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"Firefox": Nun ist der Fuchs der Jäger

Der kostenlose Internet-Browser "Firefox" gilt als aussichtsreichster Konkurrent des Internet Explorers. Die erste offizielle Version verbessert mit hoher Geschwindigkeit und vielen tollen Ideen das Surfvergnügen.

Nach jahrelang unbestrittener Marktführerschaft auf dem Markt für Internet-Browser hat Microsoft ernsthafte Konkurrenz bekommen. Die endgültige Version des Internet-Browsers "Firefox 1.0" wurde offiziell freigegeben. Bereits mit den voran gegangenen Betaversionen der Software hatte die Mozilla Foundation nach verschiedenen Medienberichten überraschende Erfolge verbuchen können. Angespornt von der positiven Resonanz wollen die Entwickler nun schon bis Ende des Jahres einen Marktanteil von zehn Prozent erreichen.

"Firefox 1.0" will auch von der zunehmenden Viren- und Schädlingsanfälligkeit von Microsofts Internet Explorer profitieren. Selbst das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI hatte vor rund zwei Monaten geraten, wegen der Flut von Virenattacken häufiger auch andere Browser wie Firefox zu nutzen. Die nun vorliegende Version 1.0 ist für die Betriebssysteme Windows, Linux und für Apple-Computer in verschiedenen Sprachen erhältlich.

Interessante Features

Anders als der "Internet Explorer" kann "Firefox" mehrere Internetseiten in einem einzelnen Fenster öffnen. Zudem unterdrückt der Browser auf Wunsch das automatische Öffnen von Werbefenstern - eine Funktion, die kürzlich auch Microsoft mit dem jüngsten großen Update für das Betriebssystem Windows XP nachgerüstet hat. In aller Kürze lässt sich zusammenfassen: Firefox ist schneller, schlanker und sicherer als der Internet Explorer und bietet jede Menge Erweiterungsmöglichkeiten. Eine Übersicht der interessantesten Features von Firefox finden Sie im Kasten "Das kann Firefox".

Seine Stärke kann seine Schwäche sein

Firefox hält sich streng an die so genannten W3C-Standards, die ein Konsortium festgelegt hat, damit alle Webdokumente auf allen Browsern und Rechnern auf die gleiche Weise dargestellt werden. Microsoft hat aber zusätzlich noch eigene, nicht W3C-standardisierte Features in den Internet Explorer eingebaut, wie zum Beispiel die so genannte "ActiveX"-Schnittstelle für aktive Webinhalte. Bei Websites, die für den Internet Explorer optimiert wurden und von den Microsoft-eigenen Entwicklungen Gebrauch machen, kann es passieren, dass Firefox sie nicht korrekt darstellt. Dann muss der IE ran.

Gemeinnütziger Angreifer

Die Mozilla Foundation, eine gemeinnützige Organisation, war im Juli 2003 mit Unterstützung von Netscape an den Start gegangen. Sie hat sich die Organisation und Unterstützung von Projekten auf Basis so genannter Open-Source-Software zur Aufgabe gemacht. Dabei werden die Programm-Kerne und Quell-Codes der Software nicht als Eigentum geschützt, sondern allen Interessenten und Programmierern zur eventuellen Weiterentwicklung frei zugänglich gemacht.

Kritiker des "Internet Explorer" werfen Microsoft vor, seinen Browser nicht weiterentwickelt zu haben, nachdem das Unternehmen eine dominierende Marktstellung erreicht hatte. Für eine für 2006 geplante neue Windows-Version hat der Konzern nun eine Verbesserung der ebenfalls häufig kritisierten Sicherheitsfunktionen des "Internet Explorers" in Aussicht gestellt.

Mit Material von AP und Reuters