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Checkliste Kfz-Versicherung: Auf diese Leistungen sollten Sie achten

Versicherung ist nicht Versicherung. Diese Punkte sind wichtig, wenn Sie mehr als die Grundversorgung erwarten.

Neupreisentschädigung

Bei einem Totalschaden oder Diebstahl bekommen Sie den Neupreis des Fahrzeuges, unabhängig vom jeweiligen Zeitwert, von der Kfz-Versicherung erstattet. Je nach Versicherung unterscheidet sich der Zeitraum allerdings, er kann von drei bis zu 24 Monaten dauern. Die Entschädigung nach Zeitwert ist wegen des hohen Wertverlustes junger Wagen meist unbefriedigend. Eine Neupreisentschädigung für ein 24 Monate altes Fahrzeug ist dagegen ein gutes Geschäft. Für Käufer von Gebrauchtwagen gibt es eine vergleichbare Kaufwertentschädigung.

Werkstattbindung

Versicherungen bieten günstigere Tarife, wenn sich der Kunde verpflichtet, im Schadenfall nur die festgelegten Partnerwerkstätten zu nutzen. Bei dieser Klausel gibt es meist eine Reihe von "Goodies", wie einen Hol- und Bringservice oder einen kostenfreien Ersatzwagen. Trotzdem Vorsicht bei der Werkstattbindung, wenn Sie einen Neuwagen fahren. Hier kann die Herstellergarantie an eine Vertragswerkstatt gebunden sein. Auch ein Leasingvertrag wird den Kunden auf die Vertragswerkstatt verpflichten. Wer eine andere Werkstatt aufsucht, wird bei seinem Vertragshändler keine Kulanz erwarten können. Auch beim Weiterverkauf hochwertiger Wagen erwarten Käufer, dass alle Reparaturen in einer Vertragswerkstatt vorgenommen wurden. Nachfragen lohnt sich immer, es kann durchaus sein, dass die Partnerwerkstatt der Versicherung der eigene Vertragshändler ist

Mallorcapolice

Sie ist interessant bei der Anmietung von Leihwagen im Ausland, weil sie den dortigen Versicherungsschutz auf das deutsche Niveau anhebt. Eigentlich handelt es sich um eine Zusatzversicherung, einige Versicherungen bieten die Leistungen der Police in einem bestimmten Umfang in der Kfz-Haftpflicht mit an. Wichtig ist ein Blick in den genauen Umfang der Versicherung, denn die Mallorcapolice gilt nicht in jedem Land

Rabattretter

Der sogenannte Rabattretter ist eine Art jährlicher Freischuss. Der Versicherte kann sich einen Unfall im Jahr erlauben, ohne dass er in der Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft wird. Der Rabattretter ist aber nicht billig, er lohnt sich vor allem für Personen, die sehr günstig eingestuft sind. Interessant ist er auch, wenn der Halter das Vertrauen die bisherige, tadellose Fahrweise verliert. Etwa dann, wenn ältere Verkehrsteilnehmern Unsicherheiten beim Parken bemerken. Interessant ist der Rabattretter auch, wenn der versicherte Wagen von einem Fahranfänger mit benutzt wird.

Wildschäden

In ländlichen Gebieten kommt es oft zu Unfällen mit Tieren. Der reine Wildschaden beschränkt den Versicherungsschutz auf Unfälle mit sogenannten Haarwild im Sinne des Bundesjagdgesetzes. Unfälle mit streunenden Haustieren oder Vögeln sind nicht abgedeckt. Andere Versicherungen erweitern den Schutz auf Unfälle mit allen Tieren

Marderbiss

Kaskoversicherungen tragen die Kosten für einen Marderbiss, aber nicht unbedingt die Folgeschäden, die durch den Marderbiss entstehen. Dann bekommt der Geschädigte zwar den zerbissenen Schlauch in Höhe von 100 Euro ersetzt, bleibt aber auf den Kosten eines Folgeschadens an Motor oder Turbolader sitzen. Einige Versicherungen übernehmen diese Kosten. Achten Sie darauf, ob die Schadenshöhe limitiert ist. Für 1000 Euro bekommen Sie keinen neuen Motor eingebaut

Grobe Fahrlässigkeit

In den normalen Versicherungsbestimmungen muss der Versicherte mit Leistungskürzungen bei grober Fahrlässigkeit rechnen. Dabei kann jeder Fahrer schnell in eine solche Situation kommen. In folgenden Situationen muss man sich den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit gefallen lassen, sollet es zu einem Unfall kommen: Der Wagen weist abgefahrene Reifen oder vergleichbare Defekte auf. Der Fahrer hebt während der Fahrt etwas vom Boden auf oder wühlt in einer Handtasche. Der Fahrer zieht seine Jacke während der Fahrt aus.

Man kann mit seiner Versicherung vertraglich vereinbaren, dass diese auf die "Einrede der groben Fahrlässigkeit" verzichtet. Probleme mit dem Versicherungsschutz gibt es dann nur noch in extremen Fällen wie Trunkenheit, illegalen Rennen oder bei der Benutzung des Autos als Waffe

GAP Deckung für Leasingfahrzeuge

Mit einem Kfz-Leasingvertrag erwirbt der Kunde die Nutzung eines Fahrzeuges. Eigentümer bleibt der Leasinggeber. Bei einem Totalschaden oder Diebstahl entschädigt die Versicherung meist nur den Wiederbeschaffungswert des Wagens. Der Leasingnehmer haftet jedoch für die Restsumme aus dem Leasingvertrag, die deutlich höher sein kann. Diese Lücke lässt sich mit der GAP-Versicherung schließen. Eine Versicherung mit Neupreisentschädigung senkt das Risiko. Der tatsächliche Bedarf lässt sich nur im Einzelfall abschätzen

Gernot Kramper

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.