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Autodesigner am Abgrund: Pininfarina vor Pleite

Zuerst stirbt der Chef, jetzt bricht das Geschäft ein. "Die letzten drei Monate waren nicht leicht", resümiert Paolo Pininfarina, der Bruder des verstorbenen Chefs Andrea Pininfarina, die derzeitige Situation des italienischen Designkonzerns treffend.

Das Schicksal feuert eine Breitseite auf Pininfarina ab: Erst stirbt der Chef, dann bricht das Geschäft ein. Bis Jahresende werden die Banken über die Zukunft von Italiens Designer-Institution für Sportwagen entscheiden.

Am Ende trübt er dann doch die Stimmung. Paolo Pininfarina empfängt die Turiner Gesellschaft in der Firmenzentrale. Er plaudert über die Idee, Designerobjekte auszustellen, die Behinderten das Leben erleichtern. Und dann sagt er doch einen Satz, der viel über den aktuellen Zustand der Firma Pininfarina verrät. "Sie können sich vorstellen, die letzten drei Monate waren nicht leicht." Pininfarina gilt als Institution in der italienischen Autolandschaft. Die Designerschmiede hat die schönsten Ferrari entworfen. Doch Pininfarina steckt in einer seiner schwersten Krisen. Im August starb der Chef Andrea Pininfarina bei einem Verkehrsunfall. Nun ist es die Aufgabe seines Bruders Paolo, Fehler zu korrigieren und Alternativen zum bloßen Auftragsbau von Autos zu finden.

In ganz Europa kämpfen die Fremdfertiger von Autos mit Problemen. Die Osnabrücker Firma Karmann kündigt im September an, sich vom Kerngeschäft zu trennen. Der französische Auftragsfertiger Heuliez wird vom indischen Autobauer Argentum übernommen und versucht sich jetzt an Elektroautos. Der finnische Rivale Valmet vereinbart vergangene Woche zwar den Bau eines Geländewagens von Fisker, leidet aber unter dem bereits angekündigten Rückzug von Porsche. Magna Steyr stellt auf Kurzarbeit um.

Fünf Jahre ist es her, dass Andrea Pininfarina in der Fremdfertigung von Autos ein gutes Geschäft witterte. Angefeuert von neuen Aufträgen von Fiat, Mitsubishi, Ford und Volvo baut er die Produktionskapazitäten auf jährlich 60.000 Autos aus. Die Firma verschuldet sich mit 650 Mio. Euro. Eine Fehlinvestition. Schon bald kämpft Pininfarina mit Überkapazitäten, da Bestellungen sinken und Folgeaufträge fehlen. Woran das liegt, zeichnet sich wenige Kilometer von Pininfarina entfernt in der Fiat-Zentrale im Turiner Stadtteil Lingotto ab. Aufgrund ausgefeilter Technik können die Autokonzerne nun auch sehr kleine Serien über ihre Fließbänder laufen lassen, heißt es dort. So achten Manager wie Fiat-Chef Sergio Marchionne darauf, dass sie eigene Fabriken auslasten, bevor sie Aufträge an Fremde vergeben.

Von Andre Tauber / FTD
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.