"Blazing Angels - Squadrons of WWII" Engel mit Maschinengewehren


Bei "Blazing Angels" brennt der Himmel. Schöner und spektakulärer durften Konsolenzocker noch nie in den Luftkrieg ziehen.

Der erste stählerne Vogel, dessen Steuerknüppel Xbox- und Xbox-360-Besitzer in die Hand nehmen dürfen, ist ein selbst für damalige Verhältnisse antiquiert wirkender Doppeldecker. Verständlicherweise wollen die alliierten Streitkräfte einem Anfänger nicht eines ihrer modernen Flugzeuge anvertrauen. Doch kaum hat man die Trainingsmissionen, durch die ein kauziger Amerikaner führt, hinter sich, geht es mitten hinein in den Ernst des Lebens und die Wirren des Krieges: Im Luftkampf über Dünkirchen muss der Spieler beweisen, ob er das Zeug zum Flieger-Ass hat. Der erste von vielen Einsätzen, in denen legendäre, kriegsentscheidende Luftkämpfe (in nicht minder legendären Flugzeugen wie der Spitfire) nachgespielt werden können - von der Schlacht um England über Pearl Harbor bis zur Bombardierung Berlins. Dabei steigt der Spieler recht bald zum Führer des "Blazing Angels"-Geschwaders auf und erteilt seinen Flügelmänner Joe, Frank und Tom simple Befehle.

Eine Flugsimulation im engeren Sinn ist "Blazing Angels" nicht. Der Spieler muss nicht erst ein 100-seitiges Handbuch studieren, um Herr der Fluglage zu werden. Der Schwerpunkt liegt stattdessen ganz deutlich auf Action. Beschleunigen, Positionsänderungen und Ballern sind die drei übersichtlichen Aufgaben des Hobby-Piloten. Realistisch ist das Game dennoch, wenngleich auch unter einem anderen Aspekt: Der geschickte Einsatz von Soundeffekten und Vibration, die detaillierten Texturen der Flugzeuge, die Tiefenschärfe der Gebäude und Landschaften, der Wischeffekt bei hohem Tempo - all das versetzt den Spieler hautnah ins turbulente Geschehen.

Ubisoft gelingt es mit "Blazing Angels", ein typisches Manko vieler Flugsimulationen auszumerzen: Mit dem mangelnden Detailgrad der Landschaften ging oft ein Mangel an Spielspaß einher. Das exklusiv für Xbox und Xbox 360 produzierte Game aber punktet mit pittoresken Wolkenformationen, malerischen Sonneneffekten, animierten Flüssen, liebevoll gestalteten Landschaften sowie komplex strukturierten Gebäuden. Es liegt in der Natur der Sache, dass die neuere Xbox 360 im Vergleich einen leichten Vorsprung durch Technik hat, aber die Version für die "alte" Xbox ist eine durchaus würdige Umsetzung und zählt zur ersten Liga von Flug-Action-Games. Man ist anfangs fast verleitet, vor lauter Begeisterung für die detaillierte Grafik den Krieg einfach Krieg sein zu lassen und lieber möglichst nah an Gebäude, Bäume und Brücken zu fliegen, um alles ganz genau zu begutachten. Dass der eine oder andere neugierige Blick des Testers dabei vor lauter Begeisterung in einer unfreiwilligen Kamikaze-Aktion endete, soll hier nicht verschwiegen werden.

Blazing Angels - Squadrons of WWII

Hersteller/Vertrieb

Ubisoft/Ubisoft

Genre

Action

Plattform

PC, XBox, Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Wer klassische Ego-Shooter gewohnt ist, muss sich erst an die vergleichsweise diffizile Steuerung des MGs gewöhnen. Denn im Vergleich zu den quirligen Zielen in der Luft wirken die Bodentruppen gängiger Shooter fast träge. Bevor man einen Gegner endgültig von Wolke Sieben auf den Boden der Tatsachen befördert, sind oft mehrere Manöver nötig. Belohnt wird der Spieler mit einem explosiven Spektakel. So makaber es klingt: Wenn abgeschossene Flugzeuge wie Kometen in Richtung Erde rasen und beim Aufprall explodieren, ist das so schön anzusehen wie ein Silvesterfeuerwerk. Via "Xbox Live" können bis zu 16 Spieler in Dogfights gegeneinander oder in Teammissionen miteinander den Zweiten Weltkrieg entscheiden.

Michael Eichhammer/Teleschau TELESCHAU

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