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Renault Altica: Im Glorienschein

Haute Couture in Blech. Renault steckt viel Zeit und Geld in die Entwicklung neuer Studien. Anders als bei vielen Firmen stecken diese Concept Cars tatsächlich neue Horizonte ab und sind nicht nur aufgemoppte Vorserienmodelle.

Von Gernot Kramper

Der Altica interpretiert die Idee des Sportkombis neu und versucht sich damit in einem spannenden Segment. Klassische Limousinen und Lademeister-Kombis können sich im modernen "Will-Haben"-Wettbewerb nur schwer gegen SUVs und Funfahrzeuge behaupten. Ein Sportkombi hingegen kann Begehrlichkeiten wecken, einen vernünftigen Verbrauch garantieren und dabei die nötige Variabilität bereitstellen. Die Vorzüge von Dynamik und Nutzwert treibt der Altica ins Extrem. Lange Haube und weite Frontscheibe zeugen von sportlichen Ambitionen. Mit der Zwei-Farben-Lackierung kleidet sich der Altica sehr trendy ein. Die sich gegenläufig öffnenden Flügeltüren geben einen großzügigen Innenraum frei. Extrem ungewöhnlich sind die hinteren Mosaik-Fenster oberhalb der Kotflügel.

Lasst tausend Blumen blühen

Das Interieur bricht gleich mit mehreren alten Zöpfen. Der Instrumententräger schwebt frei an Trägern aufgehängt. Beim Altica sind die Sitze fest montiert, Instrumente, Lenkrad und Pedale können auf die Größe des Fahrers eingestellt werden. Ein lichtes Raumgefühl verbreiten die luftigen Schalensitze unter dem Glasdach. Die meisten Details werden vermutlich nie Serienreife erlangen. Das beginnt schon bei den Flügeltüren. Technisch seit Ewigkeiten kein Problem, werden sie trotz der Machbarkeit nie in großen Serien verbaut. Und fixierte Sitze können auch eher als Gag gelten.

Frankreichs-Glorie

Die Dioden-Scheinwerfer werden mit Sicherheit Einzug in den Auto-Alltag halten. Im Tagfahr-Modus erzeugen sie einen Halo-Effekt (Lichtkranz) in den unzähligen Kerben der Scheinwerfer-Abdeckung. Im Stand kann das Fahrzeug mit einem Lichtschleier umgeben werden. Bislang werden derlei Effekte nur von Licht-Tunern angeboten. Dank Ausrüster Valeo wird der Trend zur Edel-Illumination bald in die Werkshallen der Serienfertigung rollen.

Ebenfalls bleiben wird die geniale Grundform. Hier hat man einen klassischen GT-Racer gepackt und hinten zu einem Kombi aufgeblasen. In der Grundform bleibt der verschärfte Eindruck eines Renners auch am Heck erhalten. Ausgerüstet mit den heute bereits möglichen Staumöglichkeiten (Rücksitze verschwinden im Boden), entsteht so das ideale Auto für zwei Personen. Flexibel genug für vier Passagiere oder für bis zu 1.300 Liter Kofferraum.

Oha, er fährt!

Die größte Überraschung bei dem Ideenträger: Er fährt sogar. In ihm arbeitet der neue 2.0-dCi-Turbodiesel, er soll das handgearbeitete Stück in 7,5 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen. Die Form würde durchaus noch mehr Leistung vertragen, 21-Zoll-Räder schreien nach einem Sechszylinder. Egal welcher Motor hier nun arbeiten wird, anders als die allgegenwärtigen SUVs könnte diese Studie jede Menge Fahrspaß aus der Leistung ziehen, während die Geländepanzer 150 PS benötigen, nur um sich so einigermaßen in Gang zu setzen.

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