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Wechsel der Kfz-Versicherung: Billig ist nicht für jeden gut

Nur noch bis Ende November können Auto-Besitzer die Kfz-Versicherung kündigen und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Doch Vorsicht: Es kommt auch auf die Leistung an.

Von Gernot Kramper

Mit der richtigen Kfz-Versicherung kann man mehrere hundert Euro im Jahr sparen.

Mit der richtigen Kfz-Versicherung kann man mehrere hundert Euro im Jahr sparen.

Der Countdown läuft: Nur noch bis zum 30. November kann man die Kfz-Versicherungen kündigen, um zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Gerade vor dem Hintergrund, dass in den vergangenen zwölf Monaten die Prämien im Schnitt um 6,4 Prozent gestiegen sind, lässt sich hier viel Geld sparen. Das Geschäft mit den Auto-Versicherungen ist hart umkämpft. Die Kfz-Versicherung ist eine Pflichtversicherung, die viele Privatkunden abschließen müssen. Für Versicherungsunternehmen dient sie damit als Türöffner, um später andere Versicherungen zu verkaufen, an denen deutlich mehr verdient wird.

Neben den reinen Kosten für die Police, muss man die angebotenen Leistungen genau vergleichen. Das billigste Angebot ist meistens nicht das beste. Grundsätzlich spart derjenige bei einem Versicherungswechsel mehr, der hohe Beträge zahlt. Wer für einen alten, niedrig motorisierten Wagen lediglich eine Haftpflichtversicherung mit hohem Schadensrabatt abgeschlossen hat, wird in absoluten Zahlen nur wenige Euro einsparen können. Darauf sollten Versicherungsnehmer vor einem Wechsel achten:

Versicherungsvergleich im Internet

Erster Anlaufpunkt für Wechselwillige sind Versicherungsvergleiche im Internet. Diese Vergleiche arbeiten nicht mit einem Klick. Um ein brauchbares Ergebnis zu erzielen, muss man vorbereitet sein. Besonders wichtig: Sie benötigen den Typschlüssel des Fahrzeugs, ohne die Zahlenkombination geht nichts. Sie steht auf dem Fahrzeugschein. Andere abgefragte Daten wie Zulassungsort und Alter sind in der Regel bekannt. Vor dem Vergleich ist es wichtig, Art und Umfang der gewünschten Versicherung festzulegen. Wer mehrere Vergleiche bei verschiedenen Vergleichsrechnern durchführen will, muss seine Angaben notieren. Wer jeweils unterschiedliche Angaben etwa zu Laufleistung und Eigenanteil macht, erhält keine vergleichbaren Ergebnisse. >>> Direkt zum Kfz-Versicherungsvergleich

Billig muss nicht gut sein

Ein Versicherungsvergleichsrechner wirft nur eine Zahl aus. "Die billigste Versicherung ist nie die beste Versicherung", sagt Jochen Oesterle, Versicherungsexperte vom ADAC. Nicht alle Vergleiche geben Auskunft über den Umfang der Versicherungsleistungen über das gesetzliche Minimum hinaus. Wenn es nur um eine Grundversicherung für möglichst wenig Geld geht, kann man sich damit zufrieden geben. Wer mehr als das haben möchte, muss sich weiter informieren. Der reine Wettbewerb über den Preis sei vorbei, sagt Oesterle. Bei einem Wechsel könne man durchaus noch sparen, aber große Preissprünge wie vor einigen Jahren seien meist nicht möglich. Der Wettbewerb der Versicherungen habe sich auf die Leistungen verlagert. Oesterle: "Aber auch in diesem Jahr lohnt sich der Vergleich. Sie können sicher etwas Geld und dafür sehr viel mehr Leistungen einkaufen."

