahrzeug. Sondern eine Meditation des Toyota-Konzerns über das Zusammenspiel von moderner Technik und traditioneller, humaner Handwerkskunst. Ein Gedankenspiel darüber, was wohl möglich wäre, wenn die japanischen Handwerker des 19. Jahrhunderts mit den Technikern von heute zusammen arbeiten würden.

 Zu sehen ist das Concept Car auf der Milan Design Week in der Via Tortona 31 in Mailand vom 12. bis 17. April 2016.

Gernot Kramper

Wissenscommunity