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Kultobjekt Auto: Der Lack ist ab

Die Abwrackprämie brachte einen Höhenflug, doch allmählich kehrt der PKW-Markt zum Alltag zurück. Und in dem zeigt sich: Das Auto ist nicht mehr der Deutschen wichtigstes Konsumgut.

Von Gernot Kramper

Die Deutschen verstoßen ihr liebstes Kind - und Peter Kruse hat es als Erster gemerkt. Der Bremer Hirnforscher untersucht die intuitiven Präferenzen des Menschen und ihren Einfluss auf das Konsumverhalten. In seinen Untersuchungen stellt er fest, dass das Auto den Rang des Konsumguts mit der höchsten emotionalen Aufladung verloren hat. Mit unglaublicher Geschwindigkeit entzaubern die Konsumenten das einstige goldene Kalb. Aus einer heißen Affäre wurde innerhalb weniger Jahre eine kühle Zweckbeziehung. Hatten sich einst im heiligen Blech die Begierden so fokussiert, dass es zu einem Symbol von Unabhängigkeit und Status wurde, wird es nun zum bloßen Vehikel persönlicher Mobilität degradiert.

Noch vor wenigen Jahren war das Auto das Versprechen von Freiheit und Unabhängigkeit. Mit dem Auto brach man aus den beengten Verhältnissen aus, mit ihm war man ein echter Mann. Mit Moped oder gar Fahrradklammern an den Beinen konnte man in den Sechzigern nichts bewegen. Noch in den Achtzigern proklamierte Margaret Thatcher: "Ein Mann, der mit 26 Jahren immer noch mit dem Bus zur Arbeit fährt, kann sich als Versager betrachten."

Dieser Zusammenhang besteht heute nicht mehr. Früher war die Konsumwelt "Auto" wie mit Beton in den Köpfen der Deutschen eingraben. Seit Jahren schrumpft diese Welt auf den inneren Landkarten. Junge Leute denken beim Thema "Mobilität" zunächst an das Internet und an das Mobiltelefon, dann an Reisen und irgendwann auch mal ans Auto. "Wenn die Automobilquartette aus den Zimmern der Jungs verschwinden, hat die Autoindustrie ein Riesenproblem" , so Kruse. "Das innere Freiheitsgefühl bekommt man heute, wenn man sich weltweit vernetzt oder im Internet etwas bewegt, und dieses Gefühl hat man früher mit dem Auto erlebt."

Im Moment reagieren die Hersteller mit Fantasien von Elektromobilität auf die Legitimitätskrise des Automobils. "Das Elektro-Thema hat schon gesessen. Ökologie und Verantwortung sind im Bereich "Auto" auch beim normalen Kunden sehr wichtig geworden", weiß Peter Kruse. "Wer aber glaubt, wir machen den gleichen Ingenieurs- und Technikkult wie vorher nur mit Elektroautos statt Benzinern, wird Schiffbruch erleiden. Man wird die alte Erotik des Themas "Auto" nicht durch ein ökologisches Gewand wiedererwecken können. Mit der Ökoauto-Magie faszinieren sie vielleicht die Gruppe 50 Plus, weil die mit diesen Werten leben, aber die nachwachsenden Gruppen erreichen sie nicht." Selbst wenn das Automobil die drängenden Fragen nach Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit beantworten könnte, heißt das also nicht, dass es wieder den ersten Platz im Herzen der Menschen wird einnehmen können.

Der Verlust der Poleposition in Sachen "Konsum und Emotionalität" kann sich zur ökonomischen Katastrophe für die Autoindustrie entwickeln. Im Grunde reicht ein Wagen vom Preis eines VW Polos für die meisten Bedürfnisse aus, zu Mehrausgaben verführt nur der emotionale Mehrwert. "Es ist die emotionale Reichhaltigkeit, die den ökonomischen Mehrwert treibt. Wenn ein Thema stark emotional besetzt ist, sind die Menschen bereit, dafür viel Geld auszugeben. Die deutsche Autoindustrie hat von diesem Mehrwert weltweit am meisten abgegriffen. Sobald diese Kopplung von Produkt und Gefühl im Kopf aussetzt, bedeutet den Menschen der technische Mehrwert an sich nicht viel", fürchtet Peter Kruse.

