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Volkswagen e-up!: Der neue Stromflitzer von Volkswagen

Mit dem e-up! steigt Volkswagen ab Herbst in den Markt der reinen Elektroautos ein - zum konkurrenzfähigen Preis. Wir waren mit dem kleinen Stromer schon mal unterwegs.

Bergfahrten sind (fast) ein Nullsummenspiel. Brav wieselt der weiße VW e-up! die engen Serpentinen hoch zum Silvretta-Stausee, überholt einen gelben Postbus und ein halbes Dutzend Radfahrer, die sich dort hoch kämpfen. Oben in 2.030 Meter Höhe angekommen, ist die Reichweiten-Anzeige von 150 auf unter 50 Kilometer abgeschmolzen. Kein Wunder: Der Kleine hat ganz schön arbeiten müssen.

Allein der Anstieg zum Stausee ist 15 Kilometer lang, hat 32 Kehren und Steigungen von bis zu 14%. Die Mountainbiker auf dem Weg nach oben hatten kaum so viel trinken können, wie sie an Schweiß vergossen. Und auch den kleinen Wolfsburger Stromer kostete der Aufstieg sichtlich Kraft. Elektroautos wie der e-up! und die energiezehrenden Bergstrecken - das kann nicht gut gehen.

Kann es doch. Gerade in den Bergen. Denn wer auf den Berg hinauf fährt, der fährt auch wieder hinunter. Und anders als Autos mit Verbrennungsmotor, bei denen der dabei verfeuerte Sprit unwiederbringlich verloren ist, holen sich E-Autos die bergauf eingesetzte Energie bei der Bergabfahrt zum größten Teil wieder zurück. Rekuperation heißt das Zauberwort: Stromer wie der e-up! füllen ihre Batterien mit der Energie, die sie beim Bremsen talwärts gewinnen und die bei Benzinern allenfalls die Bremsscheiben glühen lässt.

Rückgewinnung funktioniert

Der VW e-up! hat drei einfach über den Automatikhebel anwählbare Rekuperations-Stufen. Entsprechend stark ist die Bremskraft, die der Generator ausübt. Normalerweise hat man bergab den Fuß auf der Bremse oder einen niedrigen Gang eingelegt - der e-up! macht das von alleine. Der Lohn der gebremsten Talfahrt: Unten zeigt der Bordcomputer wieder eine Reichweite von über 140 Kilometern an. Während der Fahrt kann man zusehen, wie der Saft in die Batterien fließt.

Die Fahrwerte des Fronttrieblers sind ähnlich wie beim Benziner: Für den Spurt von 0 auf 100 km/h braucht der e-up! 12,4 Sekunden (der Benziner mindestens 13,2 Sekunden). Beim maximalen Drehmoment kommt der Benziner auf 171 Nm, der e-up! auf 210 Nm. Der Elektromotor vorne unter der Haube schafft 60 kW/82 PS, der Benziner bringt es mit seinen drei Zylindern auf 55 kW/75 PS. Nur bei der Höchstgeschwindigkeit kann der Benziner mit 171 km/h wieder punkten. Das zahlt er dann allerdings auch mit einem offiziellen Durchschnittsverbrauch von 4,2 Litern Super auf 100 Kilometern.

Der e-up! wird an der Steckdose aufgefüllt. Und braucht dafür seine Zeit. Wer eine Gleichstrom-Schnelladesäule mit bis zu 40 kW zur Verfügung hat, der verschafft den entladenen Akkus binnen 30 Minuten wieder 80 Prozent ihrer Ladung. Der Anschluss für das Kabel liegt beim e-up! unter der Tankkappe. Alternativ lässt sich der e-up! auch an einer herkömmlichen Steckdose mit 2,3 kW oder über eine eigene Wallbox mit 3,6 kW aufladen. Dann dauert es entsprechend länger. Von den "Tankkosten" her liegt der e-up! bei weniger als der Hälfte der Benzinversionen. Die kommen bei einem Benzinpreis von 1,59 Euro pro Liter auf 6,68 Euro je 100 Kilometer. Für den e-up! gibt Volkswagen den nach NEFZ ermittelten Energiepreis pro 100 Kilometer mit "weniger als drei Euro" an.

Ohne weitere Nachteile

Im Alltag bringt der e-up! praktisch keine Nachteile zum Benziner. Abmessungen und Raumangebot sind gleich. Die Lithium-Ionen Akkus mit 18,7 kWh sind unter der Rückbank verstaut. Es gibt keine Einschränkungen beim Kofferraum. Und auch die Rückbank lässt sich problemlos umklappen, um den Laderaum bei Bedarf zu vergrößern. Das Gewicht der Batterien verschafft dem elektrifizierten und mit 1.130 Kilogramm rund 100 Kilo schwereren up! zudem einen niedrigeren Schwerpunkt, was seiner Straßenlage zugute kommt. Die 160 Kilometer Reichweite sind im Normalfall ebenso ausreichend - für einen Zweitwagen oder ein reines Stadtfahrzeug.

Vom Design her unterscheiden sich die up!s kaum. Der e-up! ist an Front, Schwellern und Unterboden aerodynamisch optimiert. Am auffälligsten sind die beiden bogenförmigen LED-Tagfahrlichter im Stoßfänger und die rollwiderstandsoptimierten Reifen auf den 15-Zoll-Leichtmetallfelgen. Angeboten wird er ausschließlich mit hochwertiger Ausstattung - dazu gehören unter anderem Navigationssystem, Climatronic, Multifunktionsanzeige, Frontscheiben- und Sitzheizung oder abgedunkelte Heckscheiben.

Im Umfeld ein gutes Angebot

Billig ist das ökologisch korrekte Fahren auch beim up! nicht gerade. Der e-up! wird ab einem Basispreis von 26.900 Euro zu haben sein. Die Benzin-Version dagegen gibt es bereits ab 9.975 Euro, mit Diesel ab 12.950 Euro. Obwohl der e-up! damit gut doppelt so teuer ist wie ein herkömmlicher VW up!, liegt er so schlecht nicht im Konkurrenz-Umfeld. Der deutlich spartanischere Mitsubishi i-MiEV und seine Derivate Peugeot Ion und Citroen C-Zero etwa steht mit rund 29.400 Euro in der Liste, Nissan will für den Leaf mindestens 33.990 Euro haben. Nur auf den ersten Blick preiswerter ist man mit dem Renault Zoe ab 21.700 Euro dabei - denn da kommt noch einmal eine monatliche Akku-Miete von mindestens 79 Euro drauf.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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