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VCD-Umweltranking: Hybrid gut, Diesel böse

Beim mit Spannung erwarteten Umweltranking des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) liegt ein Favorit aus Japan vorn. Dagegen fallen Diesel-PKW trotz besserer Klima- und Ressourcenbilanz zurück. stern.de hat nachgefragt, wie das zusammenpasst.

Von Christoph M. Schwarzer

Der Sieger bleibt der Sieger. Im Umweltranking des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) scheint der Toyota Prius unschlagbar. Auch Rang 2 wird mit dem Honda Civic von einem Hybridkonzept belegt. Und auf Platz 3 stand mit dem Smart cdi der einzige Diesel unter den Top 10 - bis er wegen der Verschiebung der Markteinführung eines geschlossenen Partikelfiltersystems nachträglich disqualifiziert wurde. Es verbleiben: Kleinwagen mit Benzinmotor von Citroen C1 bis Daihatsu Sirion.

Bewertung des Prius stark verschlechtert

Wo bitte, fragte stern.de bei VCD-Mann Daniel Kluge nach, sind die Diesel? Ein Blick in das Extra-Ranking "Die Klimabesten" sowie "Die besten Familienautos" und „Die besten 7-Sitzer" gibt eine erste Antwort. Da finden sich die Selbstzünder von BMW 118 d bis Opel Zafira 1.7 CDTI. In der Gesamtbewertung für die Top 10 zählen Verbrauch, CO2-Emissionen und Klimawirksamkeit aber nur 60 Prozent. "2007 floss dieser Wert sogar erst zu 40 Prozent in die Gesamtwertung ein", erklärt Kluge. In diesem Jahr hätte mit der erheblichen Aufwertung der Klimafrage auch eine Korrektur der Prius-Endnote stattgefunden. Statt 8,30 Punkte gibt es nur noch 6,71. Immer noch erster Platz.

Betonung der Stickoxide schwächt Diesel

Was den Selbstzündern zu schaffen macht, sind die schlechteren Stickoxidwerte, die beim mit 63.000 Mitgliedern vergleichsweise kleinen VCD (ADAC: ca. 16 Mio.) doppelt negativ zu Buche schlagen. Einmal wegen der Reizung der Atemwege unter "Belastung des Menschen durch Schadstoffe" (15 Prozent der Gesamtnote) und dann noch mal unter "Belastung der Natur" (5 Prozent). Auch bei der Lärmbelastung (20 Prozent) sind Diesel meistens etwas schwächer. Für die Zukunft des Diesels ist Kluge allerdings nicht pessimistisch: "Spätestens mit der Einführung der Abgasnorm Euro 6 im Jahr 2014 schwindet dieser deutliche Vorsprung des Benziners."

Hybride im ländlichen Alltag unterlegen

Die Folge: Benziner, die jetzt schon geringe Stickoxidemissionen haben und zusätzlich im Normzyklus (NEFZ) wenig verbrauchen, werden im Ranking des VCD nach vorne katapultiert. Und Hybridautos schneiden im NEFZ besonders gut ab, weil ihnen die vielen Anfahr- und Bremsvorgänge sowie eine nur sekundenkurze Fahrt mit 120 km/h einen Vorteil geben. Ob das im Alltag genau so ist, müssen Neuwagenkäufer anhand ihres persönlichen Nutzungsbereichs prüfen. Wer selten kurze Strecken fährt und viel Autobahn, wird vom Hybrid nichts haben. Vor den Grenzen der Stadt schlägt weiter die Stunde des Diesels.

"Rationaler mit dem Auto umgehen"

Leider, erklärt Daniel Kluge vom VCD, gebe es aber extrem viele Fahrten im Ultrakurzstreckenbereich bis sechs Kilometer. Hier wünscht er sich, dass die zumindest im urbanen Bereich gut vernetzten Verkehrssysteme genutzt werden. Und generell "geht es bei uns nicht um eine Verzichtsübung, sondern um einen rationaleren Umgang mit dem Auto an sich". Also nicht den Geländewagen mit Vollgas an der Innenstadtampel brüllen lassen, sondern mal den Bus nehmen.

Bus weniger gut als gedacht

Der steht übrigens in der CO2-Bilanz bei weitem nicht so gut da wie vermutet. Laut Umweltbundesamt emittiert ein mit durchschnittlich 1,5 Personen besetzter Pkw 144 Gramm pro Kilometer oder 6,2 Liter Benzin. Ein Bus kommt auf 75 g/km. Auf den ersten Blick ein gigantischer Unterschied. Ein sparsames Auto, etwa ein Smart cdi mit hoffentlich bald wirksamen Partikelfilter oder ein Polo BlueMotion mit kommender Start-Stopp-Automatik und Beifahrer rücken dem Bus gefährlich nah auf die Pelle. Und sollte es wirklich innerhalb der nächsten fünf Jahre Elektroautos aus Massenproduktion geben, wird es eng für die Verfechter des öffentlichen Nahverkehrs.

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