Wenn die naive Begeisterung für die reine Technik vom Kunden nicht mehr geteilt wird, stellt sich die Sinnfrage. Neben einem Produkt, das sich durch herausragende Technik definiert, werden Autohersteller Lebensqualität mit ihren Produkten generieren müssen. Ein wunderbares Wochenende wird mehr zählen, als ein Top-Ergebnis auf der Nordschleife. Die Frage ist: Was am Auto ist heute wichtig und wunderbar? Was ist der Mobilitätsgewinn, den ein Auto heute noch geben kann? Peter Kruse: "Wir haben jetzt Gruppen, die im Informationszeitalter groß geworden sind, für die ist es nicht mehr das große Initiationserlebnis, sich mit 18 ins Auto zu setzen und loszufahren." Die Kopplung des Freiheitsgedankens der individuellen Mobilität werde sich daher vom Objekt Auto lösen. Kruse vermutet, dass die Konsumenten in Zukunft eher Premium-Mobilität suchen werden als ein Premium-Fahrzeug. In der nächsten Generation werde es nicht mehr der unmittelbar erlebte Fahrspaß sein, der die Konsumenten anspricht, sondern das Gefühl in einem cleveren Konzept unterwegs zu sein. Nur wer hochintelligente Mobilitätskonzepte anbiete, die als "cool" empfunden werden, der habe eine Chance, dass Leute sich so damit identifizieren, dass sie sich damit auch zeigen wollen.

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Betruf beim Autokauf
ich habe letztem September ein gebrauchtes Auto gekauft und nach einem Monat habe ich wegen Servolenkung mein Auto bei ADAC abgescleppt lassen. (Damals hat die Servolenkung plötzlich ausgefallen und ich hätte mit Straßenbahn einen Unfall bekommen. Damals habe ich versuchte mit meinem Verkäufer zu kontaktieren. Leider hat er 3 Wochen Urlaub gemacht und habe ich mein Auto bei einer Werkstatt repariert hat und das kostet ungefähr 90 Euro und musste ich für ADAC mehr bezahlen. (Da meinte Meister, dass wegen Betteriepol meine Servolenkung ausgefallen hat.) aber nach 1 Tag ist dieses Problem wieder passiert und Bremeschalter auch kaputt gegangen ist und habe ich dafür 252 Euro bezahlt. Da war der Verkäufer imemrnoch im Urlaub. Nach seinem Urlaub habe ich mein Auto mitgebracht und er hat mir gesagt, dass wenn ich für Erstazteil(Servolenkung) bezahle, dann kann er mein Auto reparieren. (Das kostet ungefähr 50 Euro). Aber er konnte eine Teil von meinem Auto nicht finden und mit anderer Teil(verschidenen Artikelnummer) mein Auto repariert und er meinte, dass wenn ich wieder dieses Problem hätte, repariert er wieder mit richtiger Teil und wieder nach 1 Tag ist dieses Problem wieder passiert und habe ich mein Auto wieder mitgebracht. Aber er hat noch nicht die Servolenkung für mein Auto gefunden und er meinte, dass ich auch bei Ebay oder irgendwie die Teil suchen soll. Aber wenn ich wieder darüber telefoniert habe(weil ich leider nicht richtige Artikelnummer von meinem Auto kenne), hat er mir einfach gesagt, dass er einfach damals gar nicht repariert hat und d.h mein Auto wurde immernoch meine richtige ausfallende Teil eingebaut und er meinte, dass ich selber die Teil finden muss... Das ist echt scheiße. Deswegen habe ich die Servolenkung selber gekauft(200 Euro) und selber ausgetauch. Da ich nicht mehr dem Verkäufer vertrauen konnte. jzt alles wieder in Ordnung. Und letzte Woche habe ich Bremseleläge selber gewechselt da habe ich anderes Problem gefunden. Als ich hinten Bremsbeläge ausgebaut habe, habe ich ganz viel Problem gemerkt. Die Korben war festgeklebt im Zylinder deshalb Bremsbeläge einfach abgebrochen hat. Ich denke das ist sehr gefährlich.. Und Nach dem Rapatur von Hintenbremse kann ich nicht mehr schlechte Geräuch hören.. Dieses Geräuch hat auch als ich dieses Auto erstes Mal mitgenommen habe gehört, dachte ich, wegen ABS. Aber das war auch nicht.. Ich denke er hat total kaupttes Auto verkauft und gar nicht verantwortlich.. villeicht hat er mich ganz einfach unterschätzt weil ich ein Ausländer bin nicht so fließend Deutsch sprechen kann... In dem Fall was kann ich machen? Soll ich einfach anzeigen?