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Sicherheitsmerkmal Winterreifen: Billig rutscht gut

Im Winter braucht das Auto Winterreifen - das ist seit zwei Jahren sogar gesetzlich vorgeschrieben. Doch Reifen ist nicht gleich Reifen. Einige Produkte halten, was sie versprechen, bei Billigreifen wird man aufs Glatteis geführt.

Von Walter Hasselbring

Winterreifen sind in der kalten Jahreszeit eine notwendiges Sicherheitsmerkmal fürs Auto. Es gibt aber von Produkt zu Produkt starke Qualitätsschwankungen, die bei glatter Straße zu einem echten Sicherheitsrisiko werden können. Auf jedem vierten Auto mit Winterreifen sind hierzulande billige Pneus aus Asien montiert. Und die Tendenz zum Schnäppchen-Schlappen ist steigend. Sehr schnell stellen die Fahrer bei feuchter Fahrbahn fest, dass schon beim Anfahren oft der Grip fehlt.

Was beim Anfahren nur ärgerlich ist, stellt sich beim harten Bremstest als lebensgefährlich heraus. So haben Versuche der Dekra mit Budget-Reifen, wie die Billigprodukte auch heißen, alarmierende Resultate ergeben. Ein Fahrzeug wurde mit billigen Reifen ausgestattet, das zweite bekam die teurere Variante auf die Felgen gezogen. Beide wurden mit 55 km/h Geschwindigkeit auf ein stehendes Hindernis angesetzt und sollten ab einem bestimmten Punkt abgebremst werden. Während das mit Reifen aus europäischer Produktion ausgestattete Auto acht Meter vor dem Hindernis zum Stillstand kam, rauschte das andere mit 30 km/h Restgeschwindigkeit direkt hinein. "Der Entwicklungsstand der asiatischen Billigreifen entspricht dem europäischer Standards von vor 20 Jahren", sagt der Fahrsicherheits-Experte der Dekra, Walter Niewöhner.

Auf dem Continental-Testgelände in der Lüneburger Heide wurde auch das allgemeine Fahrverhalten der verschiedenen Reifentypen getestet. Über die Strecke rasten jeweils zwei baugleiche BMW-Limousinen der 5er-Reihe. Die eine war mit rund 100 Euro teuren ContiWinterContakt TS 830 ausgerüstet, die andere mit einem chinesischen Budget-Reifen, der für 40 Euro pro Stück zu haben ist. In jeder Kurve verhinderte bei dem Billigreifen nur das ESP einen ungewollten Ausflug von der nassen Fahrbahn in die Sicherheitszone. Die Premium-Pneus hingegen blieben meist sicher in der Spur. Der ADAC hat kürzlich einem anderen chinesischen Reifen sogar die Bewertung „katastrophal“ ausgestellt – vor allem wegen der indiskutablen Handlingeigenschaften, speziell bei Nässe.

Winterreifen sind aufwändig in der Produktion und verursachen hohe Kosten. Die Ingenieure haben das Problem, bei der Konstruktion verschiedenste Ziele verfolgen zu müssen. „Die Reifen müssen sehr gute Trockenhandling-Eigenschaften haben, beste Fahrleistungen auf Eis und Schnee bieten und hervorragende Nässewerte vorweisen“, sagt der Leiter des Technical Benchmark bei Continental, Dr. Andreas Topp. Dazu kämen noch ein möglichst geringer Rollwiderstand und eine lange Haltbarkeit. Auch der Temperaturbereich zwischen minus 10 bis plus 15 Grad sei vorgegeben. Diese wichtigen Qualitätsmerkmale sollten beim Kauf von Winterreifen unbedingt beachtet werden. Die Verbreitung von Winterpneus ist in Deutschland recht unterschiedlich. Durchschnittlich fahren 82 Prozent der Autos mit Winterbereifung. Die größten Winterreifenmuffel sind die Hamburger mit nur 54 Prozent. Um die Freie- und Hansestadt herum sieht es schon besser aus (Schleswig – Holstein 78 Prozent, Niedersachsen 80 Prozent). Ganz vorne liegen Thüringen (91 Prozent), Sachsen Anhalt (90 Prozent) und Bayern mit 89 Prozent. Hier sind die Autofahrer also einigermaßen auf die seit zwei Jahren gültige Gesetzeslage eingestellt. Wer nämlich seine Fahrzeugausrüstung nicht „an die Wetterverhältnisse“ passt, muss mit Bußgeld und Punkten in Flensburg rechnen. Damit ist sowohl eine „geeignete“ Bereifung als auch Frostschutz im Scheibenwischwasser gemeint. Wer sich daran nicht hält, muss bei einem Unfall unter Umständen seine Kosten selber tragen.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.