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Leben ohne festen Wohnsitz: Dieser Mann fuhr vor 33 Jahren spontan auf Weltreise - und ist immer noch unterwegs

Rolf Johannesson ist seit 33 Jahren unterwegs und genießt seine Freiheit. Eine lange Planung war dafür nicht nötig.

Rolf

Rolf Johannesson neben seinem roten MAN

Sein treuester Begleiter war ein alter Mercedes 1622 (das Kürzel steht für 16 Tonnen Gesamtgewicht und eine Leistung von 220 PS). Beim Kauf hatte die alte Möhre schon 1,2 Millionen Kilometer auf dem Buckel. Zehn Jahre und 70 bereiste Länder später sind noch einmal knapp 600.000 Kilometer dazu gekommen. Rolf Johannesson bezeichnet die treue Rostlaube als "Kultmobil". Schlappe 5000 Mark musste er dafür in den 80ern hinblättern. Eine alte Wohnkabine zum Aufsatteln gab es kostenlos dazu. Weitere Umbauten waren nicht nötig.

Das "Kultmobil". Mercedes 1622.

Das "Kultmobil". Mercedes 1622.

Wer ist der Typ?

Rolf Johannesson ist Anfang 50 und sieht aus als könnte er ordentlich zupacken. Sein Mercedes Kultmobil hat er nach einem einfachen Kriterienkatalog gekauft. Günstig sollte der Wagen sein, Ersatzteile sollte es überall geben und er muss sich auch im hintersten Winkel der Welt mit Standardwerkzeug reparieren lassen. Alles andere ist egal. Johannessons Motto: "Wenn du einen Traum hast, plane nicht zu lange! Eine Stunde ist ausreichend!" Auch die Umsetzung kann schnell gehen, eines seiner Autos hat Weltenbummler Johannesson in einer Stunde ausgebaut. Vier Schrauben und zwei Bretter waren dazu nötig. Ein Bett, ein paar Regale, ein paar große Wasserkanister und los gehts. Alles andere sei nur Träumerei und führe dazu, dass man doch nie los kommt, das ist Johannessons Philosophie.

Abwechslung muss sein

Johannesson liebt die Vielfalt, nicht nur in Bezug auf seine Reiseziele (165 Länder hat er mittlerweile bereist). Damit ihm nicht langweilig wird, wechselt er ständig seine motorisierten Begleiter. Sogar im Trecker war Johannesson schon unterwegs. Das allerdings vor allem in Deutschland. Rund 1200 Kilometer rumpelte er mit 18 Km/h durchs land, er Entdeckt dabei Langsamkeit. Der große Lastwagen war das billigste Reise-Gefährt. Am oberen Ende der Preisskala steht ein Land Rover Defender 110, den Johannesson als Neuwagen gekauft hat. Auch wenn er von dem günstigen Verbrauch (unter 15 Liter) schwärmt, ist er in der Seele ein LKW-Fahrer – auf den Defender folgte der MAN Kat – ein fetter Militär-Truck mit rund 40 Liter Verbrauch auf 100 Kilometern. Egal mit welchem fahrbaren Untersatz, Johannessons Geschichten sind geprägt von positiven Erfahrungen.

Die Entdeckung der Langsamkeit.

Die Entdeckung der Langsamkeit.

Nur einmal gerät die Welt aus den Fugen. Ein Unfall mit einem Geisterfahrer in Griechenland – mit voller Wucht. Der Geisterfahrer stirbt. "Mir selbst ist damals nichts außer meinem Leben geblieben", berichtet Johannesson.  Sein rollendes Heim war nur noch ein Haufen Schrott. Für den Globetrotter ist das die Bestätigung, sein Leben noch ein bisschen mehr zu genießen. "Andere träumen ihr Leben, ich lebe meinen Traum" sagt Johannesson. Damals war er mit einer umgebauten Fahrbücherei unterwegs – das einzige Auto in seiner Sammlung, bei dem der Ausbau länger gedauert hat. Inzwischen sind die Ausbauten wieder so pragmatisch wie eh und je. Um im Winter nicht zu frieren, ist er momentan mit einem Kühlanhänger unterwegs. Die Isolierung sorgt dafür, dass das Gefährt winterfest ist – ebenfalls ein Reisemobil zum Spartarif.

Günstiger Schlafplatz.

Günstiger Schlafplatz.

In den meisten Jahren steuert Johannesson 300 verschiedene Schlafplätze an. Und wenn er einmal krank wird? "Mehr als einen Schnupfen hatte ich noch nie" sagt er. Sein Lebensentwurf scheint ihm gut zu tun.

Wie finanziert man so ein Leben?

Benzin, Ersatzteile, Reparaturen – das gibt es alles nicht geschenkt. Johannesson betont, dass er nicht viel braucht und eine schicke Wohnung im Grunde teurer ist, als ein Schlaf-Auto. Rund 20.000,- benötigt Johannesson im Jahr. Ein kleines Auto wäre sogar noch deutlich günstiger. Um sich das leisten zu können, packt Johannesson an, wo er gebraucht wird. Er hat quasi für alles einen Führerschein, was einen Motor hat. Neben der LKW-Fahrerlaubnis besitzt er auch eine Pilotenlizenz. Auch bei der Arbeit ist Johannesson also am liebsten "on the road".

Heiner Walberg

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.