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Nachrechnen Subventionen und Prämien – das macht E-Autos jetzt so billig

Nachrechnen: Subventionen und Prämien – das macht E-Autos jetzt so billig
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Was gibt der Staat, was kommt von den Herstellern? Das sind die Gründe, warum Sie manches E-Auto nur die Hälfte kostet. 

Als Teil des Corona-Konjunkturpakets hat der Bund im Rahmen des sogenannten Konjunkturpakets den staatlichen Anteil am Umweltbonus für E-Autos und Plug-in Hybride verdoppelt.

Ein Plug-in Hybrid besitzt sowohl einen Verbrennungsmotor wie auch einen E-Antrieb. Doch anders als die ersten Hybrid-Modelle wird die Batterie nicht allein durch das Abbremsen des Fahrzeugs aufgeladen. Um gefördert zu werden, muss man einen Ladekabel einstecken – Plug-in – können. Die Reichweite der Batterie ist meist geringer als bei einem reinen E-Fahrzeug, für viele Personen deckt sie aber den alltäglichen Bedarf ab.

Reine E-Autos werden höher bezuschusst als Hybride. Dazu gibt es noch eine weitere Unterscheidung nach Preisklassen. Die Bundesregierung hat darauf geachtet, dass günstige Fahrzeuge bis 40.000 Nettolistenpreis Euro höher gefördert werden als teurere Fahrzeuge. Ab einem Nettolistenpreis von 65.000 Euro gibt es keine staatliche Förderung mehr. Damit wurde eine sonst wohl unvermeidliche Neid-Debatte vermieden.

Was ist der Nettolistenpreis?

Basis ist hier die Preisempfehlung der Hersteller für das Basismodell und nicht ein etwaiger niedriger Straßenpreis. Die versteht sich allerdings ohne Mehrwertsteuer und Extras. Maximale 40.000 Euro netto entsprechen 47.600 Euro inklusive Mehrwertsteuer und dann können noch ein paar Tausend Euro für Extras hinzukommen.

Wie viel Geld gibt es nun?

Ein E-Auto bis 40.000 Euro wird mit 9000 Euro gefördert. Das betrifft Fahrzeuge wie Renault Zoe, Smart, VW ID.3, Tesla Model 3. Dabei bezahlen die Hersteller 3000 und der Bund 6000 Euro. E-Autos bis zu einem Netto-Listenpreis zwischen 40.000 Euro und 65.000 Euro – das sind immerhin schon 75.400 Euro, wenn die 16 Prozent Mehrwertsteuer dazu gerechnet werden - werden mit 7500 Euro gefördert. Hier kommen 5000 vom Staat. Hier profitieren Modelle wie Jaguar I-Pace, Audi e-tron Sportback 50 oder Mercedes EQC.
Plug-in Hybride bis zu 40.000 Euro bekommen immerhin noch 6750 Euro. 4500 kommen vom Bund, 2250 vom Hersteller. Darunter fallen etwa Ford Kuga, Hyundai Ionic, Mercedes A-/C-Klasse, Mitsubishi Outlander. Plug-in Hybride in der Preisspanne zwischen 40.000 Euro und 65.000 Euro erhalten noch 5625 Euro. Hier beträgt der Anteil des Bundes 3750 Euro und der Herstelleranteil 1875 Euro. Das sind Fahrzeuge wie Audi Q5, BMW X3, Mercedes E-Klasse und GLC. Plug-in Hybride müssen allerdings unter 50 Gramm CO2 je Kilometer nach Norm ausstoßen, um den Umweltbonus zu bekommen.
Ganz neu ist auch, dass junge Gebrauchte und Tageszulassungen bezuschusst werden, wenn zuvor kein Bonus für das Auto gezahlt wurde. Möglich ist das bis zu einem maximalen Alter von 12 Monaten und 15.000 Kilometer. Für gebrauchte E-Autos gibt es 5000 Euro, für gebrauchte Plug-in Hybride 3750 Euro.
Beim staatlichen Anteil der Prämie geht der Käufer in Vorleistung. Er kauft das Fahrzeug, damit wird zunächst der Kaufpreis fällig und erst danach beantragt er, der Käufer, die Prämie. Die ihm dann nach Bearbeitung vom Bund überwiesen wird. Dieser Vorgang wird nicht komplett über den Händler abgewickelt.

Umweltfreundliche Kleinfahrzeuge gehen leer aus

Nicht gefördert werden sehr teure Autos, Mildhybrid-Antriebe und Fahrzeuge mit Gasantrieb. Auch die Käufer von Fahrzeugen unterhalb der Pkw-Klasse bekommen nichts, obwohl sie sicherlich viel umweltschonender unterwegs sind, als ein Plug-in Hybrid der Mittelklasse. Für einen Elektro-Roller, E-Bikes und E-Lastenräder gibt es nichts. Ein Leichtfahrzeug für wie der Citroën Ami - Fahrzeugklasse L6eBP – geht ebenfalls leer aus.

Wie lange gibt es das Geld?

Die alte Umweltbonusregelung mit den kleineren Sätzen ist bis Ende 2025 befristet, die höheren Sätze gibt es allerdings nur bis Ende 2021. Vorsicht: Stichtag ist die Zulassung des Fahrzeugs und nicht seine Bestellung. Bei Lieferzeiten von teilweise bis zu 12 Monaten kann man sich nicht beliebig viel Zeit lassen, um in den Genuss der höheren Sätze zu kommen.

Gibt es noch mehr?

Die genannten Sätze gelten für die Innovationsprämie des Bundes. Jedem Hersteller steht es frei, den Herstelleranteil an der Prämie zu erhöhen oder aber weitere Preisnachlässe für einzelne Modelle anzubieten. Hyundai stockt den Herstelleranteil auf um 2000 Euro auf 5000 Euro auf, so erhöht sich die maximale Förderung bei Elektroautos der Marke von 9000 Euro auf 11.000 Euro. Renault fördert den Zoe zusätzlich mit 1000 Euro – das macht dann 10.000 Euro.
Bei Händler wird nicht jedes Modell gleich subventioniert. Die Innovationsprämie ist die Basis, doch bei einzelnen Modellen kommen noch individuelle Preisnachlässe hinzu. Das Portal "Carwow" weist bei den echten Straßenpreisen durchaus noch höhere Nachlässe an. Beim Kia e-Soul 150kW Spirit kann die maximale Ersparnis 14.000 Euro betragen, beim BMW i3 i3s (120 Ah), 135kW kann der Gesamtrabatt 15.700 Euro betragen.
Die Förderung mit festen Beträgen führt dazu, dass die prozentuale Ersparnis bei günstigen Fahrzeugen am größten ist. Wählt man einen Renault Zoe mit geleaster Batterie kann man das Auto für 10.000 Euro bekommen.

Kurze Nutzung optimiert die Wirkung der Prämie

Wirklich "krass" wirkt sich die Förderung aus, wenn das Fahrzeug nicht "lebenslang" abgenommen wird, sondern nur ein paar Jahre. Beim Leasing über 24 Monate ergeben sich teilweise Raten von unter 50 Euro netto im Monat. Ähnliche Effekte ergeben sich bei einer Dreiwege-Finanzierung, bei der das Auto nach einem Zeitraum zu einem fest vereinbarten Preis an den Händler zurückgegeben werden kann. Bei diesen Modellen wird die Fördersumme – oder zumindest ein großer Teil von ihr – auf den begrenzten Nutzungszeitraum umgelegt.

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