Semperits High-Tech-Pneu Mit Netz und doppeltem Gummi


Wenn nicht gerade Schnee auf der Straße liegt, wollen viele Autofahrer auch mit Winterreifen Gas geben. Der letzte Schrei in der Entwicklung wintertauglicher Hochgeschwindigkeitsreifen ist die Netzlamellen-Technik.

Auch wenn es keine Winterreifen-Pflicht gibt, verlassen sich immer weniger Autofahrer auf Ganzjahresreifen. Die Reifenindustrie freut sich über eine steigende "Umrüst-Quote". Für Deutschland erwarten Reifen-Experten ein Wachstumsplus bei Winterreifen-Verkäufen um rund eine Million auf 21 Millionen Stück in den nächsten vier Jahren. Besonders stark wächst der Bedarf an Hochgeschwindigkeits-Winterreifen, die für 210 (Geschwindigkeitssymbol H) oder sogar 240 Km/h (Geschwindigkeitssymbol V) freigegeben sind. Hier gehen Reifenexperten von einem Verkaufsanstieg auf fast fünf Millionen Stück bis 2009 aus. Die Reifenentwickler stehen damit vor ganz neuen Herausforderungen. Denn Winterreifen haben eine weichere Gummimischung als Sommer-Pneus und müssen nicht nur mit immer höheren Geschwindigkeiten, sondern vor allem mit immer schwereren Autos zurecht kommen.

Faktoren der Traktion

Gute Winterreifen sorgen für ausreichend Traktion beim Anfahren und Bremsen, aber auch für genügend Seitenführung in Kurven. Reifen-Experten sprechen von der Gummi-Haftung, der Schnee-Schnee-Reibung sowie dem Griffkanteneffekt. Schnee-Schnee-Reibung bedeutet, dass sich der Schnee in die breiten Profilrillen drückt und dadurch für zusätzliche Haftung sorgt. Der Griffkanteneffekt ist das, was man beim Ski wohl eine gut geschliffene Kante nennen würde: "Beim Anfahren und Bremsen verformen sich die Profilklötze und geben Grip auf dem winterlichen Untergrund", erklärt Reifenentwickler Stefan Heine vom Continental-Konzern. Bei festgefahrenem Schnee kommen besonders die Griffkanten zum Einsatz, bei weichem Schnee ist die Schnee-Schnee-Reibung wichtiger.

Mehr Kanten bei Belastung

Der "Speed Grip" des Winterreifen-Spezialisten Semperit verfügt über ein neuartiges Netzlamellen-Profil, das auf hohe Haftung und Seitenführung auf winterlichen Straßen zugeschnitten ist. Bei der Netzlamelle bilden kleine Einschnitte auf den Profilblöcken geneigte Rechtecke. "Unter Belastung bilden diese wirkungsvolle Kanten, die sich mit dem Untergrund verzahnen und so für eine hohe Haftung sorgen", erklärt Akif Celik, Entwickler des "Speed Grip". Die Lamellen sind in Längs- und Querrichtung vorhanden, so dass sie auch beim Einlenken in der Kurve für bessere Haftung sorgen. Damit sind sie den herkömmlichen wellenförmigen Lamellen – den so genannten Sinuslamellen – überlegen.

Auf Eis und Schnee wirken die Netzlamellen wie ein Scheibenwischer: Sie verdängen den dünnen Wasserfilm, der sonst die Haftung verringert, und leiten ihn in die Profilrillen des Reifens ab. Das verkürzte auch den Bremsweg. Der Speed Grip ist für Geschwindigkeiten bis 240 Km/h zugelassen.

Sebastian Viehmann/Pressinform


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