Pleitekandidaten und Kleinanbieter

Wer denkt beim Abschluss einer Versicherung daran, dass diese pleite gehen könnte? Wohl kaum jemand, aber man sollte es. Denn 2009 hat es die ersten Versicherungen erwischt. Die deutschen Kunden von insolventen Kfz-Versicherern sind bei Schäden nur noch teilweise geschützt. Bei ausländischen Unternehmen kann es geschehen, dass Kaskoschäden nicht mehr ersetzt werden, Haftpflichtschäden sind über die gesetzlich vorgeschriebene Verkehrsopferhilfe (VOH) der Versicherungswirtschaft gedeckt. Für die Kunden ist das sehr unangenehm, da bei einem Schaden nur ein Teil der vertraglichen Leistungen von dem Notfallfond übernommen wird. Vorsicht also bei exotischen Anbietern.

Zuerst kommt der Neuvertrag

Sogenannte schwierige Kunden müssen vor der Kündigung der Kasko-Versicherung unbedingt einen neuen Vertrag bei einer anderen Versicherung abgeschlossen haben. Als schwierig gelten Kunden mit einer auffälligen Schadensgeschichte. Im Gegensatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung kann sich die Assekuranz bei Kasko-Versicherungen weigern, einen Neukunden überhaupt zu versichern. Dies kann eintreten, wenn sich bei der Prüfung der Daten herausstellt, dass in den vergangenen Jahren kostspielige Schadensfälle gemeldet wurden. Der Wechsel der Kfz-Haftpflichtversicherung darf nicht abgelehnt werden. Wer eine größere Schadenshistorie aufweist, sollte sich also genau über seinen neuen Vertrag und dessen Bedingungen erkundigen.

Service und Ansprechpartner

Über Service, Kundenbetreuung und Kulanz sagt ein Preisvergleich ohnehin nichts aus. Im Schadensfall profitiert ein Kunde von einer Versicherung, die fehlenden Unterlagen engagiert hinterher telefoniert, um einen Vorgang schnell zu regulieren. Auch wenn sie etwas teurer ist als eine Versicherung, die lediglich vorformulierte Erinnerungsschreiben verfasst. Bei einer günstigen Direkt-Versicherung sollte man keinen persönlichen Ansprechpartner erwarten.

Außendienst kann helfen

Häufig wird so getan, als seien Internet und Formulare heutzutage keine Hürden mehr. Keiner gibt offen zu, dass ihn so etwas überfordern kann. Wer Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hat oder die Logik von Formulareingaben nicht begreift, wird im Schadensfall froh sein, wenn "sein" Versicherungsagent ihm hilft. Ein Versicherungsmakler oder eine Versicherung mit einem guten Außendienst sind meist teurer, aber sie bieten dafür auch Service. Manchmal spart das nicht nur Nerven, sondern auch Geld. Ein Makler oder Agent wird Kunden vor unbedachten Formulierungen bewahren, die den Versicherungsschutz gefährden könnten.

Service beim Makler

Ein Versicherungsmakler, der mehrere Versicherungen vertritt, bietet einen weiteren Service. Er überprüft in jedem Jahr die Verträge und empfiehlt seinen Kunden gegebenenfalls einen Wechsel. Von dieser automatischen Bestandspflege profitieren faule Kunden mehr als von einer einmaligen eigenhändigen Recherche.

Kündigungsfristen

Wer seinen Anbieter zum 1. Januar 2011 wechseln möchte, muss seine bisherige Versicherung bis zum 30. November kündigen. Hier finden Sie ein Kündigungsformular zum Herunterladen. Neben der normalen Kündigung zum Jahresende gibt es ein außerordentliches Kündigungsrecht. Darauf kann man sich bei einem Fahrzeugwechsel, nach einem Schadensfall oder nach einer Preiserhöhung berufen. Einige Versicherungen verschicken die Tarife für das neue Jahr erst kurz vor Toreschluss herum. Viele Kunden setzen sich erst dann mit dem Thema auseinander. "Die Kunden lesen das Schreiben und ärgern sich, weil es nur noch ein paar Tage bis zum 30.11. sind", sagt ADAC-Mann Oesterle. "Das ist ihnen zu viel Stress und sie bleiben bei der alten Versicherung. Das ist natürlich ein Trick. Tatsächlich haben die Kunden wegen der Erhöhung der Tarife ein 30-tägiges Sonderkündigungsrecht."

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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