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Smartscooter von Gogoro Der Tesla unter den Elektrorollern startet durch

Der Flaggshipstore in Taipeh.
Der Flaggshipstore in Taipeh.
© Hersteller
Der Markt für Pedelecs und E-Bikes boomt, setzt sich dieser Trend bei Rollern fort? Horace Luke, Firmengründer der Firma Gogoro sagt: Ja! Sein Scooter ist genial, in Deutschland aber noch nicht zu haben.

Elektromobilität als alternatives Antriebskonzept klang lange Zeit nach einer umweltfreundlichen Vernunftsentscheidung. Sportliche und emotionale Autos hatten bisher einen leistungsstarken Verbrennungsmotor und trugen beispielsweise einen “Porsche“ oder “Ferrari“ Schriftzug. Die Firma Tesla hat mit diesem Vorurteil aufgeräumt. Die beiden aktuellen Modelle “S“ und “X“ sind noble Sportwagen, die in einer Liga mit den etablierten Herstellern spielen. 

Ähnliche Pläne hat die Firma Gogoro im Bereich der Roller. Mit dem schicken “Smartscooter“ hat der taiwanesische Hersteller ein echtes Schmuckstück entwickelt, das fast gar nichts mehr mit dem klassischen Roller á la Vespa zu tun hat.

So einfach lassen sich die Batterien wechseln
So einfach lassen sich die Batterien wechseln
© Hersteller

 Zum Konzept: Warum verpasst ein Hersteller seinem Roller das Attribut “smart“? Wahrscheinlich, weil die Firma Gogoro von zwei ehemaligen Mitarbeitern des Smartphone-Herstellers HTC gegründet wurde. Entsprechend viele kleinere elektronische Spielereien bietet der asiatische Roller. Individuelle Gestaltung des Armaturenbrettes, geschwindigkeitsabhängige Scheinwerfer, eine Smartphone-App zur Kontrolle der persönlichen Fahrgewohnheiten et cetera. 

Die eigentliche Innovation liegt allerdings im Energiekonzept. Der Motor des 8,58 PS starken Elektrorollers wird von zwei handlichen Lithium-Ionen-Akkus des japanischen Herstellers Panasonic befeuert. Beide Akkus sind gleich groß, wiegen jeweils 9,5 Kilo und lassen sich nach Herstellerangabe in nur sechs Sekunden wechseln. Neigt sich die Akkuladung dem Ende, steuert der Besitzer das nächste “Gogoro Energy Network“ an, ein Terminal in den Größe eines Bankautomaten. Dort deponiert er seine beiden entladenen Akkus und entnimmt zwei frische. Tauschstelle statt Tankstelle. Komfortabler lässt sich ein Roller nicht aufladen.

An diesen Stationen können die Akkus in Taipeh gewechselt werden.
An diesen Stationen können die Akkus in Taipeh gewechselt werden.
© Hersteller

Die Akkulaufzeit bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 Km/h gibt der Hersteller mit circa 100 Kilometern an. In Ballungszentren mit ausreichender Dichte an Ladestationen sollte das sonst so kritische Thema Reichweite damit vom Tisch sein. Die weiteren technischen Daten des mit 112 Kilogramm recht leichten Rollers lesen sich ebenfalls gut: In 4,2 Sekunden gelingt der für den Stadtverkehr relevante Spurt auf 50 Km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 95 Km/h.

Wie sieht es mit der Verfügbarkeit von Ladestationen aus? In Taipeh, wo der Roller in einem ersten Feldversuch bereits am Markt ist, scheint es zu funktionieren – Gogoro kalkuliert mit einer Tauschstelle pro Quadratmeile, die Stadt als Kooperationspartner stellt in Taipeh entsprechende Flächen zur Verfügung. Umgerechnet auf eine Stadt der Größe von Hamburg ergäben sich circa 290 Tauschstellen – betrachtet man nur die Innenstadt reichen auch deutlich weniger Stationen. Das Konzept sieht stimmig aus.

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Diebstahlversicherung plus zwei Jahre unbegrenzter und kostenloser Akkutausch sind beim Kauf inklusive. Auch in dieser Hinsicht ist das Konzept natürlich gerade für Vielfahrer im städtischen Bereich äußerst interessant. Was kostet so viel Freiheit? Der Einführungspreis in der Rollerhochburg Taipeh lag umgerechnet bei knapp 3800 Euro. 


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