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BMW X3: Weichspüler statt Geländeracker

Mehr Platz, weniger Verbrauch und schickeres Design - so will die zweite Generation des BMW X3 die Konkurrenz abhängen. Der neue Kompakt-SUV der Bayern setzt auf Komfort, der Einsatz im Gelände ist zweitrangig.

Von Michael Specht

Vor sieben Jahren war der X3 so etwas wie ein Monopolist. Nahezu ohne Wettbewerb in der Klasse der kompakten Premium-SUV verkaufte BMW den X3 wie das sprichwörtliche geschnittene Brot, bis heute immerhin über 600.000 Stück - und dies trotz teils herber Kritik. Gemeckert wurde am harten Fahrwerk und der billigen Qualität im Cockpit.

Die rosigen Zeiten, in denen die X3 praktisch nur verteilt werden mussten, sind für die Bayern vorbei. Konkurrenz belebt das Geschäft. Audi zog mit dem schicken wie qualitativ hochwertigen Q5 nach, Mercedes rollte seinen markanten GLK an den Start, und das Offroad-Urgestein Land Rover lockt mit einem robusten Freelander. Doch damit nicht genug: Von unten attackieren Ford mit dem Kuga und Volkswagen mit dem Tiguan das Segment.

Deutlich besserer Innenraum

Umso mehr legten sich die Münchener Autobauer für die zweite Generation des X3 ins Zeug, der am 20. November erstmals zu den Händlern rollt. Besonders was die Materialanmutung angeht, scheint man verstanden zu haben, was der Kunde bei Preisen ab mindestens 39.100 Euro verlangt: beste Verarbeitung und exzellente Oberflächen. Das Interieur orientiert sich am X5, wirkt edel und in der Anmutung wie aus einem Guss. Auch bei Sitzkomfort und Raumangebot gibt es nichts mehr zu mäkeln. Selbst auf der Rücksitzbank genießen Passagiere nun genügend Bewegungsfreiheit und haben inter sich mit 550 Litern Kofferraumvolumen sogar noch 70 Liter mehr Platz als zuvor. Legt man die dreigeteilte Lehne im Fond flach, passen immerhin 1600 Liter ins Heck.

So groß wie der alte X5

Möglich wurde all dies in erster Linie durch die Streckung der Karosserie um acht Zentimeter, was den X3 jetzt zu 4,65 Meter Länge bringt. Zum Vergleich: Die erste Generation des X5 war 4,67 Meter lang. BMW ist stolz darauf, das Auto trotz Wachstums sogar noch 25 Kilo leichter gemacht zu haben, nennt es "intelligenten Leichtbau". Optisch unterscheidet sich der neue X3 deutlich von seinem Vorgänger. Der teils sehr kantige Fugenverlauf im Blech, in den Scheinwerfern und in den Rückleuchten wurde geglättet, Front und Heck etwas weicher gezeichnet. Insgesamt steht der SUV wohlproportionierter da als zuvor.

Ein Motorradfahrer will kräftig angeben und blamiert sich heftig.

Erstmals adaptives Fahrwerk und elektronische Lenkung

Mehr Harmonie gaben die BMW-Ingenieure dem neuen X3 auch in Sachen Fahrdynamik mit auf den Weg. Sportlichkeit und Kurvengenuss werden nicht mit unnötiger Härte erkauft, der bessere Komfort ist deutlich zu spüren - besonders für die Hinterbänkler. Erstmals im X3 verbauen die Bayern ein adaptives Fahrwerk (kostet 1100 Euro Aufpreis). Hier lässt sich das Ansprechverhalten per Knopfdruck am Schalthebel einstellen. Ebenfalls ihr Debüt feiert die elektronische Lenkung (zuvor hydraulisch), deren Abstimmung nicht nur klasse gelang, sondern die auch hilft, den Spritverbrauch zu senken.

Diesel 14 Prozent sparsamer

In dieser Disziplin gibt BMW unter den Premium-Autoherstellern derzeit sowieso den Ton an. Stichwort: Efficent Dynamics. Besonders der Zweiliter-Diesel fährt einen neuen Rekord ein, wurde gegenüber seiner Vorgängerversion um 14 Prozent sparsamer. Trotz strammen 184 PS und 380 Newtonmeter Drehmoment, die entspanntes Gleiten und zügiges Überholen gleichermaßen ermöglichen, verbraucht der X3 20d im EU-Mix nur 5,6 Liter pro 100 Kilometer und soll damit laut BMW die Konkurrenz um gut einen Liter deklassieren. Auf minus acht Prozent Verbrauch kommt der 35i mit 306 PS, der zweite Motor, den die Bayern zur Markteinführung im X3 anbieten. Im nächsten Jahr sollen der 28i mit 258 PS sowie der Sechszylinder-Diesel 30d mit 245 PS hinzukommen.

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