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VW-Motorsport-Chef Kris Nissen: "Wir sind schockiert"

Die Komplettabsage der Rallye Dakar 2008 kam für die beteiligten Teams völlig überraschend. Im stern.de-Interview spricht VW-Motorsport-Chef Kris Nissen über die Absage, enttäuschte Fahrer und die logistischen Probleme, den gesamten Renntross wieder nach Deutschland zu bekommen.

Am Freitag, einen Tag vor dem geplanten Start, gab die Amaury Sport Organisation (ASO) bekannt, dass die Ralley Dakar 2008 komplett abgesagt wird. Der Grund seien "direkte Bedrohungen terroristischer Gruppen gegen das Rennen."

Herr Nissen, wie ist die Stimmung im Fahrerlager nach der Absage?

Wir sind alle sehr schockiert! Man ist bei der Rallye Dakar an Überraschungen aller Art gewöhnt, an Sandstürme, Routenänderungen und Verzögerungen - aber, dass wir hier abfahrbereit in Lissabon stehen und es gibt kein Rennen, damit hat nun wirklich niemand gerechnet.

Wie groß ist die Enttäuschung?

Die Enttäuschung ist für alle Beteiligten sehr groß. Das betrifft nicht allein die Fahrer, sondern genauso Organisatoren und Mechaniker und all die Tausende von Leuten, die lange Zeit auf die Rallye hingearbeitet haben. Aber nun müssen wir mit der Entscheidung leben und in die Zukunft schauen.

Können Sie die Entscheidung der ASO nachvollziehen?

Ja, voll und ganz, Sicherheit hat natürlich höchste Priorität. Die ASO hat sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht und sich aus guten Gründen für die Absage entschieden. Diese Entscheidung akzeptieren wir.

Wie lange hat sich Ihr Team auf die Rallye Dakar vorbereitet?

Im Prinzip schon seit dem Zieleinlauf in Dakar im letzten Jahr. Die Rallye Dakar ist der absolute Saisonhöhepunkt. Aber natürlich ist nicht die ganze Arbeit umsonst gewesen. Wir sind bei drei Veranstaltungen gestartet, haben zwei davon gewonnen, außerdem konnten wir die Technik verbessern und das Auto schneller machen. Geld, das wir dafür ausgegeben haben, müssen wir nicht noch einmal investieren.

Wie geht es jetzt konkret weiter?

Zunächst einmal müssen wir unser gesamtes Equipment wieder nach Deutschland bekommen. Das ist gar nicht so einfach, es handelt sich immerhin um neun große LKWs mit Material, mehrere Service-Trucks, Kleinbusse und natürlich die Rennwagen. Problematisch ist, dass nun rund 1800 Fahrzeuge und mehrere tausend Leute gleichzeitig aus Lissabon abreisen wollen. Ursprünglich war der Rücktransport ja von Dakar aus geplant.

Wird es eine Ersatzrallye geben?

Das steht noch nicht fest. Ich gehe aber davon aus, dass sich die ASO innerhalb der nächsten Wochen dazu äußern wird, ob es eine Alternative zur Rallye Dakar 2008 gibt. Wem dem so ist, werden wir versuchen daran teilzunehmen. Wenn nicht, werden wir unsere Jahresplanung wie gehabt fortführen und uns auf die Dakar 2009 vorbereiten.

Interview: Björn Erichsen

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