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Silvester-Transporte: Böllerschäden und Taxenterror

Silvester kommt alles zusammen: Jeder ist unterwegs, die meisten trinken, die Polizei kontrolliert. Taxen sind nicht zu bekommen und obendrein regnet es noch Böller auf das heilige Blechdach herab. Hier finden Sie Rat gegen das Chaos.

Die meisten wollen das Auto am Silvesterabend einfach stehen lassen. Denn meist bleibt es nicht bei einem Gläschen Sekt. Ausgelassenes Feiern verträgt sich häufig nicht mit Abstinenz. Richtig. Wer trinkt, sollte grundsätzlich nicht fahren. Am Silvesterabend kommt noch hinzu, dass die Polizei mehr kontrolliert als üblich. Die Chance, dass ein Rausch nicht entdeckt wird ist, entsprechend geringer, zumal nur wenige Privat-Fahrzeuge unterwegs sind.

Selbstfahrer

Sollte es in einer Feierrunde doch einen Abstinenzler oder einen Freiwilligen geben, der verzichtet, kann der Abend im eigenen Wagen zugebracht werden. Aber Vorsicht: Auf die Abstinenz sollte Verlass sein. Die Zusicherung "nicht so viel zu trinken" ist Silvester meist nichts wert. Noch weniger ist auf fremdbestimmte "Freiwillige" Verlass.

Vorsicht vor Böllern und Betrunkenen

Wer an diesem Abend fährt, sollte sich Zeit lassen. In dieser Nacht muss man mit herumtorkelnden Betrunkenen rechnen. Wer aber zu langsam fährt oder gar anhält, muss zumindest in Großstädten durchaus damit rechnen, absichtlich mit Böllern bombardiert zu werden. Wer derartige Überrauschungen vermeiden möchte, sollte sich auf die Durchgangsstraßen beschränken und Problemviertel meiden.

Öffentliche Verkehrsmittel

In Großstädten eine einfache und günstige Möglichkeit zum Ziel und wieder nach Hause zu kommen. Die Hauptlinien werden meist nach Sonderfahrplan rund um die Uhr betrieben. Vorteil: Vor der Party ist auch schon Party. In den Zügen und U-Bahnen der Großstädte geht es schon im Waggon mächtig ab. Wer diese Stimmung schätzt, kommt auf seine Kosten. Wer Böller, Betrunkene und anzügliche Sprüche im Abteil nicht ertragen will, sollte sich fernhalten.

Taxenplanung

Echten Service bietet nur die Taxe. Mit ihr wird der Abend allerdings auch am teuersten. Problem Nummer Zwei: Silvester ist die Nacht der Taxen. Zumindest die Hinfahrt sollte vorher fest bestellt sein. Bei der Rückfahrt ist es hilfreich, wenn der Kopf noch so klar ist, dass man rechtzeitig vorher den Taxendienst ruft. Lange Wartezeiten sind an diesem Abend vorprogrammiert, also Mobilnummer hinterlassen und erst bei Ankunft des Fahrzeugs auf die Straße gehen. Wer regelmäßig einen lokalen Taxendienst benutzt, sollte Anfahrt und Rückfahrt vorher bestellen, mit der Option die Rückfahrt zu verschieben. Notorische Party-Hopper können nicht voraus planen, sie müssen sich an die Straße stellen und das Beste hoffen.

Sicher nur in der Garage

Wer einen Garagenplatz besitzt, sollte seinen Wagen auch dort unterstellen. Im Freien droht immer Gefahr durch Feuerwerkskörper. Je belebter die Straßen sind, umso größer die Gefahr. Sollte der Wagen durch die Explosion von Raketen oder Böllern Schaden nehmen, hilft die Teilkasko-Versicherung. Eine Vollkaskoversicherung springt darüber hinaus ein, wenn das Auto von Unbekannten mutwillig beschädigt wurde oder herab fallende Raketen das Auto verbeult haben. Versicherungen zahlen allerdings nicht immer. Die Explosionswucht von Knallkörpern reicht eigentlich nicht aus, um Schäden zu verursachen. Es sei, jemand legt es absichtlich darauf an. Typisch sind dagegen Schäden durch nach brennende Kreisel und Raketen und langsam abbrennende Pulverreste - hier hilft die Versicherung nicht. "Kommt es durch eine glimmende Rakete am Lack oder am Cabrioverdeck zu Beschädigungen, besteht leider kein Versicherungsschutz", erklärt Christian Weishuber, Versicherungsexperte der Allianz Versicherungs-AG. "Voraussetzung für einen Kaskoschaden ist, dass die Beschädigung unmittelbar durch mechanische Gewalt eingetreten ist. Bei sogenannten Seng- oder Schmorschäden ist dies nicht der Fall."

Wer den Schaden hat

Jeder Schaden sollte wegen der Versicherung der Polizei gemeldet werden. Einen Verursacher zu finden, ist aber wegen der Mengen an Feuerwerk praktisch aussichtslos. Auch Hinweise auf die Knaller-Orgien des Nachbarn werden juristisch nichts Verwertbares erbringen, sondern nur die Atmosphäre dauerhaft vergiften.

Wer sein Auto liebt

Wer sein Auto liebt und in einer großstädtischen Umgebung wohnt, sollte den Wagen unterstellen, um auf Nummer sicher zu gehen. Wer keine Garage hat, muss seinen Wagen eben ins Parkhaus bringen. Sicher ist sicher. Für den Weg zur Silvesterparty ist auch aus Sicht des Autos die Taxe zu empfehlen. Abgesehen von der leidigen Promille-Frage finden sich Party-Locations meist dort, wo richtig etwas abgeht. Das heißt aber auch: Feuerwerk ohne Ende.

Kra
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.