HOME

Neuer VW-Skandal: Hat VW sich "Sauber-Diesel"-Forschung gekauft?

Der NDR erhebt schwere Vorwürfe gegen VW: Der Konzern soll Forschung zu Abgasen finanziert haben, um Gesundheitsgefahren von Diesel-Motoren klein zu reden und kritische Untersuchungen zu behindern.

Schwere Zeiten für VW , nach der Betrugssoftware droht nun ein Skandal um allzu geneigte Forschung. 

Schwere Zeiten für VW , nach der Betrugssoftware droht nun ein Skandal um allzu geneigte Forschung. 

Kommt nach dem Diesel-Gate wegen des Einsatzes von Betrugssoftware nun der nächste Skandal auf VW zu? Der NDR erhebt schwere Vorwürfe gegen Volkswagen und weitere Autobauer sowie die Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT).

Auto-Experte Axel Friedrich sagte dem NDR, dass Volkswagen, Daimler, BMW und Bosch die EUGT 2007 mit einem Ziel gegründet hätten: "Probleme nach unten zu spielen; das macht sie sehr erfolgreich." Die Aufgabe der EUGT sei es, immer neue Zweifel an den seit Langem bekannten Gesundheitsgefahren der Dieselpartikel und Stickstoffdioxide zu säen und immer neue Absicherungen zu verlangen. Friedrich hat Gewicht in der Branche. Er war langjähriger Abteilungsleiter beim Umweltbundesamt und gleichzeitig Mitgründer des amerikanischen Forschungsinstituts ICCT (International Council on Clean Transportation) - jenem Institut, das führend an der Aufdeckung des VW-Diesel-Skandals beteiligt war.

Irreführung durch geneigte Forschung

Internationale Medien haben die enge Verbindung von EUGT und Volkswagen schon länger kritisiert, nach Bekanntwerden des Dieselskandals wurden die Vorwürfe erneut laut. Vermutet wird eine Doppelstrategie des Konzerns: Mit Betrugssoftware wurden die Motoren künstlich sauber gemacht, gleichzeitig wird nun befürchtet, dass sogenannte "unabhängige" Experten für Untersuchungsergebnisse sorgen, die die Gefahren der Dieselabgase negieren.

Dazu muss man wissen, dass die deutsche Autoindustrie seit etwa 2007 große Anstrengungen unternimmt, um dem Diesel im US-Markt ein sauberes Image zu verleihen. Während in Deutschland der Dieselmotor seit Jahrzehnten eine starke Position im Pkw-Markt hat, galt er in den USA als öliger Stinker, der nichts in einem Pkw verloren habe. Zweifel an der Sauberkeit des Motors hätte die Clean-Diesel-Offensive der deutschen Hersteller kaum gebrauchen können.

Ähnliche Vorwürfe in der internationalen Presse

Ähnliche Vorwürfe konnte man im  "The Austalian" im Herbst lesen. Unter dem Titel "Volkswagen bezahlt Pro-Diesel-Forschung " ("Volkswagen funds pro-diesel health research") warnte der Schadstoffexperte James Tate: "Wenn die Autoindustrie versucht, so Einfluss auf die Debatte über Gesundheitsgefahren zu nehmen, ist das potenziell bedrohlich. Angesichts des möglichen Einflusses der Dieselabgase auf die Gesundheit  und der historisch einmaligen Diskrepanz zwischen den Labor-Daten und den echten Emissionen, ist es entscheidend, dass Wissenschaftler unabhängig arbeiten."

Auch die britische "The Times" erhob vergleichbare Vorwürfe. Sie stellten die Aussagen des EUGT den Warnungen des angesehen King's College London gegenüber. Nach Angaben des College sollen fast 9500 Menschen in Englands Hauptstadt als Folge der Luftverschmutzung jährlich sterben, hauptsächlich verantwortlich seien Partikel und Emissionen von Dieselmotoren, so das Blatt. Die EUGT aber lege nahe, "dass die wissenschaftlichen Daten nicht ausreichen, um eine Auswirkung von Stickoxiden auf die Bevölkerung nachzuweisen und dass nur die Gesundheit von bereits vorgeschädigten Personen, wie etwa Asthmatikern, von Diesel-Abgasen beeinflusst werden".

Betreibt die Branche eine Desinformationskampagne?

Sollten diese Vorwürfe zutreffen, wäre das eine klassische Troll- und Desinformationsstrategie, bei der anstelle eigener substanzieller Forschung nur Zweifel an anderen Theorien gesät werden. Analog zum Klimawandel könnte man dann sagen, der Vorwurf laute, dass VW eine Gruppe professioneller Diesel-Leugnern aushalte.

Die EUGT nennt sich selbst unabhängig, doch den Recherchen des NDR zufolge bestehen nicht nur finanzielle Abhängigkeiten, sondern auch enge personelle Verflechtungen. So soll der EUGT-Geschäftsführer Michael Spallek seine E-Mails bis vor Kurzem noch von einer VW-Adresse verschickt haben - inklusive einer Signatur des Konzerns.

Der Artikel des NDR: VW finanziert "unabhängige" Abgas-Forschung

Gernot Kramper
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.