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ADAC-Tankstellentest: WC-Abzocke an der Autobahn

Der ADAC hat Autobahn-Tankstellen in Europa getestet. Die gute Nachricht: Der Igitt-Faktor auf den Toiletten der deutschen Raststätten ist gering. Die schlechte: Sie sind im Vergleich besonders teuer.

Von Gernot Kramper

Einmal Pinkeln: 70 Cent – pro Person. Sichtbares Zeichen der Raststätten-Abzocke in Deutschland ist der Sanifair-Bon. Dieses System regt nicht nur den ADAC auf. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt für die kleine Erleichterung 2,80 Euro.

Die Tankstellen argumentieren, dass man den Wertbon auf Einkäufe anrechnen könne. Allerdings nicht ganz: 20 Cent müssen immer für das menschliche Bedürfnis bezahlt werden, 50 Cent dürfen aber auf einen Einkauf angerechnet werden. Alles also halb so schlimm, denn tanken muss man schließlich sowieso. Also könnte man die gesammelten Sanifair-Bons mit dem Spritpreis verrechnen – so kalkuliert mancher. Aber diesen preisgünstigen Ausweg haben die Klo-Kassierer verbaut. Das Gegenrechnen mit den Kosten für Schmier- und Kraftstoffen ist nämlich ausgeschlossen.

Reibach mit Apothekerpreisen

Der Pinkel-Bon soll die Reisenden zu zusätzlichen Konsum zwingen, und damit machen die Betreiber erst richtig Profit. Praktisch gesehen müssen die Reisenden zu den maßlos überteuerten Getränken oder Süßwaren an der Autobahn greifen, um ihren Bon loszuwerden. Im Vergleich zum Einzelhandel zahlt man an der Autobahn mindestens 100 Prozent Zuschlag. Wer einen 50 Cent-Bon auf den Kauf einer Literflasche Cola – etwa 2,65 Euro - anrechnen lässt, bekommt unterm Strich überhaupt nichts heraus, sondern wird zum zweiten Mal abgezogen.

Der ADAC kritisiert die Preisstruktur an den deutschen Autobahntankstellen daher auch generell. Elf von zwölf deutschen Tankstellen fielen in der Test-Kategorie "Preise" glatt durch. Dabei zeigt das EU-Ausland, dass es auch günstiger geht. In Tschechien kostet ein Cappuccino 65 Cent, in Deutschland will man mehr als das Dreifache. 2,28 Euro hat der ADAC ermittelt. Ein halber Liter stilles Wasser kostet den deutschen Autofahrer 1,72 Euro, der Franzose löscht seinen Durst für weniger als die Hälfte – er zahlt 77 Cent.

Tschechien kann es besser

In Sachen Sauberkeit landen die deutsche Autobahn-Tankstellen zwar nicht an der Spitze der Tabelle, aber immerhin im guten Mittelfeld. "Das Sanifair-Konzept, das viele Tankstellen eingeführt haben, verteuert die Rast zusätzlich, sorgt aber für Sauberkeit," gesteht der ADAC zu. Beste deutsche Tankstelle mit der Wertung "gut" wurde Aichen auf der Autobahn 8 München Richtung Stuttgart. Als schlechteste deutsche Tankstellen gelten laut ADAC-Test Holzkirchen Nord auf der A8 Salzburg Richtung München und Tecklenburger Land Ost auf der A1 Münster Richtung Bremen. Sie schnitten beide mit "mangelhaft" ab. Der ADAC fordert sofortiges Handeln, denn nirgends – so der Autoclub – dürfe ein Toilettengang gesundheitsgefährdend sein.

Der Testsieger beweist, dass "sauber " und "günstig" kein Widerspruch sein muss. Die Tankstelle Kozlov-Cerná Studánka in Tschechien auf der A1 Prag – Brünn schnitt mit der Gesamtnote "gut" ab. Die tschechische Tankstelle glänzt mit gepflegten Toiletten und einem umfangreichen Warenangebot zu günstigen Preisen. Außerdem bietet sie auch Behinderten einen einfachen Zugang zu allen Bereichen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.