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Flaute bei Elektroautos: Merkel träumt weiter vom Millionenziel

Die Regierung möchte im Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf den Straßen fahren sehen. Aber kaum jemand will sich einen Stromer kaufen. In diesem Jahr wurde bisher nur 2695 Stück zugelassen.

Seit zwei Jahren gibt es Elektroautos großer Hersteller beim Händler, aber dort stehen sie sich die Reifen platt. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes berichtet, wurden von Januar bis Ende November 2012 gerade einmal 2695 Elektroautos zugelassen.

Trotz dieser kleinen Zahl hält die Bundesregierung an ihrem Ziel von einer Million zugelassener Fahrzeuge bis 2020 fest. Die großen Autohersteller hätten angekündigt, im kommenden Jahr mit der Serienproduktion zu beginnen, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums am Samstag in Berlin. "Es ist davon auszugehen, dass damit auch die Kosten gesenkt werden können und damit die Marktakzeptanz steigt." Eine Kostensenkung ist notwendig, mit den bisherigen Modellen machen die Hersteller Verluste. Ob sich der Preis für den Kunden verringert, ist dagegen fraglich.

Großer Anteil an Eigenzulassungen

Tatsächlich sieht die Lage noch düsterer aus, als die ernüchternde Zahl von 2695 Elektroautos vermuten lässt. Bei den Stromern liegt der Anteil an Eigenzulassungen durch Händler und Hersteller besonders hoch. Firmenkunden wie Umweltorganisationen und Stromkonzerne kaufen Elektroautos vorrangig wegen des Imagegewinns. Die Käufer, die ein Elektroauto vor allem als Transportmittel nutzen wollen, dürften in der Minderheit sein.

Keine Verkäufe ohne Subventionen

Trotz des Flops beim Verkauf könnte die Bundesregierung dieses Ziel ihrer Klimapolitik erreichen. Das Zauberwort heißt: Subvention. Nur mit massiven finanziellen Anreizen sind Elektroautos an den Mann zu bringen. In Deutschland gibt es aber keine nennenswerte Beihilfe, entsprechend gering ist das Interesse. Eine großzügige Subvention könnte die Verkaufszurückhaltung aufbrechen.

Leichter wäre es, den Begriff Elektroauto großzügiger auszulegen. Sollten Spaßmodelle wie der Renault Twizy – der technisch ein Quad ist – in Zukunft als E-Auto gelten, dürfte die Statistik besser ausfallen. Der gleiche Effekt würde eintreten, wenn Hybridfahrzeuge mit einem kombinierten Strom- und Elektroantrieb ebenfalls mitgezählt würden.

Kra

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