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Neue Führerscheinklasse S: Die Kinder-Killer kommen

Mit dem neuen Führerschein der Klasse S dürfen 16-Jährige ab dem 1. Februar Quads, Trikes und Mini-Autos fahren. Doch viele dieser Fahrzeuge weisen Mängel bei Handhabung und Sicherheit auf.

Dem Vorwärtsdrang sind Grenzen gesetzt: Am 1. Februar tritt die neue Führerscheinklasse "S" in Kraft, die es 16-Jährigen erlaubt, mit Spaßmobilen wie vierrädrigen Quads und dreirädrigen Trikes, aber auch mit Mini-Pkw zu fahren. Die Fahrzeuge dürfen allerdings nicht schneller als 45 Stundenkilometer sein und höchstens 50 Kubikzentimeter Hubraum haben. Eltern sollten aufpassen: Experten warnen vor Sicherheits-Defiziten, Fahrlehrer halten den neuen Lappen schlichtweg für Quatsch.

Beim Quad-Fahren ist Vorsicht angesagt, denn fehlende Übung und eine falsche Einschätzung der Fahreigenschaften können aus dem "S" wie Spaß schnell ein "S" wie Sturz werden lassen. "Die teilweise mangelhafte Bauweise und das relativ instabile Fahrverhalten" berge erhebliche Sicherheitsrisiken für die Nutzer, mahnen etwa gemeinsam Unfallexperten der DEKRA und der Versicherung Winterthur.

Helme sind nicht vorgeschrieben

Da wäre es im Falle des Falles besser, zumindest einen Helm auf dem Kopf zu haben. Eine klar geregelte Helmpflicht ist nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums jedoch erst für Mitte des Jahres zu erwarten. Experten raten auch jetzt schon dringend zum Helm.

Zwischen 700 und 900 Euro wird der neue Führerschein kosten, erklärt der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Fahrlehrer-Verbände, Gerhard von Bressensdorf. "Die ganz große Nachfrage hat noch nicht eingesetzt", sagt von Bressensdorf. Bei den Fahrlehrern ist die Freude über die neue, auf Druck der EU geschaffene "S"-Klasse ohnehin gebremst: "Die Klasse ist gefährlich und sie ist überflüssig wie ein Kropf. Wir hätten sie nicht gebraucht."

Der deutsche Markt für Quads wird hauptsächlich von Importware dominiert. Die meist mit Automatikgetriebe, Grobstollenreifen und einem Einzylinder-Zweitaktmotor ausgerüsteten Fahrzeuge kosten im Schnitt 2.000 Euro. Billigere Modelle ohne Rückwärtsgang sind zu haben, aber auch deutlich teurere Quads, die dann mit vier Scheibenbremsen und anderen technischen Finessen aufwarten.

Wenn es denn ein Quad sein soll, raten Experten, beim Kauf zumindest auf einen langen Radstand und eine breite Spur zu achten. Denn Fahrzeuge mit kleiner Standfläche sind einer erhöhten Kippgefahr ausgesetzt, das Handling in Kurven ist erschwert. Vorteilhaft sind zudem Trittbretter zum Schutz der Füße.

Geländegängige Spaßmobile

Quads und Trikes wurden ursprünglich für den Nutzfahrzeugbereich entwickelt und finden beispielsweise auf Farmen in den USA oder bei Förstern in heimischen Wäldern Verwendung. In den vergangenen Jahren wurden sie vermehrt als Fun-Fahrzeug entdeckt. Laut Kraftfahrt-Bundesamtes stieg ihr Bestand von 743 Fahrzeugen im Jahr 2001 auf 23.317 Fahrzeuge 2004 an. Allein 2003 kamen 16.135 Fahrzeuge fabrikneu in den Verkehr, der Quad-Anteil lag bei 96 Prozent. Dabei handelt es sich vorwiegend um PS-starke Gefährte, die 120 Stundenkilometer schnell sind und mit der Fahrerlaubnisklasse B (früher Klasse 3) gefahren werden können.

Für 16-Jährige wohl kaum in Frage kommen die leichten Mini-Pkw, wie sie von Senioren gerne genutzt werden und die ebenfalls mit dem Klasse-"S"-Schein gesteuert werden dürfen. Im Gegensatz zu den modisch aufgepeppten Quads sind diese Leichtmobile optisch langweilig und um einiges teurer. Auch die ebenfalls erlaubten Diesel- und Elektrofahrzeuge mit einer Maximalleistung von 5,5 PS dürften den Nachwuchs kaum vom Hocker reißen.

Der ADAC hat mit dem JDM Albizia den Marktführer aus dem zweisitzigen Leichtmobilsegment gegen einen Renault Twingo crashen lassen. "Massive Schwächen in der Karosseriestruktur" und einen "ungenügenden" Insassenschutz des rund 11.000 Euro teuren Mini-Pkw attestierten die Tester anschließend. Ihr Fazit gleicht dem der Fahrlehrer: Mit der neuen Führerscheinregelung werde "der Sicherheit auf unseren Straßen ein Bärendienst erwiesen".

Stefan Lange/AP / AP

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.